Kurs so voll wie nie: Motor an für die Zukunft im Kfz-Handwerk

Prüfungsvorbereitung bei der Kreishandwerkerschaft

Korbach(pm). Die Automobilbranche befindet sich weltweit in einem tiefgreifenden Umbruch. Fahrzeuge werden elektrischer, digitaler und stärker vernetzt, gleichzeitig verändern sich auch die Marktstrukturen: Große Händlergruppen gewinnen an Bedeutung, Werkstätten arbeiten zunehmend arbeitsteilig und prozessorientiert. Für den Beruf Kfz-Mechatroniker/-in bedeutet das steigende Anforderungen, aber auch sehr gute Zukunftsperspektiven für gut ausgebildete Fachkräfte. Um Auszubildende im Kreis Waldeck-Frankenberg gezielt auf diese Entwicklung vorzubereiten, bietet die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg strukturierte Prüfungsvorbereitungskurse für die Gesellenprüfung Teil I und Teil II an. Die Nachfrage ist hoch – die Kurse sind aktuell so voll wie nie. Geschäftsführer Kai Bremmer erklärt: „Die Ausbildung im Kfz-Handwerk ist anspruchsvoller geworden. Unsere Kurse helfen, Inhalte zu strukturieren, Sicherheit zu gewinnen und die Auszubildenden gezielt auf die Prüfungen vorzubereiten.“ Der Vorbereitungskurs Teil I, der vor der Gesellenprüfung Teil I stattfindet, vermittelt frühzeitig Orientierung und festigt grundlegende fachtheoretische Inhalte sowie typische Prüfungsabläufe in Theorie und Praxis. Der Vorbereitungskurs Teil II, der vor der Gesellenprüfung Teil II angeboten wird, vertieft weiterführende Inhalte und verbindet diese eng mit praxisnahen Situationsaufgaben aus dem modernen Werkstattalltag. Obermeister Fritz Faupel ordnet ein: „Die Prüfungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass sich Lernvoraussetzungen verändert haben. Das ist kein Vorwurf an die Jugend, sondern eine Realität. Ausbildung muss heute stärker begleiten, wiederholen und praxisnah unterstützen – genau das leisten wir gemeinsam mit den Betrieben.“

E-Zukunft: Warum das Kfz-Handwerk Rückenwind hat
Elektromobilität gewinnt weltweit deutlich an Marktanteilen. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 mehr als 40 Prozent der Neuwagen weltweit elektrisch fahren könnten, in Europa sogar deutlich mehr. Auch in Deutschland hat sich der Markt 2025 spürbar erholt, der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an den Neuzulassungen lag zuletzt bei rund 19 Prozent. Für das Kfz-Handwerk bedeutet das nicht weniger Arbeit, sondern andere Arbeit: Hochvolt-Sicherheit, Systemverständnis, vernetzte Diagnose, Software-Updates, Assistenzsysteme und professionelle Kundenkommunikation rücken stärker in den Fokus. Genau darauf bereitet die Prüfungsvorbereitung der Kreishandwerkerschaft gezielt vor.

Unterstützung und Förderung
Auszubildende und Betriebe stehen dabei nicht allein. Ergänzend zu den Kursen vor Ort gibt es Förderinstrumente wie die Assistierte Ausbildung (AsA/AsAflex), die Stützunterricht und Prüfungsvorbereitung ermöglichen und über die Arbeitsagenturen finanziert werden. Auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) wird durch Zuschüsse von Bund und Ländern unterstützt und entlastet Ausbildungsbetriebe spürbar.

Ausblick
Neben dem Kfz-Handwerk bietet die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg bereits Prüfungsvorbereitung im Metall-Handwerk an. Künftig sollen entsprechende Angebote auch für Anlagenmechaniker/-innen SHK, Maler/-innen und Lackierer/-innen sowie Friseur/-innen folgen.

Kontakt:
Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, Telefon: 05631 9535 100, E-Mail: info@khkb.de.

Infomartion: Warum Prüfungsvorbereitung heute so wichtig ist
Die Ausbildung im Kfz-Handwerk hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Moderne Fahrzeuge, Elektromobilität, digitale Diagnose und neue Betriebsstrukturen – etwa durch große Händlergruppen – stellen höhere fachliche Anforderungen an Auszubildende. Gleichzeitig bringen junge Menschen sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit. Gezielte Prüfungsvorbereitung hilft, Wissen zu strukturieren, Grundlagen zu festigen und Sicherheit im Prüfungsablauf zu gewinnen. Praxisnahe Übungen, Wiederholungen und klare Orientierung entlasten Auszubildende ebenso wie Betriebe – und tragen dazu bei, Ausbildungsqualität und Prüfungserfolge nachhaltig zu sichern.


Ahlen:

Beschäftigte: ca. 430.000 bundesweit | rund 50.000 in Hessen | etwa 1.200 im Landkreis Waldeck-Frankenberg, Auszubildende Kfz-Mechatroniker/-in: rund 90.000 in Deutschland | ca. 10.000 in Hessen

Betriebe: etwa 36.000 bundesweit | rund 4.000 in Hessen

Pkw-Bestand: ca. 49 Mio. Fahrzeuge in Deutschland | rund 6,2 Mio. in Hessen

Neuzulassungen: rund 2,8 Mio. Pkw/Jahr, davon etwa 19 % batterieelektrisch

Weltweit: über 1,4 Mrd. Fahrzeuge | Prognose 2030: >40 % Elektro-Neuwagen