Programm des „Literarischen Frühlings“ komplett
Ellershausen(Klaus Brill). Eine Varieté-Tänzerin auf der Reeperbahn ist die Heldin eines neuen Romans, den die Erfolgsautorin Anja Kampmann beim „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ vorstellen wird. Das Werk mit dem Titel „Die Wut ist ein heller Stern“ spielt in der Nazi-Zeit und wird vom Hanser-Verlag als „eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung in einer ganz und gar von Männern dominierten Zeit“ charakterisiert. Wie die Veranstalter mitteilten, ist mit diesem Engagement die Programmplanung für das nordhessische Festival in diesem Jahr abgeschlossen. Die Nachfrage nach Tickets ist sehr groß, einige der rund zwei Dutzend Veranstaltungen sind bereits ausverkauft oder stehen kurz davor. „Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, mit Anja Kampmann erneut eine prominente Vertreterin der jüngeren deutschsprachigen Autoren-Generation für unser Festival zu gewinnen“, erklärte die Leiterin des „Literarischen Frühlings“, die Schriftstellerin und Hoteldirektorin Christiane Kohl. „Ihr neues Buch, das von den Feuilletons der großen Zeitungen sehr gelobt wurde, schildert die NS-Zeit aus einer Perspektive, die uns bisher noch kaum geboten wurde. Anja Kampmann betrachtet das Geschehen konsequent mit dem weiblichen Blick, und sie beleuchtet das weithin unbekannte Milieu der widerständigen kleinen Leute im Umfeld des Hamburger Hafens.“ Für das Buch, das sie am Freitag, dem 27. März 2026, um 16:30 im Landgut Walkemühle in Frankenberg vorstellt, hat Anja Kampmann nach eigenen Angaben zahlreiche Schicksale von Menschen aus diesem Umfeld erforscht.
„Viele Orte und Figuren sind historisch verbürgt“, sagt die Autorin. Ihre Hauptfigur Hedda hat sich aus der Armut zur Tänzerin im „Alcazar“ auf der Reeperbahn hochgearbeitet und erlebt, wie die Nazis nach der Machtübernahme 1933 ihre Kolleginnen in den Bordellen als „moralisch verkommen“ diffamieren, ins Heim bringen und zwangsweise sterilisieren lassen. Doch Hedda gibt sich nicht geschlagen, sondern plant für sich und ihren jüngeren Bruder die Flucht. Mit der NS-Zeit beschäftigt sich auch der niederländische Bestseller-Autor Tommy Wieringa in seinem Buch „Nirwana“, das er beim „Literarischen Frühling“ am Sonntag, dem 22, März, um 11:30 Uhr im Landhaus Bärenmühle in Ellershausen vorstellt. Er schildert am Beispiel einer Industriellenfamilie die Problematik von Widerstand und Kollaboration in den Niederlanden zur Zeit der deutschen Besatzung 1940-45.
Für diese Veranstaltung sind noch Karten verfügbar, ebenso für die Auftritte von Thomas Hettche („Liebe“), Thomas Melle („Haus zur Sonne“), Sandra Navidi („Wie tickt Amerika?“) oder das Lese-Dinner mit Katerina Poladjan („Goldstrand“). Auch die Vorstellung einer Biographie der deutsch-jüdischen Philosophin Hannah Arendt mit Prof. Grit Straßenberger am Sonntag, dem 22. März, um 15 Uhr kann weiter gebucht werden, nachdem die Veranstaltung in einen größeren Saal verlegt wurde. Eine gewisse Zahl von Plätzen ist auch noch bei den Lese-Dinnern am ersten Sonntag und Montag des Festivals im Frankenberger Gourmet-Lokal „Philipp Soldan“ frei, bei denen eine der berühmten Kurzgeschichten des amerikanischen Literatur-Nobelpreisträgers Ernest Hemingway in einer szenischen Lesung von dem Frankfurter Schauspieler Michael Quast präsentiert wird. Kleinere Kontingente gibt es auch noch bei einigen anderen Veransstaltungen.
Nähere Einzelheiten dazu finden sich auf der Website www.literarischer-fruehling.de.

