Winterbeginn bremst die Entwicklung: Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Korbach steigt auf 4,5 Prozent

Korbach(pm). Einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Agentur für Arbeit Korbach im Dezember. In den beiden zugehörigen Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren zum Stichtag (11. Dezember 2025) 8492 Arbeitslose gemeldet, 212 mehr als im November (plus 2,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Auch der Vergleich mit dem Dezember 2024 zeigt eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 139 Personen (plus 1,7 Prozent), die Quote lag vor einem Jahr bei 4,4 Prozent. „Wie immer entfaltet der Arbeitsmarkt zum Jahresende wenig Dynamik“, kommentiert der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt die Zahlen. Er sieht vor allem saisonale und konjunkturelle Gründe für das leichte Plus an Arbeitslosen, weil der Anstieg bei der Arbeitsagentur stärker ausgeprägt ist als bei den Jobcentern. „Außerdem gibt es den größten Zuwachs zum Vormonat bei Männern und Ausländern, was auf weniger Beschäftigung in Bau- und Außenberufen deutet.“ Der Bestand an offenen Stellen sei zwar gegenüber November rückläufig, liege aber immer noch über deutlich über dem Dezember-Wert des Vorjahres, da im Dezember ein extrem starker Stellenzugang zu vermelden war. „Es gibt also gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“ Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat in allen Personengruppen gestiegen, prozentual am stärksten bei Ausländern (plus 3,8 Prozent), Jüngeren unter 25 Jahren (plus 3,7 Prozent) und Männern (plus 3,4 Prozent). Mit etwas Abstand folgen Ältere ab 50 Jahren (plus 2,4 Prozent), Frauen (plus 1,5 Prozent) und Langzeitarbeitslose (plus 0,8 Prozent). In beiden Rechtskreisen hat sich die Arbeitslosigkeit im Dezember unterschiedlich stark erhöht. Bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3615 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 114 mehr als im November (plus 3,3 Prozent). Bei den beiden Jobcentern im Agenturbezirk (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) waren es 4877 Arbeitslose, 98 mehr als im November (plus 2,1 Prozent). Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt eine gegenläufige Entwicklung in den beiden Rechtskreisen: Während bei der Arbeitsagentur ein Anstieg um 214 Personen ohne Arbeit zu verzeichnen ist (plus 6,3 Prozent), gab es bei den Jobcentern einen Rückgang um 75 (minus 1,5 Prozent). 2547 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, 212 mehr als im Dezember 2024. Im Agenturbezirk haben bis zum 29. Dezember 5 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 228 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 9 Betriebe mit bis zu 215 betroffenen Mitarbeitenden.

Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen

Landkreis Waldeck-Frankenberg: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Dezember 3979 Menschen arbeitslos gemeldet, 70 mehr als im November (plus 1,8 Prozent) und 36 weniger als vor einem Jahr (minus 0,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vorjahr bei 4,5 Prozent, vor einem Monat hatte sie 4,4 Prozent betragen. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit November um 9 auf 1613 erhöht, das sind 347 mehr als vor einem Jahr.

Korbach mit Bad Wildungen: 1664 Personen ohne Arbeit waren im Dezember in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 18 weniger als im November (minus 1,1 Prozent) und 111 weniger als vor einem Jahr (minus 6,3 Prozent). Die Quote liegt bei 3,9 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im November und 0,3 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Frankenberg: 1444 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, ein Zuwachs von 54 Personen seit November (plus 3,9 Prozent) und ein Anstieg um 34 gegenüber dem Vorjahreswert (plus 2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg erhöht sich auf 5,0 Prozent, im November waren es 4,8 Prozent und vor einem Jahr 4,9 Prozent.

Geschäftsstelle Bad Arolsen: In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 34 auf 871 gestiegen (plus 4,1 Prozent), das ist ein Anstieg um 41 gegenüber 2024 (plus 4,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,9 Prozent, das sind jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr als vor einem Monat und vor einem Jahr.

Landkreis Schwalm-Eder: 4513 Arbeitslose waren im Dezember im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 142 mehr als im November (plus 3,2 Prozent) und 175 mehr als im Vorjahresmonat (plus 4,0 Prozent). Die Quote beträgt 4,5 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im November und 0,2 Prozentpunkte mehr als Dezember 2024. 934 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 102 weniger als im November und 135 weniger als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg:  2201 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 78 mehr als im November (plus 3,7 Prozent) und 207 mehr als vor einem Jahr (plus 10,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen.

Geschäftsstelle Melsungen: In der Geschäftsstelle Melsungen stagnierte die Arbeitslosenzahl im Dezember bei 1218, gegenüber dem Vorjahr sind das 25 mehr (plus 2,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert 4,7 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert vom Dezember 2024.

Geschäftsstelle Schwalmstadt: 1094 Menschen auf Jobsuche zeigt die Dezember-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 64 mehr als im November (plus 6,2 Prozent) und 57 weniger als im Dezember des Vorjahres (minus 5 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent, im November hatte sie 3,8 Prozent und vor einem Jahr 4,3 Prozent betragen.

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Korbach: Jahresbilanz 2025

Arbeitsmarkt trotzt Herausforderungen: Mehr Arbeitslose, mehr offene Stellen im Jahresdurchschnitt 2025

Globale Krisen und die schwache Konjunktur stellen auch den hiesigen Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen: So weist die Jahresbilanz 2025 für den Agenturbezirk Korbach durchschnittlich 8779 Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder aus. Das sind 376 Arbeitslose mehr als im Durchschnitt des Vorjahres (plus 4,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote für das gesamte Jahr steigt von 4,5 auf 4,6 Prozent. Der durchschnittliche Stellenbestand erhöht sich um 297 Jobangebote auf 2442 (plus 13,8 Prozent). Angesichts der insgesamt schlechten Wirtschaftslage hat sich der heimische Arbeitsmarkt nach den Worten von Bernd Wilke, Geschäftsführer der Korbacher Arbeitsagentur, „noch ganz gut behauptet. Bei der Arbeitslosigkeit sehen wir regionale Unterschiede. Während die Geschäftsstellen in Korbach und Schwalmstadt im Jahresdurchschnitt einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl registrierten, gab es in den anderen Geschäftsstellen teilweise deutliche Zuwächse. Gleichzeitig ist die Zahl der offenen Stellen zumindest in Waldeck-Frankenberg gestiegen – im Gegensatz zur bundesweiten Entwicklung. Der Arbeitsmarkt ist also noch aufnahmefähig.“ Der Zuwachs an Arbeitslosen betrifft insbesondere die Agentur für Arbeit, wo die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld um 333 gestiegen ist (plus 9,9 Prozent). Die Jobcenter in den beiden Landkreisen hatten nur 44 Arbeitslose mehr zu verzeichnen (plus 0,9 Prozent).

Die Betrachtung der einzelnen Personengruppen zeigt lediglich bei Ausländern einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl um 1,8 Prozent. Bei allen anderen ist die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt gestiegen, prozentual am deutlichsten bei den Männern und Jüngeren bis 25 Jahre (jeweils plus 5,2 Prozent), gefolgt von Älteren ab 50 Jahren (plus 3,8 Prozent) und Frauen (plus 3,5 Prozent). Mehr als ein Viertel der Arbeitslosen zählt zu den Langzeitarbeitslosen, deren Zahl um 209 bzw. 9,7 Prozent gestiegen ist.

Landkreis Waldeck-Frankenberg

Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg steigt im Jahresvergleich um 211 bzw. 5,3 Prozent. Durchschnittlich 4185 Menschen waren 2025 auf Arbeitssuche, 2024 waren es noch 3973 gewesen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,5 auf 4,7 Prozent. Der durchschnittliche Bestand an offenen Stellen stieg von 1117 im Jahr 2024 auf 1452, ein Plus von 335 Stellen bzw. 30 Prozent.

Landkreis Schwalm-Eder

4594 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Schwalm-Eder-Kreis arbeitslos, das sind 165 Personen bzw. 3,7 Prozent mehr als 2024 (4429 Arbeitslose). Die Arbeitslosenquote steigt von 4,4 auf 4,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren 990 offene Stellen gemeldet, 38 weniger als 2024 (minus 3,7 Prozent).

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