Frankenberg(pm). Der hessische Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hat sich im Rahmen seiner Sommertour über das Projekt „Klimabonus“ informiert. Bei einem Spaziergang mit dem Projekt-Teamleiter Thomas Hermann besuchte er teilnehmende lokale Geschäfte und diskutierte das Potenzial des Klimabonus, der Klimaschutz durch aktives Handeln vor Ort stärken will. Das Projekt „Klimabonus“, angesiedelt bei der LEADER-Region Burgwald-Ederbergland, etabliert ein regionales Belohnungssystem für klimafreundliches Verhalten. Ein Beispiel: Für den Kauf eines Balkonkraftwerks werden Bürger mit 100 Klimaboni (bei Anlagen unter 3 kWp) belohnt – eine Maßnahme, die nicht nur Stromkosten spart, sondern aktiv die Energiewende mitgestaltet. Der Besuch führte Frömmrich unter anderem zu „Kranni´s FeinKostBio“ und zur „Buchhandlung Jakobi“, die als Annahmestellen für den Klimabonus fungieren. Während anfangs hauptsächlich Annahmestellen in Marburg existierten, sind mittlerweile in Frankenberg bereits sieben Geschäfte Teil des Netzwerks. „Das Konzept des Klimabonus ist beeindruckend, weil es lokales Handeln mit globalem Klimaschutz verbindet“, erklärte Jürgen Frömmrich nach dem Besuch. „Wir sehen hier ein Modellprojekt, das zeigt, wie Klimaschutz, regionale Wirtschaftskreisläufe und bürgerliches Engagement Hand in Hand gehen können. Besonders überzeugt mich der Dreiklang aus Belohnung für klimafreundliches Verhalten, Stärkung lokaler Geschäfte und regionaler CO₂-Kompensation.“
Neben dem regionalen Belohnungssystem setzt das Projekt noch auf eine dritte Säule. Unternehmen und Privatpersonen haben die Möglichkeit, unvermeidbaren CO₂-Ausstoß durch Einzahlungen in einen regionalen Klimafonds zu kompensieren. Der besondere Vorteil: Die Mittel werden nicht irgendwo auf der Welt, sondern direkt in der Region eingesetzt. 60% jeder Kompensationsspende fließen in Belohnungsaktionen und lokale Klimaschutzprojekte mit nachweislicher CO₂-Einsparung. Die übrigen 40% unterstützen regionale Bildungsprojekte und Klimaschutzinitiativen, um auch zukünftige Emissionen zu reduzieren.
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Der Klimabonus e.V. hat sein innovatives Konzept bereits erfolgreich in fünf Modellregionen Deutschlands etabliert, wobei die LEADER-Region Burgwald-Ederbergland zu den ersten Regionen gehört, die das Projekt umgesetzt haben. Die bisherige Bilanz ist beeindruckend: Rund 5.800Tonnen CO₂ konnten bereits eingespart werden. Ein Vorzeigeprojekt ist die Renaturierung des Moores „Brachter Kälberteich“. Die Stadt Frankenberg finanzierte diese Maßnahme mit 20.000 Euro aus der Kompensation ihres internationalen Folklorefestivals Europeade 2019, das dadurch klimaneutral gestellt wurde. „Dieses Projekt sollte unbedingt erhalten und weiter ausgebaut werden. Der Klimabonus macht Klimaschutz für Jeden greifbar und belohnt nachhaltiges Handeln direkt vor Ort. Als Grüne setzen wir uns dafür ein, solche innovativen Konzepte zu fördern“, betonte Frömmrich. Informationen zum Projekt „Klimabonus“ und teilnehmenden Geschäften sind unter www.klimabonus.info erhältlich.





