Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg fordert Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren

Waldeck(pm). Unter dem Motto „Wirtschaft gestalten – Region stärken“ begrüßte die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V. (VdW) am 26.06.2025 rund 75 Unternehmerinnen und Unternehmer zum diesjährigen Sommerfest im festlich geschmückten Rittersaal des Hotels Schloss Waldeck. Regierungspräsident Mark Weinmeister beantwortete nach einem persönlichen Grußwort die Fragen der Mitglieder und sagte dabei unter anderem: „Auch ich würde mich freuen, wenn wir im RP nicht kontinuierlich neue Aufgaben aufgrund bürokratischer Vorgaben bekämen. Ich könnte meine Mitarbeiter dann viel zielgerichteter einsetzen.“ Carsten Rohlfs, Vorsitzender der VdW, stellte in seiner Eröffnungsrede zunächst die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und politischen Forderungen der regionalen Wirtschaft in den Mittelpunkt. Er sagte: „Unsere Unternehmen sind bereit zu investieren – was fehlt, ist die Planungssicherheit.“ Lange Genehmigungswege und wachsende Bürokratie seien dabei echte Wachstumshemmer. Ein entschlossener Abbau unnötiger Bürokratie und beschleunigte Genehmigungsverfahren seien dringend erforderlich, ohne dabei Umwelt- oder Rechtsstandards aufzugeben. Kritik äußerte der Verband auch am stetig wachsenden öffentlichen Verwaltungsapparat. „Während Unternehmen auf Effizienz und Anpassung setzen müssen, wachsen die Kosten der Verwaltung weiter – das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und belastet unsere Kommunen.“ Rohlfs schloss seine Rede mit einem versöhnlichen Appell: „Wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Dialog bleiben, gegenseitiges Verständnis fördern und partnerschaftlich zusammenarbeiten, dann können wir gemeinsam viel für unsere Region bewegen.“

Diskussion mit dem Regierungspräsidenten

Regierungspräsident Weinmeister ging in der gut 35-minütigen Austauschrunde ausführlich auf die Fragen der Unternehmer und Unternehmerinnen ein. Diese waren vor der Veranstaltung eingereicht worden und betrafen insbesondere die Bereiche Energie, Baugenehmigungen, Verwaltung, Fachkräftemangel und Anerkennung ausländischer Qualifikationen. In Zusammenhang mit den Herausforderungen im Bereich Bau betonte Weinmeister, dass die Prozesse in der Tat zu lang dauerten und verkürzt werden müssten. Als Grund nannte er unter anderem die geringe Personalverfügbarkeit in den öffentlichen Verwaltungen gerade im Baubereich, aber auch die Haltung der Gesellschaft insgesamt. „Wir könnten auch dadurch schneller werden, wenn wir alle insgesamt bereit wären, mehr Verantwortung zu übernehmen“, so der Regierungspräsident. „Aber die juristische Sicherheit durch die Bestätigung einer Behörde wird halt auch sehr hoch geschätzt.“ Er betonte, dass sich Waldeck-Frankenberg in den letzten 30 Jahren sehr gut entwickelt habe. Es sei viel in die Verkehrsinfrastruktur investiert worden, vor allem in Zusammenhang mit der B252 und auch die generelle wirtschaftliche Entwicklung könne sich sehen lassen. Zum Abschluss lud er alle ein, immer wieder Vorschläge und Ideen einzureichen und so zur weiteren Verbesserung der Situation beizutragen.

Neue Mitglieder

Nach dem gesellschaftspolitischen Teil stellten sich wie gewohnt neue Mitglieder und ihre Unternehmen vor. Mit aktuell vier neuen Mitgliedern zählt die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg mehr als 100 aktive Teilnehmer im gesamten Landkreis. Die Wirtschaftsvereinigung hat also so viele Mitglieder wie noch nie. Ihre Stimme hat damit auch bei der Politik eine große Bedeutung. Der Vorsitzende Rohlfs verabschiedete  Dr. Pielert, der als Mitglied des alten Vorstands daran beteiligt war, die Weichen für die Zukunft der VdW WA-FKB e.V. zu stellen, und überreichte ihm ein Präsent. Der Rest des Abends stand im Fokus von Austausch und Netzwerk.

Über die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e. V.
Die Vereinigung der Wirtschaft Waldeck-Frankenberg e.V., 1962 gegründet als „Arbeitskreis für Kommunalfragen der Waldeckischen Wirtschaft“, umfasst über 100 aktive Mitglieder aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und freien Berufen mit zusammen mehr als 12.500 Beschäftigten. Offen für Unternehmen im Landkreis Waldeck-Frankenberg, fördert sie Austausch, Unterstützung und gemeinsames Wachstum. Als unabhängige, überparteiliche und überkonfessionelle Vermittlerin zwischen lokaler Wirtschaft und Politik strebt die VdW nach zukunftsorientierter Standort- und Strukturpolitik. Sie engagiert sich für die Entwicklung ihrer Mitglieder, fördert strategische Partnerschaften und bietet Plattformen für den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit. https://vdw-waldeck-frankenberg.de/.