Kassel/Waldeck-Frankenberg(pm). In jeder Stadt und in fast jedem hessischen Dorf gibt es sie: Sportvereine. Doch gerade in den ländlichen Räumen stehen sie vor zahlreichen Herausforderungen. Der Landessportbund Hessen hat daher ein neues Netzwerk ins Leben gerufen, die „IG Sport im ländlichen Raum“ – kurz SportLäR. Das Projekt wird von der EU und dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) im Rahmen eines EIP-Agri-Projektes gefördert. Unterstützt werden die Projektpartner von Annelie Emminger und Gitta Schaut von der Akademie für den ländlichen Raum Hessen (ALR). Letztere ist beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) angesiedelt und setzt sich für die Entwicklung attraktiver und nachhaltiger Dörfer und Regionen ein. Sportvereine sind wahre Multitalente und bringen neben Freizeitspaß Generationen von Menschen zusammen, fördern die Gesundheit und stärken den Zusammenhalt. Sie sind – neben anderen Institutionen – Mittelpunkte des Gemeindelebens und übernehmen unverzichtbare gesellschaftliche Funktionen.
Die Challenge – Fit für die Zukunft
Die Sportvereine in den ländlichen Räumen stehen vor großen Aufgaben: Während sie die vorhandene Sportinfrastruktur – in der Regel ehrenamtlich organisiert – erhalten und verbessern, müssen sie sich an veränderte Bedürfnisse anpassen wie z. B. aktuelle Sporttrends. „Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sollen die Verantwortlichen in den Vereinen mit wichtigem Wissen und neuen Impulsen unterstützt werden – aber nicht durch Vorgaben ,von oben‘, sondern im gemeinsamen Dialog. So erhalten die Vereine passendes Rüstzeug, um sich zukunftssicher aufzustellen“, erklärt Annelie Emminger, Regionalbeauftragte der Landesregierung an der ALR.
Das Ziel ist klar
Sportvereine in ländlichen Gebieten zukunftsfähig machen und ihre Rolle als wichtige gesellschaftliche Akteure stärken, das ist das ausgesprochene Ziel. Das Projekt setzt dazu auf mehrere Strategien: Bestehende Strukturen sollen verbessert und die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und anderen regionalen Akteuren intensiviert werden. Zum Beispiel könnten Plätze, Sportanlagen oder Gemeinschaftshäuser vielfältiger genutzt werden, wodurch sich die Auslastung wie auch die Kosten auf mehr Schultern verteilen. Ein wichtiger Baustein ist der Aufbau eines Wissens- und Informationssystems, das den Austausch von Ideen und Erfahrungen erleichtern soll. Dabei werden erfolgreiche Projekte als Vorbilder dienen. Ein weiterer Fokus liegt auf der besseren Nutzung von Fördermöglichkeiten. Hier will der Landessportbund die Vereine aktiv beraten und unterstützen. Zudem sollen neue, attraktive Sportangebote entwickelt werden, die möglichst viele Menschen ansprechen und niedrigschwellige Zugänge zum Sport bieten. Dieses Projekt unterstreicht die wichtige Rolle, die Sportvereine für die Lebensqualität und den Zusammenhalt in Hessens Dörfern spielen.
Projektpartner und Teamplayer
Der Landessportbund leitet das Pilotprojekt hauptverantwortlich und hat mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg eine erste Schwerpunktregion gefunden. Dort arbeitet der Landkreis eng mit dem gleichnamigen Sportkreis zusammen. Die ALR fungiert als Brückenbauer zwischen der Welt des Sports und den Akteuren im ländlichen Raum und bringt ihr Fachwissen im Bereich der Förderung mit ein.
Eckdaten:
Förderprogramm: „Richtlinien zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und in ländlichen Gebieten sowie der Digitalisierung in der Landwirtschaft“ (Teil II Abschnitt B: Zusammenarbeit – Netzwerke und Kooperationen) Fördersumme: 2,5 Millionen Euro Laufzeit: 08/2024 – 05/2027, Hauptverantwortlich: Landessportbund Hessen e. V.
Projektwebseite: https://www.landessportbund-hessen.de/geschaeftsfelder/sportinfrastruktur/sport-im-laendlichen-raum/.
Hintergrund:
Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) werden seit 2015 innovative Vorhaben der Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft sowie des Wein- und Gartenbaus gemäß den „Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und den ländlichen Gebieten“ (RL-IZ) gefördert. Seit dem Jahr 2023 erfolgt die Förderung über den „GAP-Strategieplan 2023-2027“. Die für die Projekte gewährte Förderung erfolgt zu 80 Prozent aus EU-Geldern des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) und zu 20 Prozent aus Mitteln des Landes Hessen. Die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) und die Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit bilden hierfür die zentralen Instrumente, die gemeinsam vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, dem Regierungspräsidium Gießen, dem LLH und dem Frankfurter Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS) als Hessischer Innovationsdienstleister umgesetzt werden.

