42. Tour der Hoffnung rollt mit 1.273.000 Euro ins Ziel

Drei Tage und 250 Kilometer im Sattel für krebskranke Kinder und Jugendliche

Gießen/Oggersheim(pm). Die 42. Tour der Hoffnung 2025 hat ihr Ziel erreicht: in zweierlei Hinsicht. 150 Menschen traten drei Tage lang in die Pedale, um in ihren grünen Trikots und gelben Helmen wieder Spenden für krebskranke Kinder und Jugendliche zu sammeln. Fast 250 Kilometer legten sie seit Donnerstag zurück. Hauptziel ist das Ergebnis einer der ältesten und erfolgreichsten Wohltätigkeitsorganisationen in Deutschland nach 118 Einzelspenden in diesem Jahr: 1.273.000 Euro. Alle helfenden und organisierenden Hände machen das zu hundert Prozent ehrenamtlich. „Wir haben drei sehr emotionale Tage hinter uns – und dazu auch noch perfekt sonnige“, berichtet Schirmherrin Petra Behle. Mit Momenten, die den Radlerinnen und Radlern genauso im Gedächtnis bleiben wie den vielen Menschen, die sie bei den 22 Stopps getroffen haben: sei es auf einem Firmengelände, bei der Polonaise quer durch den Sprungbrunnen auf dem Elvis-Presley-Platz in Friedberg, im Schlosspark, einem Autohaus, vor einem Supermarkt oder vor einer Kirche. Und immer wieder winken Menschen aus Autos, beim Vorbeigehen und vor allem staunende Kinder. „Es hat bei unserer 42. Tour der Hoffnung einfach alles gepasst“, sagt Petra Behle. Die Strecke führte diesmal erst rund um das mittelhessische Gießen, am Folgetag durch Frankfurt über Eschborn, Oberursel, Bad Homburg, Friedberg und Langgöns nach Butzbach. Tag drei führte die Benefizradaktion am Samstag von Weiterstadt nach Darmstadt und weiter ins Südhessische über Bensheim, Bürstadt, Lampertheim bis ins rheinland-pfälzische Oggersheim. Das Ziel eines möglichst hohen Spendenergebnisses steht dabei über allem, um damit Institutionen mit wichtigen Bereichen Forschung, neue Behandlungskonzepte, pflegerische und psychosoziale Betreuung und klinische Versorgung aktiv unterstützen zu können. Bei der Tour der Hoffnung gilt: Die Spenden kommen zu hundert Prozent bei den Begünstigten an. Sämtliche Kosten der Tour der Hoffnung, von der Organisation bis zur Umsetzung, werden von Sponsoren getragen.

Prominente Mitradler: Der Kapitän des Fahrerfeldes Klaus-Peter Thaler (links), Schauspieler Johann von Bülow (Mitte) sowie Fußball- und Trainerlegende Felix Magath (rechts). Foto: Pierre Johne

Fast genauso wichtig ist aber auch die Begegnung: mit den Menschen, die einem auf der Route begegnen, aber eben auch untereinander. Die über Jahrzehnte zusammengewachsene Tour-Familie genießt das dreitägige Zusammensein. Der Tag kann dabei auch um 6:30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück starten und nach 80 Kilometern am Tag im Sattel und gemeinsamem Abendessen bis spät am Abend andauern. Die Gesprächsthemen gehen nie aus. Die Herausforderungen sind nicht nur sportlich mit den bis zu 30 Kilometern langen Etappen. Zwischen dem Start bei den Stadtwerken in Gießen am Donnerstagmorgen bis zum Ziel bei der Firma Roma KG in Oggersheim am Samstagnachmittag lagen immerhin 22 Stationen – immer begleitet und abgesichert von Motorradstaffeln der Polizei. Bei jedem einzelnen Stopp moderieren Eiskunstläuferin Marina Kielmann und Dieter Hämmelmann durch das Programm, die musikalische Botschafterin Jessica Kessler setzt mit der Tour-Ballade „Ein Licht am Horizont“ den Grundton, kann aber auch die Gäste zum Tanzen abheben lassen. Kita-Kinder singen, der Bräuschter Shanty-Chor grüßt zum Start am dritten Tag in Weiterstadt, in Lampertheim reißt das musikalische Duo Matthias Karb und Schepper die Radler mit einem eigens getexteten Hoffnungs-Song mit und immer sind Tour-Aktive mit zwei Sparschweinen unterwegs bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Knapp ein Dutzend Prominente nutzen ihre Bekanntheit, lassen Selfies mit sich machen und fahren mit. Erstmals dabei waren zum Beispiel Schauspieler Johann von Bülow, Radrennprofi Simon Geschke, Skispringer Stephan Leyhe, die Kanutin Nicole Reinhardt oder auch Fußballer Sebastian Rode. Die Liste der Beteiligten ist zu lang, um alle weiteren zu nennen. Spendenschecks werden übergeben und mit einer traditionellen Tour der Hoffnung-La Ola gefeiert und Erinnerungsfotos gemacht. Petra Behle übernimmt zuletzt die Dankesrede an den Gastgeber. So läuft das bei der Tour. Hauptziel ist es, neben den möglichst hohen Spenden für unmittelbare Hilfe oder die so wichtige Forschung auch noch als Vorbild zu wirken und möglichst viele Menschen, Gemeinden, Firmen und Vereine, die uns empfangen, für das Thema zu sensibilisieren und bestenfalls zu gewinnen. Petra Behle fasst ihre Eindrücke zusammen: „Es war wieder unglaublich, was auch unsere Radlerinnen und Radler selbst mitgebracht haben. Danke an alle, vor allem an unsere engagierten und treuen Sponsoren.“

„Wir, als die Verantwortlichen, sind glücklich über den reibungslosen und unfallfreien Verlauf der 42. Tour der Hoffnung“, wie es der Vorsitzende Dr. Mathias Rinn formuliert: „Die minutiöse Vorplanung ist perfekt aufgegangen. Dafür haben neben der exakten Vorbereitung auch unsere 35 Helferinnen und Helfer maßgeblich beigetragen.“ Der zweite Vorsitzende Wolfgang Rinn schaut am Tag danach schon wieder nach vorne: „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, wo es im kommenden Jahr hingeht.“ Klar ist nicht nur der Termin: Vom 6. bis 9. August 2026 wird die 43. Tour der Hoffnung wieder rollen – wie immer zum Prolog rund um Gießen. An den beiden Folgetagen führt sie dann in die Region Magdeburg, Halle und Leipzig. Wie geht es nun weiter? Das Medizinische Kuratorium entscheidet in den kommenden Wochen über gestellte Anträge, 42 an der Zahl mit einem Förderbedarf über rund vier Millionen Euro. Am 15. November werden die Zuwendungen übergeben. „Daran ist deutlich zu erkennen: Der Bedarf besteht“, sagt Schirmherrin Petra Behle. Deshalb lautet ihre wichtigste Botschaft: „Auch wenn die 42. Tour der Hoffnung nun vorbei ist, es kann weiterhin gespendet werden.“