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Naturdenkmal Seerosenteich in Ostenland

Kreis Paderborn(krpb). Die Landschaft leidet sichtlich unter der anhaltenden Trockenheit. Für das Naturdenkmal Seerosenteich in Ostenland hätte es nicht besser laufen können. Der Kreis Paderborn kann nun jenes Gehölz entfernen lassen, das aufgrund der hohen Wasserstände in den Wintermonaten stehen gelassen werden musste. Die bis zu 4 m hohen Weiden- und Faulbaumgebüsche sind auf einer Fläche von rund 3000 m² mittlerweile so üppig gewachsen, dass sie seltene Pflanzen wie Sumpfblutauge und Wollgras verdrängen. Amhibien, Libellen und Heuschrecken profitieren ebenfalls von den Rodungsarbeiten und den dadurch entstehenden Freiflächen rund um den Teich. Da die Arbeitsbedingungen jetzt optimal sind, beginnt das seitens des Kreises Paderborn beauftragte Unternehmen ab dem morgigen Freitag, 27. Juli, mit den Arbeiten auf dem kreiseigenen Grundstück. Zuvor haben sich Mitarbeiter des Paderborner Kreisumweltamtes noch mal ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Die Brutzeit ist abgeschlossen, geschützte Arten werden durch die Rodungsarbeiten weder gestört noch verdrängt.

 Mit dem Seerosenteich befindet sich in Ostenland südlich des Moorweges ein Niedermoorrest, der historisches Zeugnis über die hier ursprünglich vorhandene feuchte Niederungslandschaft mit einzelnen Niedermoorbereichen ablegt. In dem ehemaligen bäuerlichen Torfstich und den angrenzenden moorigen Bereichen haben sich Relikte der ursprünglichen Niedermoorvegetation erhalten, die zunehmend durch die sich ausbreitenden Weidengebüsche verdrängt werden. Von Fachplanern war zuvor ein mit Landesmitteln finanziertes Pflegekonzept erstellt worden, das jetzt realisiert wird: Ziel der naturschutzfachlichen Pflegemaßnahmen ist es, die Nass- und Feuchtwiesen rund um den so genannten Seerosenteich wiederherzustellen und den Lebensraum für die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu optimieren. Fragen beantwortet Dorothee Heuermann, Tel. 05251 308-6653 (Umweltamt Kreis Paderborn).

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Mehr als 5.500 Euro für regionale Umweltprojekte

Landkreis Waldeck-Frankenberg, Landkreis Schwalm-Eder, Landkreis Kassel(pm/nh). Im 10. Jubiläumsjahr der Förderinitiative „Kids for Nature“ der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) prämierte Hannelore Behle, Kreisbeigeordnete des Landkreises Waldeck-Frankenberg und Jury-Mitglied, am 15. Juni die 17 Preisträger des Wettbewerbsjahres 2018 und übergab Preisgelder von insgesamt mehr als 5.500 Euro. Für den Geldsegen sorgten auch die zahlreichen Besucher des EWF-Standes zum Hessentag. „Vor zehn Jahren wurde die Initiative gestartet, vieles ist seitdem unverändert“, reflektiert Dr. Reinhard Kubat, Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg und Schirmherr der Initiative, im Rahmen eines Interviews im Vorfeld der Preisverleihung. „Immer noch ist es das Ziel, Kinder und Jugendliche für die heimische Natur und die Umwelt im Allgemeinen zu sensibilisieren und zu ihrem Schutz zu motivieren. Das geht nur mit Hilfe engagierter Lehrkräfte und Erzieher, die wir bei der Umsetzung entsprechender Projekte sehr gern mit einem finanziellen Zuschuss unterstützen. Auch die unabhängige Jury hat sich über die Jahre bewährt.“ Einiges habe sich aber auch verändert: So sei der Umwelt- und Naturschutz in den Kitas und Schulen heute deutlich präsenter, Lehrkräfte und Erzieher bildeten sich fort, Einrichtungen hätten einen Umweltschwerpunkt. Entsprechend vielfältiger seien die Ideen und die Projekte größer.Zusätzliche Spende durch die Hessentags-Besucher

Wurde der Fördertopf lange Zeit lediglich mit den Einnahmen aus der Einspeisevergütung der Solaranlage auf dem Dach des EWF-Kundenzentrums in Bad Arolsen gefüllt, kam im Jahr 2016 ein zusätzliches Budget in Höhe von 1.500 Euro hinzu, das die Jury für besonders innovative Projekte vergeben darf. „Wir haben überlegt, womit wir den Bewerbern im Jubiläumsjahr eine besondere Freude machen können. Und so platt es sein mag, unser Antwort war: mehr Geld! Und so kam der Hessentag gerade zur rechten Zeit“, führt Stefan Schaller, Geschäftsführer der EWF, im gemeinsamen Interview aus. Einerseits sollte zusätzliches Geld generiert und andererseits ein größeres Publikum auf die EWF-Förderinitiative aufmerksam gemacht werden. Daher veranstaltete die EWF auf ihrem Hessentags-Stand ein Spiel, bei dem man sich mit Hilfe einer VR-Brille in verschiedenen 360°-Landschaftsaufnahmen umsehen und „Münzen“ sammeln konnten. Für jeden erspielten Punkt hatte die EWF eine Spende von einem Cent für „Kids for Nature“ versprochen. 2.811 Besucher haben mitgespielt, 49.467 Punkte und damit 494,67 Euro sind zusammengekommen. „Wir waren von der Resonanz auf das Spiel begeistert und möchten uns bei allen Mitspielern für ihre Unterstützung bedanken, indem wir den erspielten Betrag auf 1.484 Euro verdreifachen“, so Schaller weiter. Zusammen mit den Einnahmen aus der Solaranlage in Höhe von 2.600 Euro für 5.282 eingespeiste Kilowattstunden Strom in 2017 und dem Sonderpreisgeld von 1.500 Euro standen der Jury somit 5.584 Euro zur Verfügung.


Bewährte Projekte und neue Ideen – die Mischung macht‘s
Die Fördermittel aus der Solaranlage wurden von der Jury gestaffelt auf alle 17 Projekte verteilt, drei Bewerber freuen sich über ein Sonderpreisgeld. Über seine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit dem Wettbewerb ergänzt Dr. Reinhard Kubat, auch Aufsichtsratsvorsitzender der EWF: „Seit dem Start im Jahr 2008 haben die Beteiligten auf allen Seiten viel dazugelernt und zahlreiche Impulse für das Leben zu Hause mitgenommen. Es gibt bewährte Projekte, die Grundkenntnisse solide vermitteln und neue Ideen, die auf Umwelttrends aufsetzen. Ich denke, die Mischung macht den Wettbewerb für Teilnehmer attraktiv und für Beobachter interessant.“ Zu den Umwelttrends darf man wohl die Projekte der Gewinner des ersten und zweiten Preises zählen: Der 1. Preis mit 750 Euro geht in diesem Jahr an die Schule am Enser Tor, Korbach, die mit ihren „Pflanztürmen“ den Urban-Gardening-Trend aufgreift. Ein altes Kanalrohr aus Kunststoff wird senkrecht in einen großen Blumenkübel gesteckt, beide Behältnisse werden präpariert und ermöglichen so den raumsparenden Anbau von Erdbeeren, Kräutern oder Kresse. Über den 2. Sonderpreis und zusätzlich 500 Euro freut sich die Kellerwaldschule aus Frankenau, die sich um die Reduzierung von unnötigen Plastiktüten auf die Fahne geschrieben hat. Für ihre Familien erhalten die Schüler für den Einkauf von Obst und Gemüse Baumwollnetze. Die Menge der eingesparten Beutel wird zur besseren Veranschaulichung ausführlich dokumentiert.  Den 3. Sonderpreis mit 250 Euro erhält die Schule am Goldberg aus Allendorf (Eder) die „Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs an der Schule“ erarbeitet hat. Über alle Klassen hinweg wurden gemeinsam Handlungsempfehlung erarbeitet, die anschließend grafisch umgesetzt wurden und nun in Form von Schildern in allen Lehrräumen angebracht werden sollen. Mit dem nun verteilten Preisgeld hat die EWF seit dem Start der Initiative im Jahr 2008 insgesamt 40.000 Euro an Fördermitteln verteilt.

Alle Projekte download

 

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Bad Wildungen(nh). Der Nationalpark Kellerwald-Edersee hat auch in dieser Woche wieder tolle Veranstaltungen im Angebot: Die Natur genießen und dabei womöglich neue Freunde oder gar den Partner fürs Leben kennenlernen – die Singlewanderung am Samstag, 25. November, bietet dafür am Peterskopf die perfekte Plattform. Ab Frebershausen findet am Sonntag, 26. November, eine Exkursion über Chancen und Risiken von Wolf, Luchs und Waschbär sowie invasive Pflanzenarten statt. Zudem bietet das NationalparkZentrum Kellerwald in Vöhl-Herzhausen eine schöne Mitmachaktion für Kinder an: Erzählt wird eine Geschichte über die Wurzelkinder, die mit Musik, Tanz und Malerei verknüpft wird und zum spielerischen Lernen anregt.

Singlewanderung – Der Weg ist das Ziel

Edertal-Hemfurth. Die etwas andere Dating-Plattform: Zu einer Singlewanderung unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ lädt Nationalpark-Ranger Uwe Schäfer am Samstag, 25. November, von 13 Uhr 30 bis 17 Uhr ein. Treffpunkt ist der Nationalpark-Eingang Peterskopf in Edertal-Hemfurth. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen möchten, steigen an der Haltestelle Edertal Dornröschenhöh aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Teilnehmer denken bitte an festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und Erfrischungsgetränke. Eine Anmeldung ist bis spätestens Freitag, 24. November, 12 Uhr Uhr erforderlich: Telefonisch unter 05621-75249-0 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Teilnehmer der kostenfreien Veranstaltung wandern mit Gleichgesinnten auf Teilen des Urwaldsteigs und der Ochsenwurzelskopf-Route und entdecken gemeinsam die Schönheit der Natur. Gerade in Zeiten des zunehmenden Online-Datings bietet die Singlewanderung die Gelegenheit, nette Menschen persönlich kennenzulernen – und zwar im echten Leben, nicht in der virtuellen Welt des World Wide Web. Während der Wanderung kommen die Teilnehmer automatisch ins Gespräch, merken schnell, wer sympathisch ist und mit wem man gemeinsame Interessen teilt. Und wer weiß: Vielleicht springt ja bei dem ein oder anderen der Funke über und die Wege trennen sich nach der Wanderung nicht gleich wieder. Genügend Möglichkeiten einzukehren und lecker Essen zu gehen gibt es im Edertal. Dann bliebe noch mehr Zeit sich weiter kennenzulernen und auszutauschen – im Idealfall auch die Handynummern.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Frebershausen. Nationalparkführerin Viola Wagener bietet am Sonntag, 26. November, eine Exkursion über die Chancen und Risiken von Wolf, Luchs und Waschbär an. Im Fokus stehen darüber hinaus invasive Pflanzen wie das indonesische Springkraut. Treffpunkt zur dreistündigen Tour in den Nationalpark ist um 13 Uhr der Nationalpark-Eingang Quernstgrund in Frebershausen. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen möchten, steigen an der Haltestelle Bad Wildungen-Frebershausen, Zur Quernst aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Teilnehmer denken bitte an festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und Erfrischungsgetränke. Es ist keine Anmeldung erforderlich, sodass auch Kurzentschlossene spontan an der kostenfreien Exkursion teilnehmen können. Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Diese Frage, unter der die Exkursion veranstaltet wird, spiegelt sinnbildlich das Misstrauen vieler Menschen wider – gegenüber Arten, die für sie fremd sind und dadurch bedrohlich erscheinen. Und das obwohl beispielsweise der Wolf in der Vergangenheit zu unseren heimischen Wildtierarten zählte und nun nach einiger Zeit der Abwesenheit wieder in seinen natürlichen Lebensraum zurückgekehrt ist. Viola Wagner wird gemeinsam mit den Teilnehmern der Exkursion die Chancen und Risiken eruieren, die die Wiederansiedlung von Wolf und Luchs mit sich bringt. Aber auch einen Blick auf eingeschleppte beziehungsweise eingewanderte Arten wie den Waschbär, der 1934 gezielt am Edersee ausgesetzt wurde, oder das indonesische Springkraut werfen und aufzeigen, welche Vor- und Nachteile deren Vorkommen in unseren Gefilden mit sich bringen.

Geschichten aus dem Wald

Vöhl-Herzhausen. Eine abwechslungsreiche Mitmachaktion für Kinder mit der ganzen Familie findet am Sonntag, 26. November, von 15 Uhr bis 16 Uhr im NationalparkZentrum Kellerwald in Vöhl-Herzhausen statt. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen möchten, steigen am Bahnhof Herzhausen oder an der Haltestelle Vöhl-Herzhausen, NationalparkZentrum aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt im Zentrum (Weg zur Wildnis 1 in 34516 Vöhl-Herzhausen). Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme kostenfrei. Inmitten der Kulisse von Mutter Erde erzählt Nationalpark-Mitarbeiterin Tatiana Habich die Geschichte „Etwas von den Wurzelkindern“ von Sibylle von Olfers. Die Kinder werden gemeinsam mit ihr und FÖJler David Kalhöfer den kleinen geheimnisvollen Wurzelkindern nachspüren und die spannende Geschichte mit akustischen Instrumenten und Lauten aktiv mitgestalten. Zudem wird gemalt und getanzt und auf spielerische Art erfahren die Kleinsten allerlei Wissenswertes über die vier Jahreszeiten. Zuvor oder im Anschluss kann die multimediale Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums erkundet werden. Zum Verweilen und Betrachten laden darüber hinaus die NaturArt-Objekte von Künstler Thomas Graupner sowie die Fotografien aus der Region von Thorben Mehrhoff ein.

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Montag, 13 November 2017 15:10

Vögel füttern in Herbst und Winter

NABU Hessen gibt Tipps zur Vogelhilfe für Balkon und Garten

Wetzlar(n). Spätestens, wenn es draußen ungemütlich wird und die Nachttemperaturen in die Minusgrade absinken, beginnen viele Menschen damit, die Vögel in ihren Gärten zu füttern. Der NABU Hessen rät, den gefiederten Freunden hauptsächlich dann zusätzliche Nahrung anzubieten, wenn der Boden gefroren ist oder eine geschlossene Schneedecke liegt. Bei Frost und Schnee sei es für Vögel schwierig, ausreichend Nahrung zu finden. „Für die Fütterung ist ein so genanntes Futtersilo am sinnvollsten, weil darin das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Das Futtersilo sei besser geeignet als offene Futterhäuser, da es neben dem Schutz der Sämereien vor Nässe auch die Verunreinigung durch Vogelkot verhindere. Durch den Kot könnten leicht Vogelkrankheiten von einem zum anderen Tier übertragen werden. Mit Körnerfutter lassen sich gezielt Buchfink, Dompfaff und Spatz an das Futtersilo anlocken. Weichfutterfressern wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man mit Haferflocken, Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harte Zeit erleichtern. In kleinen Holzgestellen lassen sich zum Beispiel Äpfel feststecken. Für Allesfresser wie Meisen sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit Erdnüssen das richtige Angebot. „Besonderes Augenmerk sollte auf die Herkunft der Sämereien gelegt werden“, betont Eppler. „Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der Allergie auslösenden Ambrosie oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt.“ Der NABU appelliert an Vogelfreunde, keine Speisereste zu verfüttern, da sie für Vögel in der Regel nicht bekömmlich sind. Besonders problematisch seien gesalzene Speisen. Der NABU empfiehlt, das Füttern von Vögeln als Naturerlebnis zu genießen: „Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich die verschiedensten Vogelarten an der Futterstelle einfinden“, so Eppler. Bei der bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 5.-7. Januar 2018 können alle Vogelbeobachtungen an den NABU gemeldet werden. Mit der bürgerwissenschaftlichen Aktion will der NABU herausfinden, welche Vogelarten des Siedlungsbereichs häufiger oder seltener werden. Das Winterfüttern der Vögel biete, so Eppler, einen guten Einstieg in ein weitergehendes Engagement für den Naturschutz. Die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt einer artenreichen Vogelwelt seien vor allem vielfältige, naturnahe Lebensräume. „Oftmals mangelt es unseren gefiederten Freunden in Gärten an Brutmöglichkeiten, natürlichen Nahrungsquellen und Verstecken“, erläutert der NABU-Biologe. „Nistkästen bieten beispielsweise Blau- und Kohlmeise, Hausrotschwanz und anderen Vögeln ganz schnell eine zusätzliche Brutmöglichkeit.“ Im Garten lassen sich darüber hinaus Hecken und Gebüsche aus heimischen Sträuchern wie Weißdorn, Roter Hartriegel und andere anpflanzen. Darin finden Singvögel Unterschlupf und Schutz vor Räubern sowie ein reichhaltiges Beerenangebot im kommenden Herbst.

Hintergrund

Vom 5. bis 7. Januar 2018 findet zum achten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der NABU ruft Naturfreunde dazu auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Die Langzeitstudie liefert Naturschützern eine Fülle wertvoller Informationen zum Schutz der Artenvielfalt. 2017 beteiligten sich an der Aktion mehr als 93.000 Vogelfreunde. Mehr Informationen gibt es unter www.stundederwintervoegel.de 

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Hofgeismar/Kassel(nh). Unter dem Jahresthema von HessenForst „Wasser-Wunder-Wald“ fand am 7. November 2017 die diesjährige Umweltkonsultation in der Evangelischen Akademie Hofgeismar statt. Rund 90 Jugendliche und junge Erwachsene, die als FÖJler oder im Bundes Freiwilligen Dienst aktiv sind, nahmen an der Veranstaltung teil. Der Wald ist ein komplexes, faszinierendes Ökosystem – doch ohne Wasser funktioniert hier nichts. Dieser essentiellen Beziehung tragen das Jahresthema von HessenForst „Wasser-Wunder-Wald“ und die Umweltkonsultation 2017 Rechnung. Referenten und Teilnehmer der Umweltkonsultation beleuchteten den Wald aus forstwirtschaftlicher, erlebnispädagogischer, spiritueller und ökologischer Sicht. Jugendliche sind aktiv für den hessischen Wald Die Umweltkonsultation wurde organisiert von der Ev. Akademie Hofgeismar, dem Zentrum für Freiwilligendienst in Kassel, dem Umweltbeauftragte der Ev. Kirche Kurhessen-Waldeck und dem Landesbetrieb HessenForst. Die Veranstaltung hatte das Ziel, junge Menschen zum Thema „Wald & Wasser“ vertieft zu informieren sowie verschiedene Perspektiven auf diesen komplexen Bereich zu eröffnen. „Viele der teilnehmenden Jugendlichen engagieren sich intensiv für Wald und Umwelt,“ erläuterte Petra Westphal, Pressesprecherin von HessenForst, „das motiviert uns Forstleute, diese interessierte Jugend aktiv zu begleiten“. Die Umweltkonsultation bietet einen guten Rahmen, um von Spezialisten zu lernen und mit anderen engagierten Jugendlichen zu diskutieren. Erst Theorie, dann Praxis Vormittags informierten verschiedene Referenten zu Themen rund um den Wald. Im anschließenden Worldcafé und bei der Podiumsdiskussion hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch mit den Fachleuten. Nachmittags wurde es dann praktisch: Die Workshops im Wald reichten von einer Schreibwerkstatt über meditative Naturerfahrungen bis zum praktischen Arbeitseinsatz im Feuchtbiotop. „Es ist jedes Mal eine Freude zu sehen, wie begeistert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich für den Wald einsetzen. Das motiviert uns, die Plattform auch künftig anzubieten,“ betonte Uwe Jakubczyk, Studienleiter der Ev. Akademie Hofgeismar.

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Freiwillige gestalten aktiv den Wald – Pflanzaktion im Naturschutzgebiet Holzapetal, Forstamt Reinhardshagen Foto: Alice Rosenthal/nh

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Bad Wildungen(nh). Ob wandern in den „besten“ Jahren oder gemeinsam nach tollen Naturmotiven zum Fotografieren suchen: Die Bandbreite an Veranstaltungen im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist groß. In der kommenden Woche findet am Samstag, 11. November, ab 13:30 Uhr eine „50 Plus“-Wanderung mit Ranger Uwe Schäfer von Gellershausen ausgehend statt und bereits um 13 Uhr beginnt in Mehlen der Fotokurs „BeLichtungen im Wald“ mit Ranger Erhard Bemmann und Kursleiterin Iris Schulz.

50 Plus – Exkursion für Wanderer in den „besten“ Jahren

Edertal-Gellershausen. Über Stock und Stein sowie verwunschene Pfade: Zu einer abwechslungsreichen Wanderung für Teilnehmer in den „besten“ Jahren lädt Nationalpark-Ranger Uwe Schäfer am Samstag, 11. November, von 13:30 bis 17:00 Uhr ein. Treffpunkt zur dreieinhalbstündigen Tour ist der Nationalpark-Eingang Heinrichshütte in Gellershausen. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen möchten, steigen an der Haltestelle Edertal-Gellershausen, Försterei aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Eine Anmeldung zur Wanderung „50 Plus“ ist bis Donnerstag, 9. November, telefonisch unter 05621-75349-0 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erforderlich. Teilnehmer denken bitte an wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk sowie Erfrischungsgetränke. Zusammen mit Uwe Schäfer erkunden die Teilnehmer die Berge und Täler, tauchen ein in das Reich der urigen Buchen und lassen sich von der Natur bereichern.

BeLichtungen im Wald – Fotokurs

Edertal-Mehlen. Mit der Kamera in den Nationalpark: Eine dreistündige Fotoexkursion in das Reich der urigen Buchen bieten am Samstag, 11. November, Iris Schulz und Ranger Erhard Bemmann an. Treffpunkt zur Suche nach schönen Motiven und tollen Perspektiven ist um 13:00 Uhr der Nationalpark-Eingang Dinkelsburg in Mehlen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, nur noch wenige Plätze sind frei. Um Anmeldung wird bis Donnerstag, 9. November, telefonisch unter 05621-75249-0 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten. Die Kosten für Erwachsene betragen 10 Euro, bis 17 Jahre ist der Fotokurs kostenfrei. Mitzubringen sind wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Erfrischungsgetränke sowie eine Kamera und – soweit vorhanden – ein Stativ. Der Fotokurs richtet sich an all jene, die mehr aus ihren Naturfotos machen und den „Automatikmodus“ verlassen möchten. Nach einer kleinen Einführung in fotografisches Grundwissen hat die Gruppe beim Wandern durch Wald und Flur reichlich Gelegenheit, Motive aufzuspüren und festzuhalten. Auf dem Goldgräberpfad können die Teilnehmer ihre kreativen Möglichkeiten entdecken und mit der Kamera faszinierende Nahaufnahmen einfangen. Dabei steht ihnen die Kursleiterin Iris Schulz mit Rat und Tat zur Seite. Ranger Erhard Bemmann informiert während der Exkursion über Flora und Fauna des Nationalparks Kellerwald-Edersee und die Naturobjekte, die die fotografierenden Wanderer als Motive auserkoren haben.

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Donnerstag, 02 November 2017 08:47

Wissenswertes über die werdende Wildnis

Im Austausch mit Nationalparkleiter Manfred Bauer – SchauSchlau und Rangerwanderung ab Herzhausen

Bad Wildungen(nh). Über die werdende Wildnis gibt es viel Wissenswertes zu erfahren und im Nationalpark zu entdecken. Am kommenden Samstag, 4. November, hat der Nationalpark Kellerwald-Edersee gleich drei Veranstaltungen im Angebot: Zum einen besteht die Chance, während einer Wanderung ab Bringhausen mit Nationalparkleiter Manfred Bauer ins Gespräch zu kommen, zum anderen gibt es unter dem Motto „SchauSchlau“ eine Führung durch die multimediale Ausstellung im NationalparkZentrum, die sich super mit einer anschließenden Rangerwanderung auf dem Urwaldsteig ab Herzhausen verbinden lässt.

Exkursion mit der Nationalparkleitung

Edertal-Bringhausen. Wanderung und Gespräch mit dem Nationalparkleiter: Dazu lädt Manfred Bauer am Samstag, 4. November, von 10 Uhr bis 13 Uhr ein. Die Teilnehmer können all das fragen, was sie schon immer über den Nationalpark und seine Aufgaben wissen wollten. Transparent und offen beantwortet Manfred Bauer gerne alle Fragen und gibt damit Interessierten die Möglichkeit zum direkten Austausch – gepaart mit einer schönen Herbstwanderung durch den Nationalpark. Treffpunkt zur dreistündigen Tour ist der Nationalpark-Eingang Kirchweg in Edertal-Bringhausen. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen, steigen an der Haltestelle Bringhausen, Mitte aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Teilnehmer denken bitte an wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk und Erfrischungsgetränke. Es ist keine Anmeldung erforderlich, sodass auch Kurzentschlossene herzlich willkommen sind.

SchauSchlau

Vöhl-Herzhausen. Mit SchauSchlau findet am Samstag, 4. November, um 10 Uhr 30 im NationalparkZentrum Kellerwald (Weg zur Wildnis 1, 34516 Vöhl-Herzhausen) eine Führung durch die multimediale Erlebnisausstellung statt. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen, steigen am Bahnhof Herzhausen oder an der Haltestelle Vöhl-Herzhausen Nationalpark-Zentrum aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Der Besuch des 4D-SinneKinos ist einer der Höhepunkte der einstündigen Entdeckungsreise. Darüber hinaus gibt es derzeit zwei Sonderausstellungen im NationalparkZentrum zu bestaunen. Zum einen präsentiert Künstler Thomas Graupner unter dem Titel „NaturErbe – geschützt, betreut und bewahrt“ seine NaturArt-Objekte. Der Wert von Schutzgebieten, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und dessen Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe sowie deren Auswirkungen und Chancen für die Umwelt bilden den Mittelpunkt der Ausstellung. Zum anderen möchte Thorben Mehrhoff unter dem Titel „Fotografie für die Sinne“ mit seinen tollen Motiven und spannenden Perspektiven die Betrachter seiner Bilder verzaubern. Er lädt dazu ein, die Landschaft aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken und dann darin zu versinken. Im Anschluss können sich die Besucher im hauseigenen Restaurant von dem zertifizierten Nationalpark-Partner GastRaum verwöhnen lassen, im hochwertigen NationalparkShop stöbern und Kinder sich auf dem angrenzenden WildnisErlebnisgelände austoben. Es ist keine Anmeldungen erforderlich. Für die Führung ist lediglich der Ausstellungseintritt zu entrichten. Die Erlebnisausstellung der Nationalparkeinrichtung ist für Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern frei zugänglich.

Rangerwanderung in den Nationalpark

Vöhl-Herzhausen. Unterwegs auf dem Urwaldsteig: Nationalpark-Ranger Markus Daume entführt alle Interessierten am Samstag, 4. November, von 13 Uhr bis 16 Uhr30 in das Reich der urigen Buchen. Zu bieten hat er neben tollen Naturerfahrungen und schönen Eindrücken von der werdenden Wildnis, allerhand spannende Informationen zum Nationalpark und seinen Teilgebieten, die im Jahr 2011 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Treffpunkt zur kostenfreien Wanderung ist das NationalparkZentrum Kellerwald (Weg zur Wildnis 1, 34516 Vöhl-Herzhausen). Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen, steigen am Bahnhof Herzhausen oder an der Haltestelle Vöhl-Herzhausen Nationalpark-Zentrum aus und folgen der Beschilderung zum Treffpunkt. Eine Anmeldung zu der Rangerwanderung ist nicht erforderlich. Teilnehmer denken bitte an festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung, genügend Erfrischungsgetränke und gegebenenfalls Rucksackverpflegung für kleine Pausen zwischendurch.

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Mittwoch, 01 November 2017 11:48

Der Gemeinwohl-Ökonomie auf der Spur

Studienreise in die ersten zertifizierten Gemeinwohlgemeinden in Österreich

Marburg-Biedenkopf/Waldeck-Frankenberg(nh). 24 Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft und Verwaltung sowie Bürgermeister aus den  Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg reisten in den Voralberg nach Mäder (Österreich), um sich dort über die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) zu informieren. Bei der Gemeinwohl-Ökonomie steht nicht die Vermehrung von Kapital im Vordergrund wirtschaftlichen Handelns sondern primär Werte wie Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit oder ökologische Nachhaltigkeit. Kernelement der GWÖ ist die Gemeinwohl-Bilanz, mit der sowohl Gemeinden als auch Unternehmen ihre Leistungen für das Gemeinwohl nachweisen können. Mäder und Nenzing aus dem Vorarlberg sind weltweit die ersten Kommunen, die in einem moderierten Prozess mit der eigenen Verwaltung eine solche Bilanz erstellt haben. Von der Größe her sind die beiden Kommunen mit Amöneburg, Cölbe oder Rauschenberg vergleichbar. Vertreter aus Mäder und Nenzing haben von ihren Erfahrungen bei diesem Prozess berichtet und dargestellt, welche Fragen sie sich gestellt haben. Anschließend gab es die Möglichkeit in Kleingruppen konkret nachzufragen, wie zum Beispiel die Mitentscheidungsmöglichkeiten für Bedienstete sind, wie gerecht die Einkommensverteilung ist oder wie die Gemeinde dazu beitragen kann, bürgerfinanzierte Projekte zu unterstützen. Aber nicht nur Gemeinden, auch zahlreiche Unternehmen im Vorarlberg haben sich ebenso auf den Weg gemacht und eine GWÖ-Bilanz erstellt. Welche Schwierigkeiten, aber auch welche Chancen sich für das eigene Unternehmen aufgetan haben, berichteten vier Geschäftsführer aus der Landwirtschaft, Banken- und Baubranche. Ein Besuch bei der Firma VAUDE rundete die Fahrt ab. Der Outdoor-Ausstatter aus Süddeutschland wurde vielfach für sein soziales Engagement und seine ökologischen Innovationen ausgezeichnet und ist ein Gemeinwohlunternehmen. Eindrucksvoll hat die Geschäftsführerin Dr. Antje von Dewitz von den flachen Hierarchien in ihrem Unternehmen erzählt und wie sie die Produktionsbedingungen ständig verbessern, um umweltgerecht zu produzieren. Organisiert wurde die Reise von der LEADER-Region Burgwald-Ederbergland in Kooperation mit der Stadt Frankenberg, der GWÖ-Regionalgruppe Lahn-Eder und der GEFAK. Am Freitag, 03. November kommt der Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie, Christian Felber, nach Marburg und stellt sein Idee um 20.00 Uhr im Cineplex vor. Der Eintritt ist frei. Vom 04. bis 05. November findet die Regionalkonferenz NACHHALTIG HANDELN – Wirtschaften fürs Gemeinwohl auf Hofgut Fleckenbühl in Cölbe statt. Anmeldungen sind auch vor Ort noch möglich. Das Programm und weitere Informationen u.a. zur kostenlosen Busanreise können unter www.nachhaltigkeitsregionmarburg-biedenkopf.debiedenkopf.de  abgerufen werden.

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27 Neufunde: „Dorniger Stachelbart“ als dritte Stachelbart-Art nachgewiesen 

Bad Wildungen(nh). Pilzfunde im Nationalpark Kellerwald-Edersee weisen nach: Bereits seit Jahrhunderten gibt es an seinem Standort Wald. Einer der diesjährigen 27 Neufunde ist dabei von besonderer Bedeutung – der Dornige Stachelbart. In vielen Teilen Deutschlands gilt er als gefährdet und kommt nur in Gebieten mit einem hohen Totholzanteil von Laubbäumen vor. Im Reich der urigen Buchen, wo „Natur Natur sein lassen“ gilt, fühlt er sich wohl. In einer Fortbildung mit den Pilzexperten Professor Ewald Langer und Dr. Gitta Langer lernten interessierte Nationalpark-Ranger viel Neues über die Pilze im Nationalpark, in dem bislang insgesamt rund 1.200 Arten bekannt sind. Seit Jahrhunderten gibt es am Standort des Nationalparks Kellerwald-Edersee Wald. Das bestätigen Pilzfunde wie der Buchen- und Igelstachelbart sowie der Mosaikschichtpilz – drei von insgesamt 1.200 bekannten Arten im Gebiet. Sie gelten als Naturnähe-Zeiger, kommen somit nur an naturnahen Standorten mit einer langen Waldkontinuität vor. Allesamt haben sich im Reich der urigen Buchen, wo „Natur Natur sein lassen“ gilt, angesiedelt. So auch der Dornige Stachelbart: Er ist einer der diesjährigen 27 Neufunde im Nationalpark. Studierende der Universität Kassel haben unter Leitung von Professor Ewald Langer und Doktorand Manuel Striegel Pilzuntersuchungen durchgeführt, 200 Pilzarten unter dem Mikroskop betrachtet und die neuen Arten ausfindig gemacht. Als in Deutschland vielerorts gefährdete Art ist der Dornige Stachelbart selten geworden und nur noch in Wäldern mit einem hohen Totholzanteil von Laubbäumen zu finden. Für solche Pilze bietet der Nationalpark einen attraktiven Lebensraum. Dass der Dornige Stachelbart, Buchen- und Igelstachelbart sowie der Mosaikschichtpilz etwas über die Beschaffenheit des Waldes aussagen, lernten interessierte Nationalpark-Ranger während einer Fortbildung mit den beiden Pilzexperten Professor Ewald Langer von der Universität Kassel und Dr. Gitta Langer von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Vormittags vermittelte das Experten-Duo die Theorie über die Grundlagen der Ökologie und die Systematik der Pilze. Nachmittags ging es zur Suche und Bestimmung von Pilzen in den Nationalpark. Pilze spielen im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle bei der Laub- und Holzzersetzung. Mykorrhiza-Pilze gehen dabei eine feste Symbiose mit Pflanzen ein. So kommt zum Beispiel der Goldröhrling immer im Verbund mit der Lärche vor. Dementsprechend gibt es auch eine Symbiose von Insekten und Pilzen. Der Kerbhalsige Schwarzkäfer lebt beispielsweise im Zunderschwamm. Er gilt als Urwaldreliktart. Aufgrund seiner winzigen Größe und entsprechend geringen Reichweite in der Fortbewegung braucht er zum Überleben Totholz in seiner Nähe. Daraus lässt sich schließen: Wo er im Wald zu finden ist, herrscht eine gewisse Naturnähe und lange Waldkontinuität – hier besteht der natürliche Kreislauf vom Werden und Vergehen, ohne dass der Mensch stark eingreift. Nach der Theorie haben die Ranger den Kerbhalsigen Schwarzkäfer auf ihrer Exkursion im Nationalpark nahe Bringhausen am Nachmittag dann auch noch in der Praxis an einem Zunderschwamm im Totholz entdecken und näher betrachten können. Darüber hinaus haben sie etliche Pilze gefunden und bestimmt – teilweise mit sehr skurrilen Namen: Wolfsfürzchen, Strubbelkopfröhrling oder Kirschroter Spei-Täubling. Das Wolfsfürzchen sprüht eine sichtbare Rauchfahne aus, wenn man es zusammendrückt. Der dunkle Strubbelkopfröhrling erinnert mit seiner Oberfläche tatsächlich an einen strubbeligen, brünetten Haarschopf. Und von dem schwach giftigen Kirschroten Spei-Täubling bekommt man eine taube Zunge, wenn man nur ein kleines Stück von ihm probiert. Ein guter Tipp für alle Pilzsammler außerhalb des Nationalparks ist deshalb: Finger weg von weißen Pilzen mit Lamellen. Denn viele von ihnen gehören – wie auch der Kirschrote Spei-Täubling – zur Gattung der Blätterpilze, die teils hochgiftig sind. Der bekannteste Vertreter ist der Grüne Knollenblätterpilz, von dem schon ein kleines Stück zum Tod führen kann. Es gibt zwar auch weiße Pilze mit Lamellen, die essbar sind, aber bei Verwechslung besteht die akute Gefahr, sich zu vergiften. Von allen Pilzen, die dagegen keine Lamellen, sondern eine Struktur wie ein Schwamm an der Unterseite ihres Schirms haben, geht keine Gefahr aus. Bei solchen kann es passieren, dass man bei Verwechslung auch einmal einen ungenießbaren Pilz erwischt, aber es besteht kein Grund zur Sorge, daran zu sterben.

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Wetzlar(nh). Der NABU Hessen fordert vom Land Hessen und von den Kommunen, entschieden gegen den illegalen Umbruch von Feldwegen und Wegrändern vorzugehen. In Hessen sei immer öfter zu beobachten, das diese wichtigen Lebensräume für gefährdete Tier und Pflanzenarten umgepflügt oder mit Pestiziden gespritzt und gedüngt werden. „Für den Schutz der Artenvielfalt sind Feldwege und Wegränder von großer Bedeutung. Mit ihnen gehen wichtige Strukturen in der häufig ausgeräumten, intensiv genutzten Agrarlandschaft verloren, die Rückzugsraum oder Nahrungsangebot sind. Dies gilt besonders für Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer“, erklärte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. In einer einstimmig beschlossenen Resolution riefen die über hundert Delegierten der NABU-Landesvertreterversammlung Umweltministerin Hinz am Wochenende dazu auf, gegen diese illegale Landnahme durch Landwirte vorzugehen. Konkret fordert der NABU Hessen, das Problembewusstsein für den Artenschwund durch Wegeumbruch zu schärfen. „In jedem Landkreis muss der Verlust von Wegen und Wegerändern exemplarisch in einer Kommune durch den Vergleich von Luftbild und Liegenschaftskarte analysiert und öffentlich gemacht werden“, so Eppler. Die öffentliche Förderung für illegal genutzte Flächen müsse dringend unterbunden werden. „Subventionsbetrug darf nicht geduldet werden und muss Rückzahlungsforderungen nach sich ziehen“, bilanzierte Eppler. Feldwege befinden sich in der Regel im Eigentum der Gemeinden. Ohne Genehmigung des Eigentümers und der Unteren Naturschutzbehörde ist das Umpflügen von Feldwegen nicht zulässig. Wege und Wegeränder haben eine wichtige Funktion für den lokalen Biotopverbund. Sie sind wertvoller Lebensraum für mehrere hundert Pflanzenarten und über tausend Tierarten. Zur Umsetzung der Hessischen Biodiversitätsstrategie sind sie deshalb unverzichtbar. Die Entwicklung der im Offenland lebenden Tier- und Pflanzenarten ist seit mehreren Jahren dramatisch rückläufig. Immer mehr Wildblumen, Schmetterlinge, Wildbienen oder Feldvögel finden sich auf der Roten Liste. Aktuelle Studien belegen dass die Biomasse der Fluginsekten seit den 1990er Jahren selbst in Schutzgebieten um 75 Prozent abgenommen hat. „Deutschland hat in nur zwölf Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren, was 15 Prozent des Bestandes entspricht“, so Eppler. Bisher zeige der Hessische Bauernverband, so der NABU, wenig Problembewusstsein: Statt dem illegalen Treiben ein Ende zu setzen, rechtfertige er den Umbruch als „Rationalisierung“ und „Kosteneinsparungspotential“ mit positiven Umwelt- und Klimaeffekten, weil Treibstoff und damit Emissionen eingespart würden. „Der Bauernverband muss seiner gesellschaftlichen Verantwortung stärker gerecht werden und den Schutz der biologischen Vielfalt ernst nehmen“, so Eppler. An die Kommunen appelliert der NABU, sich umfassend über die Bedeutung der Feldwege- und Saumstrukturen und die Chancen eines lokalen Biotopverbundsystems zu informieren. „Unsere über 300 hessischen NABU-Gruppen sind gerne bereit, die Gemeinden dabei zu unterstützen“, erklärte Eppler. Bürgermeister müssten sich klar darüber sein, dass Feldraine und Feldwege als Vermögensgegenstände der Gemeinde ebenso pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten seien wie alle anderen auch. Landwirte müssten über Bußgelder zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie gegen Eigentumsrecht oder Naturschutzrecht verstoßen haben.

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