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Freitag, 22 September 2017 09:36

Sozialer Wohnungsbau im Wald: Mini-Eule profitiert vom Habitatbaum-Konzept von HessenForst

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Fühlt sich im hessischen Wald pudelwohl: der Sperlingskauz Fühlt sich im hessischen Wald pudelwohl: der Sperlingskauz on Frank Vassen from Brussels, Belgium - Eurasian Pygmy Owl (Glaucidium passerinum) in the drizzle, 21.06.2015, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43769414

Kassel(nh). Was haben der Frankfurter Wohnungsmarkt und der Wald gemeinsam? Wenn ein Platz frei wird, stehen die nächsten Bewohner schon Schlange. Um den Bau neuer Wohnungen im Wald kümmern sich die Spechte: sie zimmern jedes Jahr eine neue Baumhöhle. Die verlassenen Höhlen dienen einer Vielzahl von Arten als Schlaf- und Brutplatz. Eine davon ist der Sperlingskauz – Hessens kleinste Eule. Aufmerksame Waldbesucher können den kleinen Raubvogel im Herbst rufen hören.Um Baumhöhlen als Lebensraum für im Wald lebende Tierarten zu erhalten, bedarf es eines aufmerksamen Auges und eines durchdachten Konzeptes: Bei der Waldpflege nehmen die hessischen Försterinnen und Förster besonders Rücksicht auf die Schonung der Höhlenbäume. So finden auch seltene Arten wie der Sperlingskauz ein Zuhause im hessischen Wald.

Klein aber oho

Die winzige Eule ist etwa so groß wie ein Geodreieck und wiegt kaum mehr als ein Schokoladenriegel. Mit ihrem plüschigen braunen Gefieder sehen die tagaktiven Vögel possierlich aus, Kuscheltiere sind sie jedoch nicht: Der Sperlingskauz ist ein ausgezeichneter Jäger und ernährt sich von Kleinvögeln und Säugetieren. Wer aufmerksam durch den Wald geht, kann den markanten Balzruf hören (http://www.deutsche-vogelstimmen.de/sperlingskauz/). Im Herbst dient dieser zur Verteidigung des Revieres, erst im Frühjahr ertönt er zur eigentlichen Paarung. Dabei ist das Männchen nicht zimperlich und verbeißt sich schon mal im Gefieder der Herzensdame.

Ein Konzept für Wohnraum im Wald

In Hessen darf man sich über einen stabilen Bestand der Mini-Eulen freuen. „Sperlingskäuze profitieren besonders von Streuobstwiesen, dieses Landschaftsbild ist heute jedoch selten. Genau für solche Arten ist unser Habitatbaum-Konzept überlebenswichtig,“ erklärt Dr. Jürgen Willig, zuständig für den Naturschutz bei HessenForst. „Wir erhalten Horst- und Höhlenbäume bewusst als Lebensraum für Höhlenbrüter. Mit einer Markierung stellen unsere Försterinnen und Förster sicher, dass der Baum bei der nächsten Pflegemaßnahme gleich wieder erkannt wird,“ so Willig. Der Sperlingskauz ist nicht der einzige Untermieter der Spechte: Auch Hohltauben, Raufußkäuze, Haselmäuse, Siebenschläfer und allerlei Singvogelarten beziehen in der Baumhöhlen gerne Quartier.

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