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Montag, 15 Januar 2018 17:38

Übergewichtige Kinder in Hessen: Präventions- und Interventionsformen gefordert

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Symbolbild: pixabay.com Symbolbild: pixabay.com

Wiesbaden/Frankenberg(pm/nh). Die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer hat in einer Initiative das Thema Adipositas aufgegriffen. Die Landesregierung berichtet, die Zahlen übergewichtiger Kinder sind in den letzten Jahren konstant geblieben. Die Frankfurter Rundschau aber informierte kürzlich darüber, dass die Schuleingangsuntersuchung gezeigt hat, dass jeder sechste Erstklässler übergewichtig ist. „Da bereits im Kindesalter die Disposition für die weitere Gesundheit und die Erkrankung an z.B. Diabetes und Folgeerkrankungen im Alter gelegt werden, bedeutet dies, dass Übergewicht in der Kindheit oft auch im Erwachsenenalter erhalten bleibt und mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist“, erläutert die gesundheitspolitische Sprecherin Daniela Sommer.  Studien in England und in den USA haben herausgefunden, dass übergewichtige Kinder ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko als ihre schlanken Altersgenossen haben und unter drei oder mehr medizinischen, seelischen oder Entwicklungsproblemen leiden. Zudem zeigt der Kinder- und Jugendsurvey auf, dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sowie aus Familien mit Migrationshintergrund - analog zu den Befunden der Kindervorsorge und Schuleingangsuntersuchungen in Hessen - ein erhöhtes Risiko tragen, bezüglich Erkrankungen, Übergewicht und Adipositas eher gefährdet sind. Für die genannten Bereiche gibt es Maßnahmen der Prävention und Intervention, die zum Teil im Sport, in Kindertagesstätten und Schulen umgesetzt werden. Sommer begrüßt die Vielzahl an engagierten Sportvereinen, KiTas und Schulen, die solche Projekte umsetzen, kritisiert allerdings, dass Präventionsmaßnahmen häufig einen projektförmigen und daher zeitlich sowie finanziell begrenzten Charakter haben. Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf das Präventionsgesetz und dass darüber Präventionsketten ermöglicht werden sollen. Dies hält Sommer für unerlässlich: „Bisher waren Aktivitäten und Angebote oftmals unzureichend aufeinander abgestimmt. Dies zu verändern und sie zu verknüpfen und zu verstetigen, wäre ein Meilenstein für eine kontinuierliche Prävention.“ Sie fordert die Entwicklung eines umfassenden Konzeptes, welches eine detaillierte Kenntnis über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen der gesundheitlichen Benachteiligung von betroffenen Kinder und Jugendlichen zeigt: „Denn nur so können Maßnahmen und Hilfen bedarfs- und zielgerecht entwickelt und umgesetzt werden.“ Sommer berichtet von dem Bewegungs-Check des Familienstadtprojektes in Frankenberger Kindertagesstätten: „Der Bewegungs-Check zeigte beim Eingang in den Kindergarten, in welchen Bereichen Kinder Stärken und Schwächen haben, eine darauf bezogene Förderung konnte so Defizite verringern und Talente fördern - das half den Kindern nicht nur im Kindergarten, sondern auch zum Übergang in die Schule. Eine solche Förderung von Anfang an kann Kindern bestmöglichste Entwicklungschancen gewähren.“ Auch wenn die Landesregierung stets darauf verweist, dass Bürgerinnen und Bürger Eigenverantwortung für ihre Gesundheit tragen, kann sie sich nicht aus ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung stehlen, die Rahmenbedingungen für eine gute Gesundheit von allen Kindern und Jugendlichen bestmöglich zu gestalten und vorhandene Strukturen zu optimieren. Entsprechende Konzepte für eine ausreichende präventive Versorgung der jungen Bevölkerungsgruppe bleiben abzuwarten, resümiert Sommer.

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