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Freitag, 12 Januar 2018 11:37

Genitalverstümmelung: Landesregierung ist in der Pflicht

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Kampagne gegen Genitalverstümmelung in Uganda Kampagne gegen Genitalverstümmelung in Uganda Von Amnon s (Amnon Shavit). - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36598467

Dr. Daniela Sommer(SPD): Das Thema verdient mehr Aufmerksamkeit

Wiesbaden(pm/nh). Die stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, hat die Hessische Landesregierung aufgefordert, das Thema Genitalverstümmelung in die Ausbildungen der mit dem Problematik konfrontierten Berufsgruppen zu integrieren. Die Beantwortung einer Kleinen Anfrage durch die Landesregierung zeigt, dass dem Bereich bisher nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Sommer sagte am Donnerstag: „Es ist aus unserer Sicht nicht ausreichend, die Problematik der Genitalverstümmelung in Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu integrieren. Wir wollen, dass die Genitalverstümmelung von Frauen auch in den jeweiligen Ausbildungen von Jugendamtsmitarbeitern, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen, Lehrern und Ärzten eine Rolle spielt. Nur so kann gewährleistet werden, dass man sich mit dem Thema ausreichend befasst.“ Als „unzureichend“ bezeichnete Sommer zudem die Vorgabe, dass medizinische Maßnahmen zur Rekonstruktion nur bei Vorlage einer Asylberechtigung von den Krankenkassen übernommen werden. Die Frage stelle sich nun, was mit den anderen Frauen ohne Asylberechtigung ist und welchen Beitrag die schwarz-grüne Landesregierung an dieser Stelle überhaupt leistet. Überrascht zeigte sich Sommer darüber, dass die Landesregierung offensichtlich keinen weiteren Handlungsbedarf sieht, da sie bei der Frage, welche sonstigen Angebote sie in diesem Zusammenhang für sinnvoll hält, nur auf bisherige Angebote verweist. „Für die SPD ist von Bedeutung, dass die Landesregierung ihre Verantwortung wahrnimmt und sich für Verbesserungen der in Hessen lebenden betroffenen Frauen einsetzt. Es reicht nicht aus, dass sich Schwarz-Grün mit dem Status quo zufrieden gibt und höchstens an jährlichen Aktionstagen die Stimme erhebt. Dafür ist das Thema zu wichtig“, sagte die Gesundheitsexpertin abschließend.

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