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Dienstag, 10 Juli 2018 14:36

NVV will mit Unterstützung des Landes über 100 Mio. Euro in den nordhessischen Eisenbahnverkehr investieren

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Verkehrsminister Tarek al-Wazis (Grüne) links und NVV - Geschäftsführer Wolfgang Rausch mit der unterzeichneten Absichtserklärung Verkehrsminister Tarek al-Wazis (Grüne) links und NVV - Geschäftsführer Wolfgang Rausch mit der unterzeichneten Absichtserklärung Foto:Fischer / NVV

RegioTram-System für die Zukunft sichern • Strecke Kassel – Wolfhagen elektrifizieren

Kassel(pm/nh).Der Nordhessische Verkehrsverbund will durch grundlegende Modernisierung der RegioTram-Fahrzeuge das System für die nächsten 20 Jahre sichern und die Strecke nach Wolfhagen elektrifizieren. Unterstützung erhält er vom Land. Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch unterschrieben heute entsprechende Absichtserklärungen. „Hessen hat den Anspruch, Vorreiter moderner und klimafreundlicher Mobilität zu sein“, sagte Minister Al-Wazir. „Attraktive öffentliche Verkehrsmittel und E-Antrieb der Fahrzeuge sind wichtige Elemente eines zukunftsfähigen Verkehrssystems, das mehr Komfort bietet, aber weniger Belastungen verursacht. Die RegioTram war von Anfang an ein zukunftsweisendes Projekt; das Land wird sie weiter unterstützen. Auch die geplante Elektrifizierung der Strecke bis Wolfhagen begrüßt das Land ausdrücklich.“

 

NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch freut sich, dass die Ideen auf fruchtbaren Boden fallen und breite Unterstützung erfahren: „Das ist ein guter Tag für den nordhessischen Nahverkehr.“  Thorsten Ebert, KVG-Vorstand und Geschäftsführer des Eigentümers der Fahrzeuge, der Regionalbahn Kassel (RBK) fügt hinzu: „Mit der grundlegenden Modernisierung der Fahrzeuge sollen die Weichen gestellt werden, um das mehrfach international ausgezeichnete RegioTram-System als zentralen Bestandteil der Mobilität zwischen Stadt und Region zu sichern und weiterzuentwickeln.“ In der zwischen NVV und Land vereinbarten Absichtserklärung (LOI), bekunden die Partner den Willen, - ein Lastenheft zu erarbeiten, das die Sanierungsarbeiten im Detail beschreibt und den Zeitplan festlegt, um zwischen 2022 und 2029 die festgelegten Maßnahmen im laufenden Betrieb durchzuführen, - zehn Fahrzeuge mit Dieselantrieb auf elektrischen Antrieb umzubauen, um den Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen zu minimieren, Finanzierungsmodelle gemeinsam zu entwickeln, um das abgeschätzte Kostenvolumen für die 28 Fahrzeuge in Höhe von 50 bis 60 Mio. Euro zu bewältigen und in die Finanzierungsvereinbarung von NVV und Land Hessen ab 2022 einzuarbeiten. Eine zentrale Voraussetzung für den Umbau der 10 Dieselfahrzeuge auf elektrischen Antrieb ist gegeben: Eine vom NVV in Auftrag gegebene Studie bestätigt, dass die Elektrifizierung des von den Diesel-RegioTrams befahrenen Streckenabschnitts Obervellmar – Wolfhagen grundsätzlich machbar und im gegebenen Zeitrahmen umsetzbar ist. „Wenn wir das erreicht haben“, so NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch, sind alle 28 RegioTrams nur noch elektrisch unterwegs. „Wer ÖPNV nutzt, tut ohnehin schon etwas für den Umweltschutz, aber dieser aktive Klimaschutz, kommt jetzt noch oben drauf.“ Für den Betreiber wird zudem die Disposition des Fahrzeugeinsatzes flexibler. Der NVV kommt damit aber auch der Vollelektrifizierung seines Streckennetzes einen großen Schritt näher: Er will nämlich auch noch ein Innovationsprojekt der Kurhessenbahn unterstützen, das sich mit Fahrzeugen befasst, die während der Fahrt unter dem elektrischen Draht eine Batterie aufladen und dann ein Stück nicht elektrifizierte Strecke mit Batterieantrieb bewältigen können. Wolfhagen – Korbach wäre so ein Streckenabschnitt. Dann könnte die Kurhessenbahn bis Korbach auch ohne Diesel fahren. „Das“, so Joachim Kuhn, Sprecher Geschäftsleitung der Kurhessenbahn, „brauche aber auch noch Zeit. Das Projekt, das sich EcoTrain-DualMode nennt, befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase.“ 

Effekt: Reduzierung des Dieselverbrauchs um 2 Mio. Liter, des klimaschädlichen Treibhausgases um 1,9 Mio. Tonnen und der giftigen Stickoxide gar um 86,5 Tonnen pro Jahr.

 Die RegioTram-Fahrzeuge werden mit dem Modernisierungsprogramm auf den neuesten Stand der Technik gebracht: sie erhalten modernste Fahrgastinformationseinrichtungen; WLAN, Steckdosen, ein neues Beleuchtungs- und Designkonzept verbessern die Aufenthaltsqualität, neue Sitze steigern den Komfort der Fahrgäste und der Mehrzweckbereich wird besser an die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste angepasst. Fahrerassistenzsysteme erhöhen die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Das Refit verlängert die Lebensdauer der RegioTram-Fahrzeuge um weitere 15 Jahre und ist damit die deutlich wirtschaftlichere Variante im Vergleich zur Neubeschaffung von Fahrzeugen, wie eine Untersuchung ergeben hat, die Kosten des Refits mit denen einer Neubeschaffung verglichen hat. „Die jetzt angestoßenen Modernisierung sichert das RegioTram-System für die nächsten Jahrzehnte und schafft beträchtliche Verbesserungen für die Fahrgäste, macht einen großen Schritt in Richtung Reduzierung von Schadstoff- und Treibhausgasen und ist überdies die wirtschaftlichere Variante im Vergleich zur Neubeschaffung. Nur so lassen sich heute und in Zukunft Fahrgäste halten und neu gewinnen.“

 Hintergrundinformation zum RegioTram-System:

 

Mit der Gründung des Nordhessischen Verkehrsverbundes 1995 ging die Entwicklung eines neuen Zugkonzeptes einher, um das Oberzentrum Kassel mit der Region zu verbinden. Die Idee des RegioTram-Systems entstand mit dem Ziel, das Eisenbahnnetz der Region mit dem Straßenbahnnetz in der Stadt Kassel umsteigefrei zu verknüpfen. Bereits in den Anfängen des NVV nimmt die Idee Gestalt an und ein erster Vorlaufbetrieb kann 2001 zwischen Kassel und Hofgeismar gestartet werden. Es folgen weitere Infrastrukturmaßnahmen, um das RegioTram-Konzept zu realisieren. Dazu gehören die Modernisierung der Strecken zwischen Kassel, Korbach, Bad Wildungen, Wolfhagen, Hofgeismar und Melsungen sowie der

 Bau der neuen RegioTram-Station im Hauptbahnhof Kassel, dem Herzstück des Systems.

 Das eingeläutete RegioTram-Zeitalter stellte alle Partner ab 2001 vor eine enorme Herausforderung und brachte eine neue Kooperation von Verkehrsunternehmen hervor. KVG, Hessische Landesbahn und DB Regio gründen die RegioTram Betriebsgesellschaft, um für den Betrieb aller RegioTram-Strecken gerüstet zu sein. Strecken, Fahrzeuge, Bahnhöfe: alles sollte sich in das System einfügen, das ebenso einfach wie überzeugend ist. Ohne Umsteigen von der Region in die Innenstadt, ohne Umsteigen in einem Fahrzeug, egal ob im Eisenbahn- oder Tramnetz, egal ob mit Gleichstrom/Wechselstrom oder mit Diesel. Entwickelt wird ein weltweit einmaliges Fahrzeug bei der Firma Alstom in Salzgitter, das all diesen Ansprüchen Genüge tut. Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg des europaweit beachteten Systems war und ist die besondere Qualität der Infrastruktur mit barrierefreier Erschließung für die RegioTram in der Stadt Kassel und der Region. Bis heute wurden neben dem umfangreichen Umbau des Hauptbahnhofes Kassel mit Jungfernkopf und Kirchditmold zwei neue Stationen in der Stadt Kassel realisiert. Dazu kamen Stationsneu- und Umbauten im Schwalm-Eder-Kreis mit Melsungen-Bartenwetzerbrücke und im Landkreis Kassel in Vellmar-Osterberg/EKZ, Ahnatal-Heckershausen, Hofgeismar, Ahnatal-Casselbreite, Espenau-Mönchehof, Vellmar-Obervellmar und Hofgeismar-Hümme. Insgesamt sind 73 Mio. Euro in die RegioTram-Infrastruktur und gleichermaßen in die heimische Bauwirtschaft und damit in die Sicherung nordhessischer Arbeitsplätze geflossen. Der NVV plant zurzeit weitere RegioTram-Stationen, um das System weiter zu komplettieren, aber auch zu optimieren und noch mehr Fahrgästen zugänglich zu machen. Dazu gehören Melsungen-Schwarzenberg und Melsungen-Süd als Stationsneubauten. Die Fahrgastzahlen stiegen in den letzten zehn Jahren von insgesamt 1,8 Mio. auf 5,6 Mio. in 2017. Damit hat sich die Fahrgastzahl seit der Einführung mehr als verdreifacht.

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