Erst Praktikum – dann Arbeitsvertrag

Sandra Wiesner hat nach Bildungsmaßnahme eine Stelle gefunden
Korbach(pm). „Jeder Tag ist anders. Ich weiß morgens nicht, was auf mich zukommt.“ Diese Abwechslung im Arbeitsalltag gefällt Sandra Wiesner sehr. Sie hat bis vor kurzem an einer Bildungsmaßnahme für Berufsrückkehrer teilgenommen und dabei das Praktikum im BMW-Autohaus Wahl in Korbach absolviert. Das hat für beide Seiten so gut geklappt, dass die 28-Jährige seit Mitte August dort mit 20 Wochenstunden sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Sandra Wiesner, die früher in der Metallbearbeitung arbeitete, war nach der Elternzeit ein halbes Jahr arbeitslos. Ab Mai nahm sie an einer dreimonatigen Weiterbildung für Frauen und Männer teil, die ins Berufsleben zurückkehren wollen. Dies war möglich, weil die Agentur für Arbeit neben der Maßnahme auch die zusätzlichen Betreuungskosten für den kleinen Sohn finanzierte, wie Bärbel Kesper berichtet, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur. „Manchmal sind es auch diese kleinen Hilfen, die den Ausschlag für eine Änderung der Erwerbssituation bringen.“

Werbung

Die Weiterbildung beim Korbacher Institut Hille & Christl umfasste je sechs Wochen Theorie und Betriebspraktikum. In der Theorie ging es beispielsweise um organisatorische Kompetenzen, die Auffrischung von Computerkenntnissen und ganz praktisch um Bewerbungen, anschließend folgte das Praktikum. Von den insgesamt elf Teilnehmerinnen konnten sieben inzwischen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, so Johanna Hille-Christl. Dazu zählt Sandra Wiesner, die auch privat ein BMW-Fan ist. Sie hat gleich zugesagt, als sie vom Praktikumsplatz im Autohaus erfahren hat – obwohl auch schwere körperliche Arbeit im Umgang mit Reifen zu erledigen war. Zunächst hat sie Reifen gesäubert und gelagert, dann weitere Aufgaben wie Hol- und Bringdienste sowie die Pflege der Leihwagen übernommen. „Ich wurde hier von Anfang an sehr gut aufgenommen.“ Umso mehr freut sie sich nun über den Arbeitsvertrag. Das Autohaus Wahl hat schon mehrere Auszubildende aus Bildungsmaßnahmen übernommen, berichtet Thorsten Jähn, der als Center-Leiter für die Standorte Korbach, Brilon und Frankenberg mit insgesamt 80 Beschäftigten verantwortlich ist. „Wir haben damit positive Erfahrungen gemacht.“ Das Praktikum im Rahmen einer Maßnahme biete den großen Vorteil, dass man gegenseitig prüfen könne, ob es passt. „Wenn ich jemanden aus einem bestehenden Vertrag übernehme, habe ich diese Möglichkeit nicht.“ Sandra Wiesner „hat uns super gefallen“, so Jähn, daher habe sie einen Arbeitsvertrag erhalten. „Wir haben feste Arbeitszeiten vereinbart – angepasst an die Betreuung ihres Kindes. Als Arbeitsgeber müssen wir dabei im Interesse der Mitarbeiter auch flexibel sein.“ Denn dass die Gewinnung von Arbeitskräften schwieriger geworden ist, bestätigt auch der Center-Leiter. „Aktuell suchen wir für Korbach einen Kfz-Mechatroniker und die Auszubildenden für nächstes Jahr.“ Derzeit beschäftigt die Wahl-Gruppe an den drei Standorten 14 Auszubildende. Informationen bei Bärbel Kesper und Kerstin Wickert-Strippel (E-Mail Korbach.BCA@arbeitsagentur.de, Telefon 05631/957-453 oder -454).

Werbung
Werbung

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.