Ein Vulkan im Sauerland?

Wanderung auf den Spuren des Sauerland-Vulkanismus
Züschen(pm). Der „Tag des Geotops“ findet in diesem Jahr am 19. September statt. Er geht zurück auf eine Initiative der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e. V., ehemals Akademie der Geowissenschaften zu Hannover. Wird beim Tag des offenen Denkmals das Augenmerk auf historische Bauten gerichtet, stehen beim Tag des Geotops geologische Sachverhalte sowie die Bedeutung der Geotope und des Geotopschutzes im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird von der UNESCO unterstützt. Auch der Nationale Geopark GrenzWelten beteiligt sich regelmäßig am Tag des Geotops, und zwar in diesem Jahr mit der Unterstützung einer ganz besonderen Veranstaltung: auf den Spuren des Vulkanismus im Sauerland. Der Förderverein für Kultur, Denkmalpflege und Naturschutz e. V., der Verkehrs- und Heimatverein und die Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) in Winterberg-Züschen veranstalten am 19. September gemeinsam eine Wanderung zum kleinen Steinbruch „Helleköpfchen“ oberhalb der Ortschaft. Wie Geologe Dr. Matthias Piecha vom Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen betont: „Der Steinbruch ist für die geologische Erforschung des Sauerlandes ein Glücksfall.“

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Am „Helleköpfchen“ wurde unter anderem ein vulkanisches Gestein freigelegt, das in der Fachwelt als „Züschener Quarzkeratophyrtuff“ bekannt wurde. Der Vulkan ist dort im Steinbruch knapp 3 Meter groß und zwischen Tonschiefern eingelagert. Beide Gesteine sind reich an Fossilien, hauptsächlich Dreilappkrebse (Trilobiten), Armfüßer (Brachiopoden), Seelilien (Krinoiden), Korallen, Muscheln und Schnecken. Diese Fossilien bewohnten einst ein Meer, das in der Unterdevon-Zeit, also vor etwa 390 Millionen Jahren, weite Teile Mitteleuropas bedeckte. Rund um das heutige Züschen lagerten sich im Unterdevon überwiegend Tonschlämme am Meeresboden ab, außerdem Aschen, die durch vulkanische Aktivitäten in der Umgebung in die Luft geschleudert worden waren. Sehr deutlich sind noch die Wellenrippeln des devonischen Meeres sichtbar. Die Veranstalter vor Ort und der Nationale Geopark GrenzWelten laden alle Interessierten herzlich zu der kostenfreien Wanderung am 19. September ein. Los geht es um 10:00 Uhr an der Züschener Kirche, wo der Marburger Geologe Dr. Manfred Gerike wissenschaftliche Erläuterungen zu den Gesteinen liefert. Ab 10:30 Uhr steigt die Wandergruppe unter fachkundiger Führung zum Steinbruch „Helleköpfchen“ auf. Abschließend gibt es um 14:00 Uhr mit Berücksichtigung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) noch eine Führung durch das Heimatmuseum „Borgs Scheune“ inklusive der Fossilien- und Mineraliensammlung. Weitere Auskünfte sind bei der SGV-Abteilung Züschen unter E-Mail vorstand@sgv-zueschen.de oder beim Projektbüro des Geoparks GrenzWelten unter Tel. 05631 954-512, E-
Mail geopark@lkwafkb.de zu erhalten.

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