Ausbildungsprämie als Anreiz

Ausbilden trotz Corona – Beispiel aus Waldeck-Frankenberg
Korbach(pm). Betriebliche Ausbildung sichert den Fachkräfte-Nachwuchs von morgen. Die Corona-Krise lässt jedoch manche Unternehmen bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen zögern. Die „Blumengalerie am Friedhof“ in Korbach ist ein Beispiel für einen Betrieb aus Waldeck-Frankenberg, der im Vorjahr trotz aller Unsicherheit erstmals einen Ausbildungsplatz angeboten und auch die Ausbildungsprämie aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ genutzt hat. Diese können Unternehmen erhalten, wenn sie die Zahl ihrer Ausbildungsplätze beibehalten oder erhöhen. Ab Juni wird die Prämie deutlich erhöht.

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Diese Fördermöglichkeit hat auch bei Natalia Kulikov eine Rolle gespielt. Die ehemalige Mitarbeiterin hat die Korbacher „Blumengalerie am Friedhof“ vor zwei Jahren übernommen. Zunächst hat sie sich allein um das Geschäft gekümmert. „Das war auf Dauer nicht zu schaffen. Ich brauchte eine qualifizierte Arbeitskraft und hatte die Idee, selbst auszubilden“, erzählt sie. In Zeiten von Corona keine leichte Entscheidung, wenn große Feiern wie Hochzeiten ausfallen. Insofern kam die Ausbildungsprämie als Anreiz gerade recht und im August fing Janina Jeude in der Blumengalerie an. Die 20-Jährige aus der Nähe von Münchhausen (Kreis Marburg-Biedenkopf) wollte „unbedingt eine Ausbildung zur Floristin machen, die Stellen waren aber rar“. So war sie sehr froh, als sie in der Jobbörse der Arbeitsagentur das Angebot in Korbach gefunden hat. Nun steht sie schon fast am Ende des ersten Ausbildungsjahres und hat ihre Entscheidung nicht bereut – genauso wenig wie Arbeitgeberin Natalia Kulikov, die bereits überlegt, im nächsten Jahr erneut einen Ausbildungsplatz anzubieten.

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„Wir als Arbeitsagentur sind erfreut, dass die Betriebe in Waldeck-Frankenberg trotz Pandemie fast so viele Ausbildungsstellen gemeldet haben wie im Vorjahr“, sagt Bernd Wilke, Geschäftsführer operativ bei der Agentur für Arbeit Korbach. Er appellierte an die Unternehmen, in ihrem Ausbildungs-Engagement nicht nachzulassen. „Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung ist zwar niedriger als im Vorjahr, aber aktuell suchen noch gut 300 junge Menschen im Landkreis einen Platz. Bei Fragen zur Ausbildungsprämie oder anderen Fördermöglichkeiten für Ausbildungsplätze berät unser Arbeitgeberservice gern.“

Bernd Wilke, Geschäftsführer operativ der Korbacher Agentur für Arbeit. Foto: Agentur für Arbeit Korbach

Ab Juni wird die Ausbildungsprämie, die im vorigen Jahr erstmals an Ausbildungsbetriebe gezahlt wurde, deutlich erhöht. Die Änderungen gelten für Ausbildungsverhältnisse, die im Zeitraum von Juni 2021 bis Februar 2022 abgeschlossen werden. Ausbildungsbetriebe, die ihre Ausbildungsleistung so beibehalten wie in den vergangenen drei Jahren, erhalten künftig für jeden abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro. Wenn sie mehr ausbilden, bekommen sie 6.000 Euro für jeden weiteren abgeschlossenen Ausbildungsplatz. Die Prämien können auch für Ausbildungswechsler gewährt werden. Zudem wurden die Voraussetzung der Corona-Betroffenheit sowie die Betriebsgrößen weiter gefasst. Information: Hotline Arbeitgeberservice der Korbacher Agentur für Arbeit: Tel. 05631/957-610. Internet: arbeitsagentur.de/unternehmen.

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