Wieder Antennen über dem Burgwald

Frankenberg(pm). Über dem Bataillon Elektronische Kampfführung 932 in Frankenberg (Eder) ragt nach 8 Jahren wieder eine Hochfrequenzantenne in den Himmel. In einer beispielgebenden Zusammenarbeit zwischen dem Panzerpionierbataillon 701 aus Gera, Thüringen und dem Frankenberger Verband ist innerhalb von nur 3 Wochen eine befestigte Stellung auf dem Hegekopf errichtet worden. Diese Stellung ermöglicht den Frankenberger Soldaten eines ihrer Spezialfahrzeuge mit der über 40 Meter hohen, sogenannten Raumwellen-Antenne direkt am Standort aufzubauen und über einen längeren Zeitraum betreiben zu können.

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Damit ist es möglich, die wieder in den Fokus gerückten Fähigkeiten der Landes- und Bündnisverteidigung auch im realen Frequenzspektrum zu üben. Gerade diese Fähigkeiten werden für die bevorstehende Aufgabe der Soldaten der Burgwaldkaserne in der schnellen Eingreiftruppe der NATO (VJTF 2023) benötigt und müssen daher geübt werden. Das in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheiterte und daher teils für unrealisierbar erscheinende Vorhaben des Stellungsbaues für die Antenne des Trupps der 2. Kompanie mit dem Namen HORNISSE, ist letztendlich durch eine Zusammenarbeit zwischen dem Bataillon Elektronische Kampfführung 932 und den Pionieren aus Thüringen realisiert worden.

Die Panzerpioniere aus Gera. Foto ElokaBtl. 932

Da die Pionierkräfte der Panzergrenadierbrigade 37 in Frankenberg (Sachsen) unterstellte sind, wurde die gelebte Partnerschaft
der beiden Frankenberger Städte so auch ganz praktisch ins Militärische übertragen. Durch diesen „Truppenselbstbau“ konnte die Möglichkeit genutzt werden, das Pionierwesen im Stellungsbau für EloKa-Kräfte erstmalig für den gemeinsamen NATO-Auftrag ausbilden und beüben zu können. Dort, wo es den Pionieren mal an bestimmten Werkzeug fehlte, zeigte sich die gesellschaftliche Verbundenheit in der Garnisonsstadt sogar durch rasche unkomplizierte kollegiale Hilfe örtlicher Bauunternehmen. Beim Richtfest am 21. April lobte der Kommandeur des Frankenberger Verbandes die Zusammenarbeit mit den Panzerpionieren aus Gera als Meilenstein im Pragmatismus und erklärte das Vorhaben als beispielgebend für zukünftige Projekte dieser Art. „Wenn alle an einem Strang ziehen und einfach Machen ist die Bundeswehr eine bemerkenswert flexible leistungsfähige Großorganisation!“ so Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg bei seiner Begrüßung auf dem Hegekopf zum feierlichen Richtfest. Er und der Kommandeur des Panzerpionierbataillons 701 aus Gera, Herr Oberstleutnant Daniel Spieß, feierten mit den anwesenden Gästen die Fertigstellung
durch die Enthüllung eines Erinnerungssteines.

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Foto: ElokaBtl.932

Viele Frankenberger Bürger werden sich noch an das Leuchten der Roten Lampen auf den Antennenspitzen der Antennenanlage in der Burgwaldkaserne erinnern. Lange Zeit war das Antennenfeld innerhalb der Kasernenanlage weithin sichtbares Zeichen für die Aufklärer des Fernmelderegiment 320 und später seinem Nachfolger, dem Bataillon Elektronische Kampfführung 932. Aber so, wie sich der Name des Verbandes wandelte, veränderte sich auch dessen Auftrag. Weg von der stationären Aufklärung des Kalten Krieges, hin zu einem hochmobilen Verband in einer Armee im Einsatz. Mit dem Einsatzauftrag wurden das Antennenfeld und die Antennenanlage mit ihren hohen Masten und den vielen Verankerungen nicht mehr gebraucht. Die Instandsetzungskosten waren letztendlich zu hoch und die Masten wurden im Jahre 2013 abgebaut. Ein letzter, mehrere Meter hoher Rest der alten Antenne ist im Eingangsbereich der Kaserne aufgebaut.

Video: ©ElokaBtl. 932


Heute wandelt sich das sicherheitspolitische Umfeld wieder, und damit auch der Auftragsschwerpunkt in der Burgwaldkaserne. Während der Afghanistaneinsatz bald zum Ende geführt werden wird, rücken neben der Landes- und Bündnisverteidigung auch neue Einsätze in Afrika in den Fokus. Schon bald verlegen erste Soldaten der Burgwaldkaserne in die Sahelzone, um im Rahmen einer EU-Trainingsmission in Mali/Niger die dortigen Sicherheitskräfte auszubilden, bald selbst die Sicherheitslage beherrschen zu können.

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