Erstimpfung mit AstraZeneca: Unter 60-Jährige erhalten bei der Zweitimpfung BionTech

Waldeck-Frankenberg(pm). Jedem, der das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und der bereits eine erste Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca bekommen hat, wird im Impfzentrum des Landkreises Waldeck-Frankenberg künftig das Serum von BionTech als Zweitimpfstoff angeboten. Das sieht die Impfstoff-Planung des Landes Hessen so vor. Seit April empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts den Impfstoff von AstraZeneca nur noch für Personen ab 60 Jahre. Viele unter 60-Jährige haben
jedoch bereits eine Erstimpfung mit dem Impfstoff erhalten. Ihnen wird bei ihrem zweiten Impftermin daher das Impfstoff von BionTech angeboten. So sieht es auch die Planung des Landes Hessen zur Zuweisung der verfügbaren Impfstoffe vor. Das Impfzentrum des Landkreises erhält daher für unter 60-Jährige aktuell keinen Impfstoff von AstraZeneca.

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Obwohl der Bund die Priorisierung für Astrazeneca aufgehoben hat, soll dieser Impfstoff primär an Menschen über 60 Jahre verimpft werden. „Aus diesem Grund können wir daher Personen unter 60 Jahren, die entgegen der STIKO-Empfehlung das Vakzin auf eigene Verantwortung trotzdem bekommen möchten, im Impfzentrum leider kein Impfangebot mit Astra-Zeneca machen“ erklärt der Leiter des Impfzentrums Gerhard Biederbick. „Es besteht leider keine Impfstoffwahl.“ Durch die zweite Impfung – auch mit dem Impfstoff von BionTech – wird die Impfserie jedoch komplett vervollständigt: Menschen, die zwei unterschiedliche Impfstoffe bekommen haben, gelten als vollständig geimpft. Sie erhalten eine Impfbescheinigung. Die Ständige Impfkommission bewertet die Gabe von zwei unterschiedlichen Impfstoffen als wirksam und sicher. Medizinisch gesehen sieht der Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim
Landkreis Thomas Hetche in der so genannten Kreuzimpfung – also der Kombination aus zwei unterschiedlichen Impfstoffen – Vorteile: „Beide Impfstoffe nutzen verschiedene Techniken, um das Immunsystem anzuregen“, sagt der Amtsarzt.

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Diese Vorgehensweise ist zudem nichts gänzlich Neues. Auch in anderen Ländern wie den USA ist das gängige Praxis. „Die Impfung – egal mit welchem Impfstoff – will ein Ziel erreichen: Abwehrstoffe gegen das so genannte Spike-Protein des Coronavirus bilden! Und das erreichen alle derzeit hier zugelassenen Impfstoffe.“ Laut RKI vermuten Experten sogar eine höhere Wirksamkeit bei der
Kombination aus zwei verschiedenen Impfstoffen. Eine höhere Wirksamkeit ist laut STIKO insbesondere auch dann gegeben, wenn der Zeitraum zwischen der ersten und zweiten Impfung vergrößert wird. Nach einer Erstimpfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca empfiehlt die STIKO daher aktuell, die zweite Impfung nach zwölf Wochen durchzuführen – unabhängig davon, mit welchem Impfstoff die zweite Impfung stattfindet. Das ist auch gängige Praxis im Impfzentrum des Landkreises Waldeck-Frankenberg: Impflinge, die durch das Impfzentrum mit AstraZeneca erst geimpft wurden, haben daher bereits ein Impfangebot zur Zweitimpfung mit zwölf Wochen Abstand erhalten. Aufgrund der STIKO-Empfehlung und den Planungen des Landes zur Impfstoff-Lieferung ist daher die öffentlich diskutierte Verkürzung des Impfintervalls von zwölf auf vier Wochen im Impfzentrum des Landkreises Waldeck-Frankenberg nicht möglich.

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