Jung, weiblich, digital-affin: Innovationen für die Feuerwehren der Zukunft

Kassel(pm). Digitalisierung, technische Neuerungen, Mitgliedergewinnung in Zeiten des demographischen Wandels: Die Freiwilligen Feuerwehren stecken auch in NordOstHessen in einem tiefgreifenden Umbruch. Damit dieser gelingt, unterstützt das Regierungspräsidium (RP) Kassel die Aktivitäten der Feuerwehren vor Ort. Die Kameradinnen und Kameraden haben mit Kim Kohlhase ab sofort eine Ansprechpartnerin beim RP in Sachen Zukunft und Innovation. Die 26-jährige Nordhessin bekleidet seit dem 1. März die Position der Zukunfts- und Innovationsbeauftragten der Feuerwehren beim RP Kassel. Nun, passend zum „Internationalen Tag der Feuerwehrleute“ am 4. Mai (Tag des Hl. Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute), geht das Regierungspräsidium Kassel mit der Personalie an die Öffentlichkeit und startet die nächste Stufe seiner Feuerwehr-Imageoffensive.

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Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, dem die Zukunft der Feuerwehren in NordOstHessen ein Herzensanliegen ist, hat die Stelle neu geschaffen. „Ich bin mit dem Dezernat Brand- und Katastrophenschutz meines Hauses einer Meinung, dass wir die hervorragende Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren unterstützen wollen und die Freiwilligen Feuerwehren zukunftsfähig halten möchten. Daher rührt die Idee, eine neue Stelle hier zentral im RP Kassel zu schaffen. Bei einer Bündelungsbehörde, die im regen Austausch zu den Verantwortlichen der Landkreise und Städte steht, in deren Tätigkeitsbereich ca. 900 Freiwillige Feuerwehren fallen,“ so der Regierungspräsident. „In ihrer neuen Funktion wünsche ich Frau Kohlhase viele kreative Ideen und gutes Gelingen.“
Der zuständige Dezernatsleiter Thomas Finis begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Behördenleitung, eine derartige Stelle geschaffen zu haben: „Nun haben wir endlich die Möglichkeit, uns intensiv mit den Herausforderungen der Zukunft zu beschäftigen und geeignete Lösungen zu erarbeiten. Die Arbeit unserer neuen Zukunfts- und Innovationsbeauftragten wird eine Vorreiterrolle einnehmen und sicherlich auch Einfluss über die Bezirksgrenzen hinaus haben.“

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Brandschutz ruht auf den Schultern von Ehrenamtlichen
Bis auf wenige Berufs- und Werkfeuerwehren ruht der Brandschutz in NordOstHessen ganz wesentlich auf den Schultern der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen in den Kommunen. Aufgrund diverser gesellschaftlicher Entwicklungen brechen aber vielerorts die Mitglieder weg, was mitunter schon jetzt zu Personalengpässen im Einsatzfall führt. Diesem Trend müssen die Wehren jetzt entgegenwirken, zum einen durch Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung und -bindung, durch angepasste Aus- und Fortbildungskonzepte und zum anderen auch durch Konzepte, wie neue Technologien die Prozesse innerhalb der Wehren optimieren können. Kurz: Die Feuerwehr muss mit der Zeit gehen. Der Innovationsbeauftragten obliegt es daher künftig, die Verwendung neuer Einsatzmittel und Taktiken zu prüfen, Verbesserungen in der Aus- und Fortbildung voranzutreiben und besonders auch die fortschreitende Digitalisierung mit Gewinn für die Arbeit der Feuerwehren zu nutzen. Neben diesen materiellen Dingen soll die Innovationsbeauftragte aber auch den Faktor Mensch nicht aus den Augen lassen: Wie sind Familie, Beruf und Ehrenamt zukünftig zu vereinen? Wie können örtliche Wehren Diversität fördern, Nachwuchs und Mitglieder gewinnen und halten? Denn die neueste und beste technische Ausstattung hat nur einen geringen Nutzen, wenn sie nicht von ehrenamtlich engagierten Personen vor Ort in den Kommunen genutzt und bedient wird.

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Bessere Vernetzung und Wissensaustausch
Kim Kohlhase tritt hochmotiviert an, dieses anspruchsvolle Amt mit Leben zu füllen: „Warum ich hier bin? Feuerwehr ist schon seit der Jugend mein Hobby und wer möchte das nicht zu seinem Beruf machen? Ich möchte dazu beitragen, den Stellenwert des Ehrenamts zu steigern und ich will versuchen, die Feuerwehren stärker miteinander zu vernetzen, um somit Ressourcen zu bündeln und Wissensaustausch zu ermöglichen.“ Dabei greift sie auch auf ihre eigenen Feuerwehrerfahrungen zurück: „Ich bin erst mit 14 in die Jugendfeuerwehr eingetreten“, sagt Kohlhase. Somit habe sie selbst erlebt, worauf es beispielsweise bei dem Wechsel von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung ankomme und wie man seinen ganz eigenen Platz inmitten der eingespielten Reihen finde. Mittlerweile unterstützt sie aktiv die Arbeit der Jugendfeuerwehr und wirkt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mit.
Regierungspräsident Klüber und Kim Kohlhase ist bewusst, dass allein die Einrichtung eines Zukunfts- und Innovationswesens sicherlich nicht alle Herausforderungen auf einen Schlag lösen wird. Nichtsdestotrotz ist es ein Anfang und ein Schritt in die Zukunft, so beide unisono, mit Fokus auf die Wertschätzung des unverzichtbaren Engagements von aktuell rund 24.000 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern. „Um dieser Herzensangelegenheit gerecht zu werden, braucht es Stimmen und Ideen von der Basis, Eindrücke aus dem Feuerwehralltag“, betont Kohlhase. „Unter feuerwehrzukunft@rpks.hessen.de freue ich mich über jegliche Art von Anregungen, Wünschen und Denkanstößen.“

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Drittes Imagevideo veröffentlicht
Aus Anlass des Stellenantritts der Innovationsbeauftragten veröffentlicht das RP Kassel auf seinem Youtube-Kanal flankierend das inzwischen dritte Feuerwehr-Imagevideo. Augenzwinkernde Clips im Comic-Stil sollen für das Ehrenamt begeistern. Nach den Themen Teamplay und Digitalisierung widmet sich der dritte Film dem Bereich Zukunft und Innovation. Dass im Clip noch von „dem Innovationsbeauftragten“ die Rede ist, nimmt Kim Kohlhase mit Humor: „Manchmal vollzieht sich gesellschaftlicher Wandel eben mit Lichtgeschwindigkeit – und auf einmal hat eine vermeintliche Männerdomäne wie die Feuerwehr eine junge Frau als Zukunftsbeauftragte.“ Die Feuerwehr-Imagefilme sind auf dem Youtube-Kanal des Regierungspräsidiums Kassel zu finden:
https://www.youtube.com/channel/UC5Ve_lhEfhHFf15Yl2bU7GQ


Hintergrund:
Dem Regierungspräsidium Kassel obliegen gegenüber den Landkreisen, Gemeinden und Städten die im Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgelegten Aufgaben; hierzu gehören insbesondere Aufsichts- und Weisungsbefugnisse. Das Regierungspräsidium berät darüber hinaus in brandschutztechnischen Angelegenheiten und unterstützt im Bereich des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Der Kontakt zu den Freiwilligen Feuerwehren und deren ehrenamtlichen HelferInnen steht hierbei immer wieder im Vordergrund. Als besondere Herausforderung sieht das Regierungspräsidium an, die örtlichen Feuerwehren gut für den demographischen Wandel zu rüsten.

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