Erste frühe Falter sind in Hessen unterwegs

NABU Hessen ruft zu Schmetterlingsmeldungen auf

Wetzlar(pm). Die warmen Temperaturen locken bereits zahlreiche Tiere aus ihren Winterverstecken hervor. Zu den auffälligsten Frühlingsboten gehören die frühen Schmetterlinge, die als Falter überwintert haben und nun zeitig im Frühjahr wieder auf Futtersuche gehen. Genau diese Falter sollen bei der Mitmach-Aktion „Frühe Falter in Hessen“ vom NABU Hessen und der Naturbeobachtungsplattform NABU-Naturgucker.de gemeldet werden. „Wir rufen dazu auf sechs leicht zu erkennende Schmetterlingsarten zu melden, um so zu erfahren, wie viele von ihnen noch durch Hessen flattern“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

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Unsere heimischen Schmetterlinge sind in jedem Stadium ihrer Entwicklung an häufig sehr spezifische Umweltbedingungen gebunden: Für die Eiablage und als Nahrungsquelle für die Raupen ist beispielsweise das Vorkommen bestimmter Pflanzenarten unabdingbar. Schmetterlinge werden vor diesem Hintergrund als herausragende Bioindikatoren angesehen. Sie signalisieren uns aufgrund ihrer Empfindlichkeit die Veränderung der Qualität ihrer Lebensraumbedingungen. Je nach Falterart und Stabilität der Bestände, können dadurch Erkenntnisse im Hinblick auf das Funktionieren bzw. die Beeinträchtigung relevanter Ökosysteme und deren Vernetzung gewonnen werden. „Bei den eigentlich weit verbreiteten Arten, für die wir uns hier interessieren, wirkt sich vor allem der Lebensraumverlust durch die intensive, menschliche Nutzung aus. Und zwar sowohl in der Agrarlandschaft, als auch auf städtischen Grünflächen oder im heimischen Garten. Ein Feld also, dass uns alle betrifft und auf das wir alle einen Einfluss haben“, so Eppler.

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„Um die ersten Schmetterlinge zu entdecken lohnt es sich übrigens auch noch kurz einen Blick in den eigenen Schuppen, den Dachboden oder die Garage zu werfen. Dort könnte Ihnen noch ein Wintergast begegnen. Denn einige Schmetterlingsarten wie das Tagpfauenauge oder der Kleine Fuchs überwintern gern in trockenen, nicht zu kalten Quartieren. Dort fallen sie als ausgewachsene Tiere in ihre Winterstarre“, weiß der Biologe Gerhard Eppler. Manche dieser Tiere sind noch in ihren Winterquartieren gefangen und warten sehnsüchtig auf baldige Befreiung. Für die Schmetterlinge ist es jetzt überlebenswichtig, dass sie daraus ausfliegen können, denn ihre ‚Lebenssäfte‘ sind mit den warmen Temperaturen wieder auf Hochtouren gekommen. „Deshalb sollten jetzt wenigstens zeitweilig Dachluken, Fenster, Schuppentüren und ähnliches öffnen, damit die bunten Gaukler der Sonne entgegenfliegen können!“ ruft der Naturschützer auf.

An der Aktion „Frühe Falter in Hessen“ kann sich jeder beteiligen, auch ohne Vorwissen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Auftreten von den leicht zu erkennenden Schmetterlingsarten Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Aurorafalter, Kleinem Fuchs, Admiral und Trauermantel. Selbstverständlich können aber auch weitere Arten gemeldet werden. Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer kann die aktuelle Situation der Falterbestände eingeschätzt werden. Im ersten Aktionsjahr 2020 wurden aus Hessen 2.287 gesichtete Schmetterlinge der sechs gesuchten Arten gemeldet (zum Vergleich 2019 ohne Aufruf waren es 1.091). Im Aktionszeitraum flatterte am häufigsten der Zitronenfalter an den Beobachter vorbei, gefolgt vom Aurorafalter. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs wurden ebenfalls häufig beobachtet, während sich der Admiral noch rarmachte. Trauermäntel findet man vor allem in Laubwäldern, aber auch in Obstgärten und Alleen, daher wurden sie eher selten gemeldet. Die Schmetterlingssichtungen können ab dem ersten Auftreten bis zum 15. Mai 2020 ganz einfach über ein bebildertes Meldeformular auf NABU-Naturgucker.de gemeldet werden. Das Formular ist über die Projektseite auf der Homepage des NABU Hessen zu erreichen. Es ist dafür nicht erforderlich, sich für diese Meldungen zuvor zu registrieren. Wer hingegen den vollen Funktionsumfang des NABU-Naturguckers nutzen möchte und zum Beispiel ergänzend zu seinen Beobachtungen Belegbilder hochladen möchte, muss sich registrieren. Die kostenlose Registrierung kann in wenigen Schritten auf www.nabu-naturgucker.de durchgeführt werden.

Wer gerne mehr Schmetterlinge im Garten hätte, der kann mit einfachen Mitteln viel für die flatternden Schönheiten tun. „Naturnahes Gärtnern mit heimischen Pflanzen, ein paar wilden Ecken und ohne Gift, das sorgt für einen vielfältigen Garten, der zum Beobachten einlädt“, weiß der Biologe Eppler. Sommerflieder, Zinnie, Phlox oder Kapuzinerkresse heißen einige der Nektar-Anbieter mit exotischem Flair. Daneben gibt es noch die heimischen Nektarlieferanten, wie z. B. Taubenskabiose, Nachtkerze, Wiesenflockenblume, Johanniskraut oder Rote Lichtnelke. Ihnen sollte der Schmetterlingsfreund besonderes Augenmerk widmen. Im Gegensatz zu den Exoten bieten die heimischen Pflanzen den Faltern eine Kinderstube – und ohne Raupen keine Schmetterlinge. Deshalb sollten Schmetterlingsfreunde bei Schatten spendenden Gartenbäumen, schützenden Hecken und Stauden auf heimische Arten wie den Weißdorn zurückgreifen. Wildkräuter wie Disteln, Brennnesseln, Sauerampfer und Weidenröschen, locken Tagpfauenauge, Kleinen Fuchs und Distelfalter in den Gerten.

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Auch mit dem eigenen Einkaufskorb kann man (Schmetterlings)Vielfalt unterstützen. Wer regionale, naturverträglich erzeugte Lebensmittel kauft, der unterstützt eine umweltverträgliche Landwirtschaft die artenreiche und lebendige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen schafft.

Mehr Informationen zur Aktion und Artenportraits mit Link zum MeldeformularTipps für den SchmetterlingsgartenTipps für den insektenfreundlichen Einkauf

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