Franke(SPD) für praktischen Umgang mit Corona-Impfstoff

Gudensberg(pm). Der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke (Gudensberg), plädiert für einen praktischen Umgang mit dem Impfstoff von AstraZeneca, der auch in den hessischen Impfzentren derzeit nur schleppend genutzt wird. „Wenn etwas übrig ist, darf man sich nicht sklavisch an der Priorisierung halten“, sagte Franke am Rande einer Sitzung in Berlin. Der Impfstoff müsse möglichst schnell und flächendeckend genutzt werden. Daher müsse man an diese Frage mit gesundem Menschenverstand herangehen: also ggfs. die nächste Priorisierungsgruppe berücksichtigen, wie chronisch Erkrankte, Lehrer, Erzieher und Polizisten.

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Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239 000 Dosen des Herstellers AstraZeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen AstraZeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. Für die kommende Woche kommen weitere 650.000 Dosen dazu. Franke kritisierte zudem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Das ist mir inzwischen zu viel Ankündigung und zu wenig Substanz, vor allem ohne Perspektive, wie es weitergehen soll“, betonte der Gesundheitspolitiker mit Blick auf Spahns ursprünglichen Plänen, ab dem 1. März kostenlose Schnelltests für jedermann anzubieten.

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„Wenn ich etwas ankündige, muss ich vorher auch einen Plan haben, wie das tatsächlich funktionieren soll“, erklärte der nordhessische SPD-Politiker. Eine vollkommen nutzlose Corona-App, die späte, zögerliche Impfstoffbestellung, der jetzt fast 4 Monate andauernde, teilweise halbherzige Lockdown, die eher zögerliche Digitalisierung in den Gesundheitsämtern und Schulen und vor allem der unzureichende Schutz unserer verwundbarsten Bürger in den Alten- und Pflegeheimen, all das kritisiert der nordhessische SPD-Politiker.
Die Infektionszahlen steigen wieder, die von Gesundheitsminister Spahn bereits angekündigten Schnelltest kommen später. Sie sind noch nicht zugelassen, weil möglicherweise falsche Ergebnisse geliefert würden oder Nutzer fälschlicherweise in Sicherheit wiegen könnten. „Diese Argumentation hatten wir vor Monaten auch bei den Masken“, wundert sich der Gesundheitspolitiker.

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