Welcome-Projekte: Brücken bauen und Integration fördern

Waldeck-Frankenberg(pm). In Waldeck-Frankenberg werden seit 2017 sogenannte Welcome-Projekte angeboten. Dr. Daniela Sommer erläutert die Projektidee: „Sowohl Familien mit Fluchthintergrund als auch Familien aus sozialbenachteiligten und „schwierigen“ Verhältnissen werden oft nur unzureichend vom deutschen Bildungssystem frühzeitig gefördert. Das gilt auch für Kinder mit Migrationshintergrund. Erfahrungen zeigen, dass vor allem Kinder dieser Familien, nicht oder erst kurz vor der Einschulung eine Kindertageseinrichtung besuchen. Das Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ hat sich deshalb das Ziel gesetzt, eine Brücke zu diesen Familien zu bauen, um den Zugang zur frühen Bildung vorzubereiten und unterstützend zu begleiten.


„Diese Brücke haben seit 2017 die Welcome-Projekte sehr erfolgreich mit den Mitarbeiterinnen und ehrenamtlich Aktiven an den Standorten Frankenberg und Bad Wildungen gebaut. 281 Familienmitglieder bekamen dabei erste Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung. Gute Kindertagesbetreuung ermöglicht gleiche Startbedingungen – dazu braucht es aber eben einen Zugang von Kindern zu diesen Angeboten. Die Welcome-Projekte haben möglich gemacht, dass Kinder die Chance haben, sich auf die Betreuung in einer Einrichtung vorzubereiten, sich einzugewöhnen und schließlich die Kita in der Nähe besuchen zu können,“ so die Sozialpolitikerin.
Im Prinzip leisten die Welcome-Projekte Hilfe zur Selbsthilfe und die Möglichkeit, sich in der neuen Heimat und im Bildungssystem zurechtfinden zu können, erläutert die Diplom-Pädagogin und ergänzt: „Egal unter welchen Umständen die Familien nach Deutschland hergekommen sind oder sie sich in schwierigen Situationen befinden, sie werden aufgefangen und bekommen Hilfe – sie werden abgeholt, eingebunden und nicht ausgegrenzt. Das ist wichtig, wenn sie sich in die Gesellschaft integrieren wollen.“


Es sei ein tolles Ergebnis, dass interkulturelle Freundschaften entstanden sind, das Treffen unter den Familien außerhalb der Gruppenöffnungszeiten stattfinden und sie gemeinsam bei den Zusammentreffen ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Ein herzliches Dankeschön sei an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an die Ehrenamtlichen zu richten, die Deutschkurse für die Eltern angeboten haben. Gerade die Sprache sei nämlich der Schlüssel zur Integration: „Sprache ist auch der Schlüssel zur Welt. Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen entscheidenden Einfluss auf den Bildungsweg und später dann auf den Einstieg ins Arbeitsleben haben. Und dies gilt besonders für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Daher ist die Umsetzung der Welcome-Projekte so essentiell, denn es werden erste Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung vermittelt, Möglichkeiten der Bildung eröffnet und sie schaffen Zugänge zur Kindertagesbetreuung bzw. den, wie vom Bund gezielt vorgegeben, Kita-Einstieg“, stellt Dr. Sommer fest.

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Schließlich berichtet sie, dass das Bundesprogramm eigentlich Ende 2020 aufhören sollte. Ehrenamtlich Engagierte hätten angeregt, dass das Projekt nicht enden dürfe: „Ich bin froh, dass sich unsere Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, nachdem ich ihr von dem misslichen Projektende erzählt habe, im Finanzausschuss dafür eingesetzt hat, dass die Projektlaufzeit und damit die Finanzierung um ein Jahr verlängert wurde! Ein gutes weiteres Jahr für alle Familien, die davon profitieren und die im Betreuungs- und Behördendschungel nicht allein gelassen werden! Ein gutes Jahr für unsere Gesellschaft, weil Brücken gebaut und die Integration vorangetrieben werden – das ist, was Politik leisten kann und auch leisten muss,“ äußert Dr. Daniela Sommer abschließend.

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