Starkes Land – gutes Leben

Starkes Land – gutes Leben. Symbolbild:S. Hermann & F. Richter/Pixabay

Priska Hinz stellt Hessens Aktionsplan für die ländlichen Räume vor

Wiesbaden(pm). „Mit der Corona-Pandemie ist eine neue Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land entfacht. Fernab der städtischen Enge bietet es großzügigen Raum für Familienleben und generationenübergreifendes Zusammensein. Digitale Vernetzung ermöglicht zudem gleichwertige berufliche Entfaltung. Und schließlich entdecken im Lockdown immer mehr Menschen ihre nähere Heimat neu. Sie erleben dabei eine breite Palette an Freizeitmöglichkeiten inmitten wunderschöner hessischer Landschaften. Die Hälfte der hessischen Bevölkerung lebt schon heute auf dem Land – und das gerne. Damit dies so bleibt und noch mehr jüngere Menschen und Familien dort eine Zukunft sehen, wollen wir die Lebensbedingungen weiter verbessern. Der Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ beschreibt konkret, was wir tun wollen, um ländliche Räume zu stärken und weiterzuentwickeln. Er nimmt mit neun Handlungsfeldern alle wichtigen Bereiche in den Blick: von der guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr über schnelle Internetverbindungen, flächendeckende medizinische Versorgung, Geschäfte des täglichen Bedarfs bis hin zu lebendigen Ortskernen. Der Aktionsplan ist zugleich eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, ihre Heimat mit zu gestalten und die Fülle von Förderungen zu nutzen, um ihre Vorstellungen von der Zukunft der ländlichen Räume wahr werden zu lassen“, sagte heute Ministerin Priska Hinz, die für die ländlichen Räume in Hessen zuständig ist.

„Unser Aktionsplan für die ländlichen Räume kommt genau zum richtigen Zeitpunkt!“, ergänzte Hinz. Laut einer aktuellen Befragung kann sich jede und jeder Fünfte einen Umzug in die Ländlichen Räume vorstellen. Die Erfahrungen, die Menschen gerade jetzt im Homeoffice machen, bestärken viele in ihrem Wunsch außerhalb großer Städte zu leben. Wir möchten mit dem Aktionsplan diese Entwicklung aufgreifen und die Ausweitung von Homeoffice, Co-Working und mobilem Arbeiten auch nach der Pandemie unterstützen. Mehr mobiles Arbeiten verringert das Pendeln, es belebt die Orte, es verbessert Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist damit gut für Mensch und Umwelt“, erklärte Hinz.

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Der Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ bündelt erstmals in neun Handlungsfeldern alle Instrumente und Maßnahmen der Landesregierung, die speziell der Förderung der ländlichen Räume zugutekommen. Im Jahr 2020 wurden in neun Handlungsfeldern rund 1,2 Milliarden Euro Landesmittel in die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse investiert. Auch 2021 sollen Mittel auf gleichem Niveau zur Verfügung stehen. Der Aktionsplan stellt eine wichtige Grundlage der weiteren Arbeit der Landesregierung dar und stärkt die lokalen Initiativen vor Ort. „Das Besondere ist: Der Aktionsplan ist nicht starr. Für jedes Dorf gibt es individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und wir werden die Instrumente in den nächsten Jahren weiterentwickeln und verbessern“, ergänzte Hinz.

Neun Handlungsfelder für ein starkes Land:

  1. Ländliche Räume gemeinsam gestalten

Die Landesregierung fördert die Belebung von Ortskernen. Ab Februar läuft die diesjährige Bewerbungsphase für das Programm der Dorfentwicklung. In 2021 stehen knapp 32 Millionen Euro dafür zur Verfügung. Auch die Städtebauprogramme werden zukünftig gezielt die ländlichen Räume in den Blick nehmen. Mit einem Sonderprogramm zur Stärkung von Gaststätten werden von 2021 bis 2023 knapp 10 Millionen Euro bereitgestellt.

  1. Unterwegs in ländlichen Räumen: Mobilität

Die Ausweitung von Bus-, Bahn- und Radfahren sowie die Etablierung von Elektromobilität im ländlichen Raum wird gefördert. Das Fachzentrum Mobilität im ländlichen Raum begleitet zukunftsweisende Mobilitätskonzepte, zum Beispiel innovative Projekte des sogenannten on-demand-Verkehrs und gibt Erkenntnisse an andere Gemeinden weiter. Ein Beispiel, das Schule machen kann, ist das Projekt „Garantiert mobil!“ im Odenwaldkreis – dort können über eine App ÖNPV-Verbindung, Taxi-Dienste und Mitfahrgelegenheiten gesucht, angeboten und gebucht werden.

  1. Gute Verbindung: digitale Infrastruktur ausbauen

Der Breitbandausbau hat für die Landesregierung hohe Priorität. So werden mobiles Arbeiten und Homeschooling leichter und die ländlichen Räume für junge Gründerinnen und Gründer attraktiv. 2025 soll jeder Haushalt über schnelles Internet verfügen. Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete sollen bereits 2022 an eine gigabitfähige Infrastruktur angeschlossen sein. Dafür stehen in der Legislaturperiode rund 270 Millionen Euro zur Verfügung.

  1. Beruf und Familie: Betreuung, Bildung und Arbeit

Die Landesregierung schafft die Voraussetzungen für gutes Leben und Arbeiten in den ländlichen Räumen, indem Unternehmensgründungen, Fachkräftesicherung und Arbeitsplatzentwicklung vor Ort unterstützt werden. Im Frühjahr wird das Umweltministerium gemeinsam mit dem Wirtschafts- und dem Sozialministerium die „Konferenz Mobiles Arbeiten“ mit Unternehmen durchführen, damit in einem Netzwerk von Erfahrungen mehr Möglichkeiten für mobiles Arbeiten geschaffen werden können.

  1. Lebenswerte Landschaften und regional erzeugte Nahrungsmittel

Die Landesregierung schützt Wälder, Flüsse, Wiesen und Felder und sorgt gleichzeitig für die Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Dazu gehört der Aufbau von regionalen Verarbeitungsstrukturen und Absatzmärkten. Mit den Investitionen über die Marktstrukturforderung sorgt das Land für mehr Arbeitsplätze auf dem Land sowie für mehr ökologische und regional erzeugte Lebensmittel, so z.B. für einen familiengeführten Geflügel-Schlachtbetrieb im Werra-Meißner-Kreis. Auch werden wir Schlachtstätten, Molkereien oder Getreideverarbeitung in Hessen fördern. Auch als Ökomodellland stärkt Hessen die Direktvermarktung: Derzeit wird eine Verarbeitungs- und Vermarktungsstruktur für Bio-Weiderindfleisch aus Hessen aufgebaut.

  1. Gesund durchs Leben: medizinische Versorgung

Eine wohnortnahe ärztliche Versorgung mit Haus- und Fachärzten ist auch in den ländlichen Räumen notwendig. Daher fördert die Landesregierung medizinische Versorgungszentren, stärkt die Attraktivität des Arztberufes auf dem Land und unterstützt die Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals. Die Einführung einer „Landarztquote“ im Hochschulzugang für das Studium der Humanmedizin soll dazu beitragen, weitere Medizinerinnen und Mediziner für die ländlichen Räume zu gewinnen.

  1. Gemeinsam stark: sozialer Zusammenhalt, Integration und Sport

Die Landesregierung unterstützt Bürgerinnen und Bürger, die sich in Sportvereinen, Feuerwehren, Verbänden oder der Kommunalpolitik in sozialen und kulturellen Projekten engagieren. Zur besseren Integration von Zugewanderten werden die Angebote des Landes neu strukturiert: Die WIR-Vielfaltzentren der Landkreise sind damit wichtige Ansprechpartner für Ehrenamtliche und Migrantenorganisationen. Durch die Vernetzung vor Ort, die interkulturelle Öffnung und den Aufbau tragfähiger Kooperationsstrukturen werden sie als wichtige kommunale Akteure gestärkt.

  1. Kreativ und vielfältig: Kultur abseits der Ballungsgebiete

Ins Theater gehen, einen Kinofilm ansehen oder Tanzen auf einem Konzert – diese Angebote der vielfältig gelebten Kultur sollen auch auf dem Land das Leben bereichern. Deswegen unterstützt die Landesregierung Theater, Museen und Musikschulen und setzt ein neues Förderprogramm für Wanderkinos auf. Das Projekt LandKulturPerlen stärkt und vernetzt kulturelle Projekte in den ländlichen Räumen.

  1. Tatkräftig durch kommunale Finanzen und Kooperationen

Mit dem Finanzausgleich, Kommunalinvestitionsprogrammen sowie einem kommunalen Beratungszentrum stärkt das Land die Kommunen. Gerade während der Corona-Pandemie unterstützt das Land die Kommunen ganz besonders und stellt zusätzliche Mittel über das Sondervermögen bereit. Das Beratungszentrum für Kommunen wird, unterstützt durch einen Förderlotsen, Kommunen, Vereine, Verbände sowie Unternehmen über bestehende Förderangebote des Landes, des Bundes und der EU gezielt informieren.

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So geht es weiter: Dialogprozess

„Die Bürgerinnen und Bürger wissen am besten, was ihre Städte und Gemeinden im ländlichen Raum brauchen. Deswegen wollen wir gezielt das Engagement vor Ort fördern, um die dort nötigen Projekte und Rahmenbedingungen zu gestalten. Wir starten nun einen Dialogprozess mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Vereinen, Kommunalpolitikerinnen und -politikern, in dem wir Informationen weitergeben, Austausch ermöglichen und Anregungen für Neues aufnehmen“, erklärte Hinz. Ab sofort steht die Online-Plattform www.land-hat-zukunft.hessen.de zur Verfügung, die alle Förderinstrumente darstellt und auf einer interaktiven Karte Best-Pratice-Beispiele sammelt. Sobald es wieder möglich ist, sollen ebenfalls regionale Veranstaltungen die Vernetzung und den Wissenstransfer stärken.

Weitere Informationen:

Der Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ steht hier zum Download bereit: https://www.land-hat-zukunft.de/files/content/downloads/00_Aktionsplan/Hessen_Aktionsplan_LR_KF_2101.pdf

Daten & Fakten zu den ländlichen Raumen finden Sie hier: https://www.land-hat-zukunft.de/files/content/downloads/00_Aktionsplan/180121_Pressemappe_Aktionsplan.pdf

Erste Beispiele zu innovativen Vorhaben zur Stärkung des ländlichen Raums in den verschiedenen Regionen finden Sie hier: https://www.land-hat-zukunft.de/InteraktiveKarte.html

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