Verpflichtende Tests in Alten- und Pflegeheimen kommen viel zu spät

Bild von fernando zhiminaicela auf Pixabay

Wiesbaden(pm). Die jüngst veröffentlichten Zahlen belegen erneut, dass die Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen eines besonderen Schutzes bedürfen, da in den Alten- und Pflegeeinrichtungen die meisten Todesfälle zu verzeichnen sind. Dass die schwarzgrüne Landesregierung nun in der neusten Verordnung eine Testpflicht für Alten- und Pflegeheime von Personal vorsieht, überraschte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr. Daniela Sommer. Dahingehende Forderungen der SPD-Fraktion hatte Schwarzgrün seit März des vergangenen Jahres immer wieder abgewehrt.

Sommer sagte dazu am Donnerstag: „Wir haben seit Beginn der Pandemie immer wieder angemahnt Reihentestungen vorzunehmen. Dass jetzt endlich auch die hessische Landesregierung verstanden hat, wie wichtig ein besonderer Schutz für die Alten- und Pflegeheime ist und eine Testpflicht in den Einrichtungen einführt, würde mich freuen, wenn die Maßnahme nicht bereits Monate überfällig wäre.“ Sommer sei unklar, warum man in Hessen erneut erst dann reagiere, wenn sich die Situation dramatisch verschlimmere. „So ein zögerliches Handeln hat für jeden der betroffenen Menschen katastrophale Folgen“, erklärte Sommer. Schließlich gehörten ältere Menschen, die Betreuung und Pflege brauchen, nicht erst seit gestern zur Hochrisikogruppe. „Aber auch in dieser Frage hat es lange Debatten und den Druck durch die Opposition gebraucht, damit die Landesregierung endlich handelt“, kritisierte Sommer. Hessen habe seine Zeit verschlafen und damit hohe Inzidenzen und herdförmige Ausbreitung in Heimen riskiert.

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Zielgerichtete Tests seien ein wesentlicher wissenschaftlich-fundierter Erfolgsfaktor zur Bekämpfung der Epidemie, erklärte Sommer. „Das Testen im Gesundheitswesen schützt Leben bis die beiden Impfungen und schließlich die Antikörperbildung erfolgt sind,“ so die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin. „Aber auch beim Nachschub der Testkits gibt es weiterhin Schwierigkeiten. Die Serviceagentur, die 500.000 Tests in die Heime und Pflegedienste bringen soll, ist bislang noch so gut wie unbekannt“, sagte Sommer und wertete dies als kein gutes Zeichen.

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