SPD-Fraktion fordert umfassende Information über Stand der Corona-Impfungen

Symbolbild:Angelo Esslinger/Pixabay

Sommer: Alle Impfzentren öffnen

Wiesbaden(pm). Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hat ihre Forderung erneuert, die zur Verfügung stehenden Corona-Impfdosen gleichmäßig im Land zu verteilen, um alle Impfzentren gleichzeitig öffnen zu können. Von Dienstag an können sich Bürgerinnen und Bürger ab 80 Jahren auch in Hessen um eine Corona-Impfung in einem Impfzentrum bemühen – zunächst allerdings nur in den sechs „Regionalen Impfzentren“ in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Die 22 weiteren Impfzentren in den Landkreisen sollen erst am 19. Januar, also in einer Woche, ihren Betrieb aufnehmen.

Dazu sagte die gesundheitspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Daniela Sommer, am Montag in Wiesbaden nach einer Sondersitzung des sozialpolitischen Ausschusses: „Die 28 Impfzentren sind derzeit ohnehin schon mit der Logistik und mit dem Lager geöffnet, da die mobilen Impfteams dort ihren Impfstoff für das Impfen in Altenheimen holen. Nicht alle Impfstraßen in allen Impfzentren müssen derzeit gleichzeitig geöffnet werden: Aber mit der Öffnung von einigen Impfstraßen in allen Impfzentren könnte dafür Sorge getragen werden, dass alle jetzt zu Impfenden einen schnellen und gleichen Zugang erhalten bis endlich genügend Impfstoff für alle Impfstraßen aller Zentren zur Verfügung stehen.“

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Die Entscheidung der Landesregierung, zunächst nur sechs Impfzentren in großen Städten in Betrieb zu nehmen, sei realitätsfremd und falsch, so Dr. Sommer: „Die Bürgerinnen und Bürger auf dem Land werden dabei zurückgesetzt. Gerade unter den alten Menschen über 80, die besonders vor Corona geschützt werden müssen, sind viele nicht mehr so mobil, dass sie die lange Anreise zu einem der sechs Regionalen Impfzentren bewältigen können. Wer nicht das Glück hat, in der Nähe von Kassel, Gießen und Fulda oder in der Metropolregion Rhein-Main zu wohnen, der muss lange Autofahrten und noch längere Anreisen mit dem ÖPNV auf sich nehmen, um möglichst bald geimpft zu werden. Dazu aber sind viele in der besonders priorisierten Altersgruppe über 80 gar nicht imstande. Eine Zumutung ist es in jedem Fall, zumal auch die übrigen 22 Impfzentren der Landkreise seit Wochen einsatzbereit sind – sie werden aber nach der so genannten ‚Impfstrategie‘ der Landesregierung erst später mit dem Impfstoff beliefert. Das ist weder epidemiologisch noch politisch nachvollziehbar.“ Dr. Sommer erneuerte daher die Forderung ihrer Fraktion, auch die Impfzentren in den Landkreisen sofort mit Impfdosen zu versorgen, um die Wege für die als besonders vulnerabel eingestuften Impfkandidaten zu verkürzen.

„Aber“, so Daniela Sommer, „damit ist es nicht getan: Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen leben nicht in Heimen und Pflegeeinrichtungen, sondern werden zu Hause betreut. Deswegen müssen die Möglichkeiten zur häuslichen Impfung durch mobile Teams unbedingt ausgeweitet werden. Auch die Hausarztpraxen müssen eingebunden werden, um wohnortnahe Impfungen zu ermöglichen.“

Trotz der Vorbereitung der hessischen Impfstrategie gebe es zu Beginn des Impfgeschehens Probleme und immer noch viele offene Fragen unbeantwortet. Dr. Sommer kritisierte: „Wir brauchen keine Worthülsen, wir brauchen Konkretes: Wir hoffen, dass die Landesregierung schleunigst die Antworten zu den offenen Fragen liefert, denn Bürgerinnen und Bürger brauchen Klarheit über das Impfgeschehen. Aber nicht nur das Impfgeschehen, auch die Testungen müssen weiter vorangetrieben werden; gerade dort, wo sich Herde – wie zuletzt oftmals in Altenheimen geschehen – bilden können, ist dies ein wichtiges Element, um Infizierungen erkennen und unterbinden zu können. Von Beginn an hat die Landesregierung dieses Instrument vernachlässigt. Mehrmalige SPD-Anträge zu einer umfassenden Teststrategie hat die schwarzgrüne Koalition abgelehnt, das hat sich mehrfach gerächt, dabei sollten wir alle Bausteine über die Hygieneregeln, den Testungen bis hin zum Impfen nutzen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.“

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