Sommer wird Patin für Arzhang Davoodi

Frankenberg/Frankfurt am Main(pm). Die Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer hat eine politische Patenschaft für den iranischen Demokratieaktivisten Arzhang Davoodi übernommen, der sich seit 2016 im Zabul-Gefängnis in Isolationshaft ohne Tageslicht befindet. Sommer engagiert sich im Rahmen des Patenschaftsprojekts der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) für die Freilassung des Lehrers und Schriftstellers.
Arzhang Davoodi wurde 2003 vom Islamischen Revolutionsgericht zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er ist einer der ältesten politischen Gefangenen im Iran.

Der 1953 Geborene hat trotz jahrelanger Haft, der Verlegung in verschiedene Gefängnisse, zahlreiche Körperverletzungen und Hungerstreiks seine Überzeugungen nicht aufgegeben. Davoodi setzt sich für Frieden und Demokratie ein. Er ist verheiratet und war als Dichter, Lehrer und Schriftsteller tätig. Er wird unter anderem beschuldigt, eine Oppositionsgruppe gegründet und ein „Anti-Regime-Manifest“ verfasst zu haben. Zudem wird ihm „Beleidigung des obersten Religionsführers“, „Blasphemie“ und die Mitarbeit an einem Dokumentarfilm über Menschenrechtsverletzungen im Iran vorgeworfen. Im Juni 2014 wurde Davoodi wegen der angeblichen „Unterstützung der Oppositionsbewegung der Volksmudschaheddin“ zum Tode verurteilt, das Urteil schließlich aber zu fünf weiteren Jahren Gefängnis umgewandelt. Durch erlittene Folter während seiner Inhaftierung hat Davoodi einen Teil seines Hör- und Sehvermögens verloren.

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In der Gefangenschaft trat er 2016 in den Hungerstreik. Nach der Bekanntgabe seines Hungerstreiks schrieb Davoodi eine Erklärung über die menschenunwürdigen Haftbedingungen der Gefangenen und der weitreichenden Korruption im Regime. Er schrieb: „Ich werde meinen Hungerstreik so lange nicht beenden, bis sich die Bedingungen der Gefangenen verbessern. Die internationalen Menschenrechtsgremien müssen über diese Haftbedingungen reden.“ Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, hebt hervor: „Wir freuen uns, dass sich Dr. Daniela Sommer für den inhaftierten Autor und Bürgerrechtler einsetzt. Deutschland nimmt für den Iran politisch und wirtschaftlich eine bedeutende Rolle ein, daher ist das Engagement einer deutschen Politikerin umso so wertvoller.“


Dr. Daniela Sommer sagt zu der Übernahme ihrer Patenschaft: „Für uns ist es unvorstellbar, dass ein Mensch eine Strafe für seine friedlichen Aktivitäten, unter anderem der Leitung eines Bildungszentrums, erhält und auf Grund seiner politischen Meinung und der friedlichen Ausübung seines Rechtes auf Meinungsfreiheit zum Tode verurteilt wird. Seine Mission, sich für Meinungsfreiheit, Demokratie und Frieden einzusetzen, brachten Davoodi ins Gefängnis und in Gefahr. Mit meiner Patenschaft möchte ich auf diesen Fall aufmerksam machen und mich einsetzen für Menschenrechte und gegen Menschenrechtsverletzungen, gegen Folterer, gegen illegale Anschuldigungen und gegen inhumane Haftzustände.“

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Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehöriger ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierung ausgesetzt: Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden, wie die IGFM kritisiert. Insbesondere Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft werden vom iranischen Regime als politisches Druckmittel gegen andere Staaten eingesetzt. Weitere Informationen zu Menschenrechten im Iran www.igfm.de/iran/

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