Kinos brauchen eine Perspektive

Wiesbaden(pm). Mit einem dringlichen Berichtsantrag hat sich die SPD Fraktion im kulturpolitischen Ausschuss nach der Situation der Kinos während der Corona-Krise erkundigt. Dazu erklärte die Sprecherin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Daniela Sommer: „Unsere Kinos und Kulturschaffenden brauchen endlich Perspektiven, wie sie durch die Pandemie kommen können und vor allem, wie sie nach der Pandemie wieder neu starten können.“ Hessen habe ein großes Kinoangebot mit vielen Millionen Kinobesuchen. In Klein-, Mittel- und Großstädten, verdichteten Ballungsgebieten, aber auch im ländlichen Raum fänden sich sämtliche Spielarten und Formen des Kinomachens. Sommer will, dass diese Kinolandschaft auch über Corona hinaus Bestand hat.

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„Die Kinobranche ist in großer Sorge. Sie befürchten, dass ohne eine weitere flächendeckende Unterstützung ein breites Kinosterben bevorsteht, das allein durch unternehmerische Aktivität nicht aufzuhalten ist. Hier muss die Landesregierung neben dem Bund mehr Unterstützung für die heimischen Kinos bieten“, sagte Sommer und verwies auf andere Bundesländer, die engagiert und vorbildlich die Existenzsicherung der Kinos unterstützen würden. In Bayern sei beispielsweise ein Kulturförderprogramm beschlossen worden, das unter anderem Betriebskostenzuschüsse für Kinos für den Zeitraum Januar-Juli 2021 ermögliche. NRW folge mit einem 15 Mio. € starken Kinohilfsprogramm. „An diesen Beispielen kann sich das Land Hessen orientieren. Ohne eine an den Fixkosten angelehnte staatliche Unterstützung werden die Kinos in Hessen nicht überleben, ebenso wenig wie andere Kulturstätten und nicht zuletzt einzelne Akteure, allen voran die Soloselbständigen“, so Sommer.

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Die Landesregierung wolle die Ausgestaltung der Überbrückungshilfen III abwarten, so der Bericht im Ausschuss, um dann Möglichkeiten der Förderung zu prüfen, um etwaige Lücken zu schließen. Sommer forderte diesbezüglich, dass die Programme so aufeinander aufzubauen und abzustimmen sind, damit sie nicht überlappen und nicht in Konkurrenz zu den Bundesmitteln stehen. Die bisherigen für die Kultur- und Kinoszene aufgelegten Hilfsprogramme wie „Hessen kulturell neu eröffnen“ dienten vor allem dem Neustart. Diese seien zwar hilfreich gewesen, aber nicht auf Dauer ausreichend. „Hier muss dringend ein Richtungswechsel stattfinden hin zur Existenzsicherung, damit das Überleben der Kinos und ihrer Betreiber gesichert werden kann. Wir appellieren deshalb an die Landesregierung, Insolvenzen abzufedern, die Kinos nicht sterben zu lassen und vor allem Kultur, sobald wie möglich, wieder stattfinden zu lassen. Die Kinos, aber auch alle Kulturschaffenden brauchen eine Perspektive“, sagte Sommer.

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