Arbeitslosigkeit weiter gesunken

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Quote im Agenturbezirk unter 4-Prozent-Marke, aber deutlich höher als 2019

Korbach(pm). Die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Oktober fortgesetzt, die Arbeitslosigkeit ist im Bereich der Arbeitsagentur Korbach weiter zurückgegangen. In den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder sind 7311 Menschen arbeitslos gemeldet, 356 weniger als im September (minus 4,6 Prozent), aber 1551 mehr als vor einem Jahr (plus 26,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,1 Prozent im September auf jetzt 3,9 Prozent. Im Oktober 2019 hatte sie noch bei 3,1 gelegen. Die Zahlen zum Stichtag 12. Oktober böten eigentlich Anlass zu einer vorsichtig optimistischen Beurteilung des heimischen Arbeitsmarktes, kommentiert Agenturchef Uwe Kemper. „In einigen Bereichen – beispielsweise der Zahl der Menschen, die in Erwerbstätigkeit gewechselt sind – bewegen wir uns in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.“ Bei den Ausbildungsstellen für den Start in 2021 seien mit mehr als 1500 Angeboten bereits deutlich mehr gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres – auch das sei ein positives Zeichen. Allerdings: Es dürfe nicht übersehen werden, dass aktuell nahezu 27 Prozent mehr Menschen ohne Arbeit seien als vor einem Jahr. Und die Auswirkungen der aktuell stark steigenden Infektionszahlen ließen sich noch nicht abschätzen. Kemper: „Auf alle Fälle sorgt die derzeitige Entwicklung für große Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt. Es kommt jetzt darauf an, wie gut wir die Pandemie in den Griff bekommen.“

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Besonders deutlich ist im Oktober die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 19-Jährigen zurückgegangen, nämlich um 30,5 Prozent gegenüber September. Dennoch suchen immer noch 141 Jugendliche im Agenturbezirk eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle. Kaum rückläufig ist hingegen die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen (minus 0,8 Prozent). Wie in den vergangenen Monaten ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen erneut gestiegen auf jetzt 1808, im September waren es 1797 gewesen, im Oktober vorigen Jahres 1384. Erneut zugelegt hat der Bestand an offenen Stellen: 2651 waren im Oktober im Agenturbezirk gemeldet, 88 mehr als im September. Der Abstand zum Vorjahr verringert sich allmählich: Im Oktober liegt der Stellenbestand 16,3 Prozent niedriger als im Oktober 2019 mit 3168 offene Stellen. Im September hatte der Unterschied zum Vorjahresmonat noch bei 23 Prozent gelegen.

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Bei der tatsächlichen Kurzarbeit war auf Agenturebene der Höhepunkt im April erreicht, als 22.233 Beschäftigte in 2221 Betrieben in den beiden Landkreisen in Kurzarbeit waren. Im Juni waren es noch 16.108 Arbeitnehmer in 1411 Betrieben. Hochrechnungen für Juli liegen noch nicht vor, weil die Arbeitgeber drei Monate Zeit für die Abrechnung der Kurzarbeit haben. Die Zahl der neuen Kurzarbeitsanzeigen ist seit April stetig gesunken, in diesem Monat waren es bis zum Stichtag 25. Oktober noch 16 Anzeigen.

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Die Arbeitsmarktzahlen im Einzelnen:

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Oktober 3453 Menschen auf Jobsuche, 174 weniger als im September (minus 4,8 Prozent) und 693 mehr als im Oktober 2019 (plus 25,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,9 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte gegenüber September) und liegt damit 0,8 Prozentpunkte höher als im Oktober 2019. Auf Landkreisebene liegen Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis Mai vor: Danach waren in Waldeck-Frankenberg 14304 Beschäftigte in 1032 Betrieben in Kurzarbeit (April: 15034 Personen in 1194 Unternehmen).

Korbach mit Bad Wildungen. 1594 Menschen ohne Arbeit waren im Oktober in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 105 weniger als im September (minus 6,2 Prozent) und 277 mehr als vor einem Jahr (plus 21 Prozent). Die Quote sinkt um 0,3 Punkte auf 3,8 Prozent und liegt damit noch 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Frankenberg. 1081 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 62 weniger als im September (minus 5,4 Prozent). Das entspricht einem Anstieg von 295 gegenüber Oktober 2019 (plus 37,5 Prozent). In Frankenberg sinkt die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent, im Oktober 2019 lag sie bei 2,7 Prozent.

Geschäftsstelle Bad Arolsen. 778 Menschen ohne Beschäftigung sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zu September sind das 7 Personen weniger (minus 0,9 Prozent), zu Oktober 2019 aber 121 Personen mehr (18,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert 4,4 Prozent, das ist ein Anstieg um 0,7 Prozentpunkte gegenüber Oktober 2019.

Landkreis Schwalm-Eder. 3858 Arbeitslose waren im Oktober im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 182 weniger als im September (minus 4,5 Prozent) und 858 mehr als im Vorjahresmonat (plus 28,6 Prozent). Die Quote liegt bei 3,9 Prozent, das entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten gegenüber September und einem Anstieg von 0,8 Prozentpunkten gegenüber Oktober 2019. Nach der Hochrechnung über die realisierte Kurzarbeit haben im Mai im Landkreis 6575 Arbeitnehmer in 816 Betrieben kurzgearbeitet, im April waren es 7199 Beschäftigte in 1027 Betrieben.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 1767 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst. Das sind 114 weniger als im Vormonat (minus 6,1 Prozent) und 416 mehr als im Vorjahresmonat (plus 30,8 Prozent). Die Quote sinkt auf 3,8 Prozent (September 4,0 Prozent). Im Oktober 2019 hatte sie bei 2,9 Prozent gelegen.

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im Oktober 1024 Personen arbeitslos gemeldet, 16 weniger als vor vier Wochen (minus 1,5 Prozent) und 173 mehr im Jahresvergleich (plus 20,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,0 Prozent und damit 0,1 Punkte niedriger als im September und 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1067 Menschen auf Jobsuche zeigt die Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 52 weniger als im September (minus 4,6 Prozent) und 269 mehr als vor einem Jahr (plus 33,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,0 Prozent, im September hatte sie bei 4,2 gelegen und im Oktober 2019 bei 3,0 Prozent.

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