Wetteraner Bio-Bauern brauchen Beistand

Foto: Annika Neebe

Wetter-Unterrosphe(pm). Auf dem Traditionshof in Wetter-Unterrosphe wird schon seit vier Generationen und über 30 Jahren leidenschaftliche Landwirtschaft gelebt. Mit Herzblut bewirtschaftet Familie Neebe 200 Hektar Land und pflegt 75 Milchkühe sowie 70 Rinder und Kälber. Nicht zuletzt durch Corona spitzt sich die finanzielle Lage der Wetteraner Landwirte jedoch weiter zu: die Milchpreise sind auch in diesem Jahr viel zu niedrig, die Futterernte schlecht und wem Tierwohl am Herzen liegt, der kämpft mit immensen Haltungskosten.

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Familie Neebe bewirtschaftet den Betrieb schon immer an der Grenze zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft, das bedeutet, sie verwenden weitaus teureres Bio-Saatgut und verzichten auf Düngemittel und Schädlingsbekämpfung. Da der Hof aber kein passendes Label hat, bedeutet auch das einen wirtschaftlichen Verlust. Denn: für die Ernte wird kein „Bio-Preis” gezahlt. Jetzt wollen die Landwirte komplett auf einen ökologischen Betrieb umstellen. Zwei Jahre dauert es, bis das entsprechende Label ausgestellt wird. Zwei Jahre in der weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, diese aber nicht entsprechend bezahlt werden. 200.000 Euro kostet die Umstellung und der Erhalt des Familienbetriebes. Tochter Annika (25) kämpft für den Traum ihrer Familie. Mit einer Online-Fundraisingkamapgne auf GoFundMe sammelt sie Spenden für den Biohof. Über 6.000 Euro wurden schon für Familie Neebe gespendet.

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„Unser Ziel ist es, in zwei Jahren komplett auf Bio umgestellt zu haben. Somit möchten wir nicht nur unsere finanzielle Situation verbessern, sondern damit einhergehend auch das Wohlergehen unserer Tiere weiterhin sichern sowie unseren Beitrag zur Erhaltung unserer Mutter Natur leisten”, schreibt Annika Neebe in dem Spendenaufruf. „Um weiterhin ein kleiner Familienbetrieb bleiben zu können, ist dies außerdem die einzige Möglichkeit. Zudem wünsche ich mir endlich einen angemessenen Lohn für die harte Arbeit, die mein Vater 365 Tage im Jahr leistet. Zudem ist er jetzt 56 Jahre alt und ich befürchte, dass er dieses Arbeitspensum nicht mehr lange durchhält.”

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Außerdem ruft sie dazu auf, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und regionale Familienbetriebe statt “Tierfabriken” zu unterstützen. „Ich könnte noch so viel mehr schreiben. Die ganzen Marktverhältnisse ausführen etc. Aber das wird jetzt hier zu weit gehen. Fakt ist, bei dem Wert, der unseren Grundnahrungsmitteln in Deutschland zukommt, lässt sich nicht würdevoll mit Mensch, Tier und Natur umgehen.”

Spenden: https://de.gofundme.com/f/rettet-unseren-hof-umstellung-auf-biobauernhof

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