Ambitionsloser Radwegebau – seit 2008 lediglich 4,8 km saniert und 1,2 km in Planung

Dieter Odenwald und MdL Dr. Daniela Sommer im Orpetal. Foto: Rolf Römer/nh

Waldeck-Frankenberg/Wiesbaden(pm). „Wenn der Radwegebau schneller vorankäme wäre das eine absolute Bereicherung für die Radfahrer in Waldeck-Frankenberg. Wir brauchen gute Wege für kürzere Strecken zwischen Ortschaften oder um zum nächsten Arzt oder zu Einkaufsmöglichkeiten zu kommen. Das können weder die Kommunen, noch der Kreis alleine leisten- das Land ist zuständig und muss bei der Planung und vor allem bei der Realisierung endlich aus seinem Schneckentempo rauskommen,“ so die heimische Abgeordnete Dr. Daniela Sommer.

Die SPD-Landtagsabgeordnete kritisiert den schleppenden Ausbau der Radwege entlang von Bundes- und Landstraßen in Waldeck-Frankenberg. Sommer hatte zu diesem Thema als Abgeordnete eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, die nun aus Wiesbaden beantwortet wurde.
„Erstens geht aus der Antwort auf meine Anfrage hervor, dass das Land bislang für den Landkreis Waldeck-Frankenberg noch keine Erfassung und Bewertung der Radwege entlang der Bundes- und Landstraßen gemacht. Die Landesregierung weiß also nicht, in welchem Zustand diese sind. Für diese Radwege ist die Landesbehörde Hessen Mobil als Baulastträger zuständig. Vor Ort – das wissen die Kommunalpolitiker und auch die Radfahrerinnen und Radfahrer gibt es schon bestehenden Radwegen einen massiven Sanierungsstau“, so Sommer.

Aus der Antwort des grünen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir seien seit 2017 im gesamten Waldeck-Frankenberg lediglich 4,8 Kilometer Radweg an der L 3393 zwischen Bontkirchen – Diemelsee saniert worden. „Aber auch den Bau von neuen Radwegen unter der schwarz-grünen Landesregierung kann man nur als ambitionslos beschreiben: In der Tabelle der ab dem Jahr 2008 neu- bzw. ausgebauten Radwege an Landesstraßen ist der Landkreis nicht dabei, folglich wurde nicht ein Radweg neu gebaut! Unter dem grünen Verkehrsminister, der immerhin schon seit sieben Jahren im Amt ist, gab es in Waldeck-Frankenberg keinen Radwegneubau durch das Land. Dafür, dass das Land sich für den Radwegebau lobt, ist nicht ein einziger gebauter Kilometer in Waldeck-Frankenberg ein Armutszeugnis.

Auch in unterschiedlichen Planungsphasen befinden sich zusammengenommen lediglich 1,2 Kilometer entlang von B252 (Twistetal Berndorf – Twistetal/ Twiste komb. Rad-/Gehweg) im gesamten Kreisgebiet. Das deutet nicht auf einen großen Ausbau der Radwege hin“, so die Sozialdemokratin. Dr Daniela Sommer hat sich vor Ort mit den Genossen über die Situation des Diemelradweges informiert. Sie sieht momentan gemeinsam mit Dieter Odenwald und Rolf Römer ein „Fenster der Möglichkeiten“, das unbedingt genutzt werden muss: „Die Rahmenbedingungen sind extrem günstig: Radfahren ist in Mode, gesund, schont das Klima und wird als wichtiger Baustein eines modernen Mobilitätsmixes anerkannt. Damit das funktioniert, müssen wir jetzt Infrastruktur schaffen, die den Radverkehr gerade auch im Alltag nachhaltig sicherer, komfortabler und schneller ermöglicht. Wir brauchen mehr und bessere Radwege! Viele Menschen würden auch in der Waldeck-Frankenberg gerne das Rad für Strecken im Alltag nutzen, wenn es entlang der Landstraßen sichere, gut ausgebaute Radwege gäbe. Gerade der Diemelradweg ist ein gutes Beispiel dafür, dass im Land nichts passiert und dass die Chancen für Verkehrswende, Radverkehr und Radtourismus verschlafen werden.“


Radfahren ist derzeit wieder in Mode und der sanfte Tourismus hat weiter Hochkonjunktur. Der ADFC hat den Diemelradweg mit 4-Sternen ausgezeichnet. Er verbindet abwechslungsreiche Landschaft, Ruhe und Erholung mit aktiver Freizeitgestaltung, Kultur und Geschichte. 111 Kilometer führt der Radweg durchs Diemeltal, von ihrer Quelle in Willingen-Usseln bis zur Mündung in Bad Karlshafen. „Mit der Vier-Sterne-Auszeichnung hat der Radweg die überregionale Aufmerksamkeit erhalten, die er schon lange verdient hat. Aber es steckt noch mehr Potenzial in dem Radweg, gerade die Sicherheit an den Landstraßen ist nicht immer gewährleistet, hier wäre ein Ausbau dringend geboten“, so Sommer, Odenwald und Römer.
Sie sind sich sicher, dass die 5 Sterne-Kategorie – also die Höchstauszeichnung – erreicht werden könnte. Dies wäre ein tolles Alleinstellungsmerkmal für die Diemelgemeinden. Sommer begrüßt das Engagement der Genossen vor Ort. Gemeinsam mit den Lokalmatadoren will sie sich für umsetzungsorientierte bessere Bedingungen für Radfahrer einsetzen: „Der Radwegeausbau und die Sanierung der Radwege wäre eine absolute Bereicherung für die Radfahrer. Da ist das Land ist zuständig und muss bei der Planung und vor allem bei der Realisierung endlich aus seinem Schneckentempo rauskommen“, fordert sie abschließend.

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