5000 Jahre altes Großsteingrab bei Büren

Studierende der WWU Münster bei der Ausgrabung des Megalithgrabs Wewelsburg II 2018; Foto: Altertumskommission für Westfalen /Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Leo Klinke
Neues zum Megalithgrab Wewelsburg II – Vorstellung der Forschungsergebnisse

Büren/Kreis Paderborn (krpb). Archäologen vermuteten seit einigen Jahren auf einem Acker nahe der Wewelsburg die Reste eines Großsteingrabes aus der Jungsteinzeit. Dann fand der Landwirt beim Pflügen einen großen Findling und meldete diesen der Denkmalbehörde, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Beim Anheben des Findlings wurden unter diesem Stein menschliche Knochen entdeckt. Als ein weiterer Findling auftauchte, wieder mit menschlichen Knochen in der Nähe, stand fest, dass an dieser Stelle, an der keine Findlinge natürlich vorkommen, der Mensch sie dorthin transportiert haben musste.

Im Sommer 2018 fanden Grabungen der Universität Münster in Kooperation mit der Altertumskommission und der LWL-Archäologie für Westfalen statt und bestätigten die Vermutung: Die Wissenschaftler fanden zwischen den Steinen die jahrtausendalten sterblichen Überreste der Bestatteten. Am Donnerstag, den 17. September 2020, 19 Uhr, stellt Leo Klinke M.A. erste Forschungsergebnisse der Grabung vor, die eine virtuelle Rekonstruktion der jungsteinzeitlichen Begräbnisstätte erlauben. Der Vortrag findet im Burgsaal der Wewelsburg statt. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie ist eine Teilnahme nur mit Anmeldung unter der Telefonnummer 02955 7622-0 (Kreismuseum Wewelsburg) möglich.

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In der Zeit von 3500 bis 2800 vor Christus errichteten die Menschen in Mittel- und Nordeuropa Anlagen aus großen Steinen, die so genannten Megalithgräber, in denen die Toten über mehrere Generationen bestattet wurden. Bei der Freilegung in der Nähe von Büren stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die unterirdische Grabstätte und die darin gefundenen Knochen sich in einem sehr guten Zustand befinden und deshalb mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden Hinweise auf die Herkunft und Ernährung der bestatteten Menschen gewonnen werden können.

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Klinke studierte Klassische Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte u. a. an den Universitäten Münster, Kiel, Bochum und Wien mit Schwerpunkten in den Bereichen “Landschaftsarchäologie” sowie “digitaler Archäologie” bzw. “Archäoinformatik” und erarbeitet derzeit eine Dissertation zum Thema “Wahrnehmung (prä-)historischer Landschaften. Möglichkeiten der Objektivierung mittels Virtual Reality“.

Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Altertumskommission für Westfalen und dort Projektleiter des Projekts „Megalith in Westfalen“

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