Zwei neue Wohngruppen und Neubaupläne

Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina informiert Beiratsmitglieder

Haina (Kloster)/RouvenRaatz. Über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina hat Ärztliche Direktorin Dr. Beate Eusterschulte im Hainaer Forensikbeirat informiert. Das Infektionsgeschehen erforderte vielfältige Maßnahmen, die in einem umfangreichen Konzept definiert worden sind. Sie hatten primär zum Ziel, die Gefahr einer Einschleppung und Verbreitung des SARS-CoV-2-in die Klinik maximal zu reduzieren. Deshalb waren in der Zeit des Lockdowns beispielsweise weder Patientenbesuche gestattet, noch wurden die Patienten – wie sonst im Rahmen der Vorbereitung auf die Entlassung üblich – beurlaubt. Sie hatten sich vorwiegend auf dem Klinikgelände aufzuhalten. „In Abstimmung mit der in Hessen für den Maßregelvollzug zuständigen Fachaufsicht, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, haben wir im Juni und Juli die Klinik wieder nach außen geöffnet“, erläuterte die Ärztliche Direktorin. „Patienten dürfen wieder Besuch bekommen und auch an externen Maßnahmen teilnehmen.“ Ihr Zwischenfazit fällt positiv aus. „Größere Infektionsgeschehen hatten wir nicht zu verzeichnen.“

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Konstant hohe Belegung

Hessenweit waren in den vergangenen Monaten zwischen 570 und 580 psychisch kranke Menschen gemäß § 63 Strafgesetzbuch im Maßregelvollzug untergebracht. Die Hainaer Vitos Klinik für forensische Psychiatrie mit dem Standort in Gießen ist derzeit mit 393 Patienten belegt. Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre rechnet Dr. Beate Eusterschulte mit steigenden Patientenzahlen. Darauf hat Vitos in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration reagiert. Im Hopfenweg in Haina wurde im Mai eine offene Wohngruppe mit zwölf Plätzen eröffnet und in Gießen im August eine Wohngruppe mit sechs Plätzen. Diese wurde auf dem Campus in der Licher Straße in modernen Wohn-Containern
eingerichtet. In beiden Wohngruppen werden Patienten auf ihre Entlassung
vorbereitet.

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Detailplanung des Ersatzneubaus

Auf den Weg gebracht wurde in den vergangenen Monaten der Ersatzneubau auf dem Campus in Haina. Anvisiert sind dafür Flächen im Hohen-Lohr-Weg in Anbindung an die bestehenden Klinikgebäude. „Der aktuelle Baubestand mit Drei oder Vier-Bett-Zimmern entspricht nicht den Unterbringungsanforderungen. Und wenig funktionale Stationsräume verhindern die optimale Gestaltung der Abläufe“, erläuterte Matthias Müller, der Geschäftsführer von Vitos Haina. Das erarbeitete Konzept sieht neben der Modernisierung von Klinikbereichen auch mehrere Neubauten vor, um Raum für Ein-Bett-Zimmer zu schaffen. Geschäftsführer Müller kündigte für die nächste Sitzung des Forensikbeirates im Jahr 2021 die Präsentation
erster Visualisierungen der Neubauten an. Aktuell erfolgt die Detailplanung.

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Neuer stellvertretender Ärztlicher Direktor

Dr. Sven Krimmer stellte sich den Forensikbeiratsmitgliedern als neuer Stellvertreter der Ärztlichen Direktorin vor. In der Funktion folgt er auf Dr. Volker Hofstetter, der Ende Juni nach mehr als 30 Jahren in Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie in den Ruhestand verabschiedet wurde. Krimmer arbeitet seit 2007 in der Klinik. Kurz fiel der allgemeine Klinikbericht der Ärztlichen Direktorin aus: Weder in Haina noch in Gießen gab es bis jetzt Entweichungen.

Umgang mit Gewalt

Einblicke in den Klinikalltag gewährte Dr. Beate Eusterschulte mit dem Vortrag zum Umgang mit Aggression und Gewalt, „eines der Themen mit oberster Priorität in den forensischen Kliniken“. Die Voraussetzung für den richtigen Umgang sei ein tiefer gehendes Verständnis für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Begünstigung von Gewalt und Aggressionen. Der Vortrag vermittelt wissenschaftliche Grundlagen, Verfahren zur Risikobeurteilung und Maßnahmen zur Prävention und Deeskalation
gewalttätigen Verhaltens.

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