Weiter ausbilden – für die Zeit nach Corona

Arbeitsagentur, Kreishandwerkerschaft und IHK appellieren an Ausbildungsbetriebe

Korbach(pm). Mehr als 2700 junge Menschen beginnen im Bezirk der Arbeitsagentur Korbach jedes Jahr eine duale Ausbildung. Auch für das neue Ausbildungsjahr ab Sommer 2020 sind schon zahlreiche Verträge geschlossen. Gleichzeitig waren Ende März im Agenturbezirk (Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder) noch rund 1200 unbesetzte Ausbildungsstellen und 800 Bewerber ohne einen Ausbildungsplatz registriert. Die Corona-Epidemie hat nun für Verunsicherung und Informationsbedarf hinsichtlich der Organisation bestehender und neuer Ausbildungsverhältnisse geführt.

Uwe Kemper, Leiter der Arbeitsagentur Korbach, appelliert daher an die Ausbildungsbetriebe, auch an die Zeit nach der Corona-Krise zu denken und jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. „Niemand kann derzeit verlässlich vorhersagen, wie sich die Wirtschaft von den gravierenden Einschränkungen durch Corona erholen wird. Aber in den vergangenen Jahren wurde immer wieder auf die drängenden Probleme durch fehlende Auszubildende hingewiesen. Wer jetzt bei der Ausbildung nicht nachlässt und für Fachkräfte-Nachwuchs sorgt, wird seine Wettbewerbsfähigkeit steigern und leistet einen Betrag, dem Fachkräftemangel, der voraussichtlich auch nach Krise aktuell sein wird, entgegenzuwirken.“

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Kemper weist außerdem darauf hin, dass auch Azubis nach der aktuellen gesetzlichen Regelung nach sechs Wochen Kurzarbeitergeld erhalten können. Die Arbeitsagentur übernehme neben dem Kurzarbeitergeld auch die kompletten Sozialleistungen, daher böte sich Betrieben hier eine Chance, den dringend benötigten Nachwuchs zu halten. Bei Fragen steht der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Korbach unter Telefon 05631/957-610 zur Verfügung. „Wir lassen uns von Corona nicht ins Handwerk pfuschen“, betont Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. „Wir wissen was zu tun ist. Dazu gehört selbstverständlich die Fachkräfte der Zukunft auszubilden. Für uns und für alle. Für die Zukunft.“

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Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Kassel-Marburg, hat insgesamt sehr gute Rückmeldungen der IHK-Berater über das weiterhin anhaltende Interesse gerade auch neuer Betriebe an der Ausbildung. Er kann allerdings auch nachvollziehen, dass gerade kleinen Betrieben Sorge bereitet, im Falle von Kurzarbeit die Gehaltszahlung für weitere sechs Wochen zunächst selbst leisten zu müssen. Dr. Fölsch kündigte an, dass die IHK bereits eine umfangreiche Informations- und Beratungskampagne zum Thema Ausbildung für Betriebe, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern plant.

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