Mehr als 1.285 Namen

Bundesweiter Beleuchtungs-Flashmob aller Gedenkstätten am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Kreis Paderborn(krpb). In diesem Jahr jährt sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs und damit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland und vielen europäischen Ländern. Das Kriegsende bedeutete zunächst das Ende von Verfolgung, Mord, Ausbeutung und Unterdrückung. Gleichzeitig war es für viele jedoch nicht das Ende ihres Leidensweges, als sie feststellen mussten, dass ihre Angehörigen umgebracht worden waren oder sie kein Zuhause mehr hatten. Für sie hörte die Dunkelheit nicht auf. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. Dort starben im Zeitraum 1940 bis 1945 über 1,5 Millionen Menschen. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag der Befreiung zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Viele Gedenkstätten möchten an diesem Tag ein Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit und wachsendem Antisemitismus und beteiligen sich von 17 bis 19 Uhr an einem bundesweiten Beleuchtungs-Flashmob. An der illuminierten Wewelsburg werden am Montag, 27. Januar, die Namen der 1.285 Todesopfer des KZ Niederhagen vorgelesen.

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Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, hatte die Wewelsburg mit dem Ziel gepachtet, sie zu einem Führungszentrum seiner Organisation umzubauen. Die Pläne waren gigantisch. In letzter Konsequenz hätte das Dorf Wewelsburg weichen müssen. Um genug Arbeitskräfte für den Ausbau zu bekommen, wurde in unmittelbarer Nachbarschaft das KZ Niederhagen errichtet. 1285 Häftlinge starben an den qualvollen Arbeits- und Lagerbedingungen. Die Teilnahme am bundesweiten Beleuchtungsflashmob ist ein Kooperationsprojekt vom Kreismuseum Wewelsburg, „Gedenktag 2. April in Wewelsburg – Verein wider das Vergessen und für Demokratie e.V.“, Evangelische Kirchengemeinde Büren-Fürstenberg, Pastoralverbund Büren – St. Jodokus Wewelsburg, Demokratie-Büro Kreis Paderborn und Bildungspartnerschulen der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945.

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Das Vorlesen der Namen in der Burggräfte beginnt nach der Blumenniederlegung des Vereins „Gedenktag 2. April“ am Mahnmal auf dem Appellplatz des ehemaligen KZ Niederhagen in der Ahornstraße. Der Zugang zur Gräfte erfolgt durch das Wachgebäude. Es werden warme Getränke angeboten, um der Kälte zu trotzen.

Die Gedenkstätte ist an diesem Tag von 16 – 20 Uhr geöffnet.

Im Laufe des 27. Januar wird die Internetseite www.lichter-gegen-dunkelheit.de freigeschaltet, mit Fotos von der Aktion. Bilder des Beleuchtungsflahsmobs werden unter #LichterGegenDunkelheit auch in den Sozialen Medien verbreitet. Die Wewelsburg im Internet: www.wewelsburg.de.

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