Mit ruhiger Hand und untrüglichem Gespür für das Machbare

Ein Praktiker mit untrüglichem Gespür für das Machbare: Landrat Manfred Müller (links im Bild) verabschiedet Herbert Temborius (rechts im Bild) nach 46 Dienstjahren in den Ruhestand. Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Michaela Pitz

Ordnungsamtsleiter Herbert Temborius in den Ruhestand verabschiedet

Kreis Paderborn(krpb). Das Ordnungsamt ist eines der größten und weit verzweigten Ämter der Paderborner Kreisverwaltung. „Ich freue mich auf neue und spannende Aufgaben“, hatte Herbert Temborius bei seiner Amtseinführung im Juli 2010 gesagt. Davon sollte er reichlich bekommen: Die Themen Leitstelle, Krankentransport, Rettungswachen und Brandschutz sind in dem Ordnungsamt genauso verankert wie die Bekämpfung der Schwarzarbeit, das Schornsteinfegerwesen oder auch der Ausländerbereich. Als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sich die Anträge stapelten und die Menschen in der Warteschleife hingen, war für ihn klar: Registrieren und Anträge bis zur Entscheidungsreife vorbereiten können wir auch hier, vor Ort in Paderborn. Selbst in größten Stresssituationen blieb er ruhig und konzentriert. „Sie sind ein Praktiker mit dem untrüglichen Gespür für das Machbare, der die besondere Gabe besitzt, auf Menschen zuzugehen und Lösungen zu finden, ja sogar eigentlich unlösbare Fälle zu klären“, dankte Landrat Manfred Müller dem langjährigen Verwaltungsfachmann, der nach 46 Jahren bei der Kreisverwaltung Paderborn in den verdienten Ruhestand geht.

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Temborius betont stets seine schulische Herkunft: Als Volksschüler habe er es über den zweiten Bildungsweg geschafft, als Inspektoranwärter beim Kreis Paderborn durchzustarten und es bis zur Leitung eines verantwortungsvollen Amtes gebracht. „Ich möchte jungen Menschen mit auf den Weg geben: Bleibt dran. Lasst Euch nicht entmutigen. Geht Euren Weg“, bekräftigt Temborius.

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Die Verwaltungsarbeit hat er von der Pike auf gelernt. Nach Tätigkeiten im Straßenverkehrsamt sowie Rechnungsprüfungsamt übernahm er im Februar 1984 die Leitung der Verwaltung des Chemischen Untersuchungsamtes, das in den neunziger Jahren noch Teil der Paderborner Kreisverwaltung war. „Ich bin auch deshalb im Öffentlichen Dienst geblieben, weil ich mich im Chemischen Untersuchungsamt meiner Neigung als „Wirtschaftsmensch“ hingeben konnte“, erinnert er sich. Diese Phase brachte ihm intern den Ruf des Sanierers ein. Mit den dort gesammelten Erfahrungen wurde ihm im Dezember 1998 die stellvertretende Leitung des Rechtsamtes übertragen. Drei Jahre später wechselte er die Straßenseite: Statt im Kreishaus arbeitete Temborius in der gegenüberliegenden Kreispolizeibehörde als Abteilungsleiter der Verwaltung. Dort verantwortete er die Bereiche Personal, Finanzen und Organisation. „Diese Phase habe ich als absolute Bereicherung für meine persönliche Entwicklung wahrgenommen, da sie mich in die Welt der Uniformträger führte“, betont Temborius. Acht Jahre später wechselte er zurück ins Kreishaus: Landrat Manfred Müller übertrug ihm die Leitung des Ordnungsamtes.

„Sie haben die Kreisfeuerwehr- und Technikzentrale mit ruhiger Hand sehr effektiv umgestaltet. Ihnen gelang es, die Mitarbeitenden dabei einzubinden und zu überzeugen“, betonte Landrat Manfred Müller. Als Leiter der Ausländerbehörde und Verfasser des Handlungskonzeptes Integration habe er auch diesen Bereich nachhaltig gestaltet. Die Zentrale Bußgeldstelle habe er zu effektiver Schwarzarbeitsbekämpfung geführt. Als Leiter der Unteren Jagdbehörde habe er sich Anerkennung als Vorsitzender des Arbeitskreises Wild, Lebensraum und Gesellschaft verschafft. Ein „geht nicht“ hat er nie akzeptiert, weder bei sich noch bei anderen. „Immer einen Weg finden, mit einem Lächeln auf den Lippen und Konsequenz, ist eine persönliche Stärke, die wir immer neu beobachten konnten und über all die Jahre sehr geschätzt haben“, bekräftigte der Landrat. Ferdinande Schröder vom Personalrat der Paderborner Kreisverwaltung unterstrich, dass Temborius ein erfolgreicher Netzwerker sei, „auf Dich konnten sich alle verlassen“.

Herbert Temborius verabschiedet sich mit 64 Jahren mit einem lachenden und weinenden Auge, wie er betont. Er habe noch viel vor, hoffe auf eine gute Gesundheit. „Immerhin ist mein Vater 94 Jahre geworden. Das stimmt mich optimistisch“, lacht er. Zeit für die Familie steht natürlich ganz oben auf seiner neuen Tagesordnung. Denn die habe ihm immer den notwendigen Rückhalt und Stabilität gegeben. Dem Kreis Paderborn wird er noch eine Zeitlang erhalten bleiben: Temborius ist Geschäftsführer des ersten Deutschen Jugendwandertages vom ersten bis dritten Mai in Paderborn und nimmt weiterhin die Aufgabe des Vereinsbeauftragten wahr.

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