Uwe Hoffmann hat unserer Region ein Stück Mitmenschlichkeit beschert

Er war und ist Hoffnung für viele: Der Paderborner Tafel-Gründer Uwe Hoffmann (links im Bild) erhielt soeben das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Landrat Manfred Müller.Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitarbeit, Kreis Paderborn, Meike Delang

Der Paderborner Tafel-Gründer Uwe Hoffmann erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Kreis Paderborn(krpb). Hinsehen, helfen wollen und eine funktionierende Idee haben, das ist das Prinzip der Tafel in Deutschland: Die einen spenden einwandfreie Nahrungsmittel, die ansonsten entsorgt würden; die anderen holen sie ab und verteilen sie an Bedürftige. Uwe Hoffmann hat nicht weggeschaut und diese Brücke zwischen Überfluss und Mangel, Wohlstand und Armut in Paderborn gebaut.

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Er gründete im Sommer 2000 mit drei anderen die Tafel Paderborn und kümmert sich seitdem als Vorsitzender des Vereins, dass die Verteilung der Lebensmittel läuft. Was mit zwei Helfern und drei Kunden begann, ist heute Hoffnung für immer mehr Menschen: Nahezu 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass rund 3000 Kunden der Tafel für einen kleinen symbolischen Geldbetrag Lebensmittel kaufen können. Gäbe es sie nicht, bliebe in vielen Paderborner Haushalten wohl oft die Küche kalt. Über 1.500 Kinder bekämen keine gesunde Mahlzeit. Die Menschen bekommen an diesen Orten jedoch nicht nur Lebensmittel sondern auch menschliche Wärme. Sie erfahren, dass Hoffmann und seine Helfer sich unentgeltlich für sie einsetzen, weil ihnen ihr Schicksal am Herzen liegt. Der Bundespräsident hat Uwe Hoffmann aus Paderborn für sein langjähriges, soziales Engagement das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Manfred Müller überreichte im Rahmen einer Feierstunde im großen Sitzungssaal des Kreishauses Paderborn die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des Ministerpräsidenten, des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie der Regierungspräsidentin aus.

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Niemand muss in Deutschland hungern: Diesen Satz hören Uwe Hoffmann und seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer immer wieder in ihrem Alltag. Er antwortet stets: Armut wohnt auch gleich nebenan. Die Idee der Tafel hat ihn überzeugt: Überschüssige Lebensmittel werden im Handel und bei Herstellern eingesammelt und an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen verteilt. Auch die spendenden Lebensmittelhändler profitieren davon: Sie übernehmen soziale Verantwortung, sparen Entsorgungskosten und tragen dazu bei, dass hochwertige Lebensmittel nicht einfach auf dem Müll landen. Zu Beginn ruhte fast die gesamte Verantwortung auf Hoffmanns Schultern: Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Sponsoren mussten gefunden werden. Gleichzeitig kümmerte er sich um die notwendige Infrastruktur wie passende Räumlichkeiten, Kühlvorrichtungen und Fahrzeuge. Viel Mühe und Arbeit stecken im Aufbau des Vereins, die gesamte Infrastruktur musste mit der wachsenden Zahl an Kunden über all die Jahre Schritt halten. Aufgrund zunehmender gesundheitlicher Probleme hat ein Geschäftsführer zwischenzeitlich einen großen Teil der Aufgaben übernommen. Hoffmann kümmert sich jetzt vor allem um die Repräsentation und Akquise von Spenden.

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Hoffmann kooperiert auch mit der Bahnhofsmission und versorgt diese mit Lebensmitteln, die von dort aus an Bedürftige weitergegeben werden. Im Laufe der Jahre hat er innerhalb der Tafel eine Kleiderkammer integriert, damit auch Kleidung und Haushaltstextilien günstig weitergegeben werden können. Beim „Runder Tisch der Armut“ ist Hoffmann von Anfang an dabei. Hier arbeiten soziale Institutionen, Vereine und Verbände sowie Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche von Paderborn seit 2006 Hand in Hand, um Betroffenen umfassend zu helfen. Ziel ist es, gemeinsam Flagge zu zeigen für den Einsatz gegen Armut und Ausgrenzung. Hoffmann kann vieles aus seinem Alltag bei der Tafel einbringen. Und hilft auch hier ganz praktisch: Fehlen ein Stuhl oder Zelt, kümmert er sich. Bleibt Verpflegung über, nimmt er diese mit zur Tafel.

Wie will man eigentlich Kindern erklären, dass der Wohlstand da draußen scheinbar nicht für alle reicht? Diese Frage beschäftigte Hoffmann all die Jahre. Vor allem in der Weihnachtszeit mit all ihrem Glanz sei es doch unerträglich, Kindern sagen zu müssen, dass für Weihnachtsgeschenke kein Geld da sei, meint er. Hilfe ist auch hier seine Antwort. Seit 2006 läuft die jährliche Weihnachtspäckchenaktion. Landrat Manfred Müller ist seit 2009 Schirmherr der Tafel Paderborn und der Aktion „Fröhliche Weihnachten für alle“: Jene, die sich leisten können, packen ein Weihnachtspäckchen für jene, die es nicht so gut getroffen haben. Gespendet werden können haltbare Lebensmittel, kleine Überraschungen und Spielzeug für Kinder. Alle gespendeten Päckchen werden von Ehrenamtlichen an Bedürftige ausgegeben. Hoffmann wurde bereits 2011 vom Kreis Paderborn als „Stiller Held des Alltages“ im Rahmen des Neujahrsempfanges des Kreistages geehrt. „Eine Idee braucht immer Macher, die sie verwirklichen. Uwe Hoffmann ist ein solcher Macher, der unserer Region ein Stück Mitmenschlichkeit beschert hat“, hatte der Landrat betont. Vor drei Jahren wurde er zudem mit dem Bürgerpreis der Paderborner Bürgerstiftung ausgezeichnet. Dieser Preis ist mit 5.000 € dotiert. Das Preisgeld stiftete Hoffmann der Paderborner Tafel zur Unterhaltung der Fahrzeuge.

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Landrat Manfred Müller nutzte die Feierstunde im Sinne Hoffmanns, um für die diesjährige Weihnachtspäckchenaktion zu werben. Die Verleihung des Ordens sei sichtbares Zeichen des Dankes der Bundesrepublik Deutschland für herausragende Leistungen im Dienste der Allgemeinheit. Ziel sei es aber auch, andere zu inspirieren und zu motivieren, es ihnen gleich zu tun. „In wenigen Wochen ist wieder soweit. Dann hat jeder die Chance, Hoffmann und seinem Team zu helfen, Weihnachten für viele Familien wahr werden zu lassen“, bekräftigte der Landrat. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikschüler der Kreismusikschule, Jan Krecker.

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