Qualifizierte Einwanderer nicht länger durch lange Wartezeiten und komplizierte Verfahren abschrecken

Haus der Arbeitgeberverbände Nordhessen, Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen, RA Jürgen Kümpel (Geschäftsführer, Fachanwalt für Arbeitsrecht)

Landesregierung sollte aus Flickenteppich zentrale Ausländerbehörden in den Regierungsbezirken schaffen

Kasse(pm). Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) ist im Oktober um 92 auf 14.376 leicht gestiegen. „Die Anzeichen, dass sich die Wirtschaft eintrübt, verdichten sich immer mehr. Gleichzeitig gibt es aber auch über 4.000 offene Stellen, die zum Teil nur schwer oder gar nicht besetzt werden können, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. Deshalb freuen wir uns, dass im März 2020 endlich das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft tritt. Jetzt müssen aber auch die notwendigen Verwaltungsstrukturen geschaffen werden, damit qualifizierte Personen von außerhalb der EU nicht länger durch lange Wartezeiten und komplizierte Verfahren abgeschreckt werden. Je eine zentrale Ausländerbehörde in den drei Regierungsbezirken Kassel, Gießen und Darmstadt würden wirksam die Verfahren beschleunigen“, empfahl Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände in Nordhessen.

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„In Hessen gibt es insgesamt 31 relativ kleine Ausländerbehörden, die für die Umsetzung des Aufenthaltsrechts zuständig sind. Deutschlandweit sind es rund 600. Dieser kleinteilige Flickenteppich führt in der Praxis dazu, dass viele Ausländerbehörden überlastet sind und kein vertieftes Fachwissen aufbauen können, sodass Antragsteller lange warten müssen und gleiche Sachverhalte in verschiedenen Behörden oft unterschiedlich entschieden werden. Für Arbeitgeber und Zuwanderer bedeutet dies häufig Unsicherheit und Frustration. Die Hessische Landesregierung muss deshalb zügig die im Fachkräfteeinwanderungsgesetz geforderten zentralen Ausländerbehörden für Auszubildende und Erwerbstätige aus Drittstaaten schaffen“, sagte Kümpel und ergänzte: „Qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland integrieren sich schnell und bringen Wirtschaft und Gesellschaft weiter. Sie nehmen niemandem den Arbeitsplatz weg. Im Gegenteil: mit ihrer Produktivität schaffen sie neue Beschäftigungschancen für andere. Damit helfen sie der hessischen Wirtschaft, Fachkräftelücken zu schließen und Wachstumspotenziale zu nutzen.“

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