Weibliche Genitalverstümmelung: Lebenslanges Leiden

Kreis Paderborn(krpb). Drei Buchstaben, die für unvorstellbares Leid stehen: Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM, englisch: female genital mutilation) ist die vollständige oder teilweise Beschneidung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile aus nicht medizinischen Gründen. Praktiziert wird diese aufgrund tief verwurzelter Traditionen in vielen afrikanischen Ländern, aber auch auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens. Zwei Millionen Mädchen in über 70 Ländern sind von diesem grausamen Eingriff bedroht. Durch die globalen Migrationsbewegungen ist FGM auch in Europa ein Thema. Und auch in Deutschland lebende Mädchen und Frauen sind nicht sicher, werden zum Beispiel während eines Familienaufenthalts in ihrem Heimatland verstümmelt. Fachkreise sprechen von so genannten Ferienbeschneidungen. Für die Betroffenen bedeutet FGM lebenslanges Leid. Der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Paderborn und der FrauenRat NRW laden zu einem Fach- und Informationsgespräch zum Thema „Genitalverstümmelung in Deutschland“ am Freitag, den 8. November um 17 Uhr mit Impulsvorträgen und Diskussion ins Paderborner Kreishaus ein. Der Eintritt ist frei.

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FMG ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung. Sie verstößt gegen nationales und internationales Recht. In Deutschland wird die weibliche Genitalverstümmelung bestraft, auch wenn die Tat im Ausland geschieht. Entscheidend ist der Wohnsitz der Mädchen und Frauen. Die weibliche Genitalverstümmelung hat oft schwere, gesundheitliche Folgen. Der Eingriff selbst kann aufgrund der mangelnden hygienischen Zustände zu Infektionen und Blutverlust führen und sogar tödlich sein. Da die Mädchen vielfach nicht betäubt werden, kann es zu Schockzuständen kommen. Viele Frauen leiden ein Leben lang unter Angstzuständen, Traumata, Depressionen und chronischen Schmerzen, zum Beispiel auch beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr. Je nach Ausmaß können weitere Organe verletzt werden, z. B. die Harnröhre, was zu Inkontinenz führen kann. Was man dagegen machen kann? Aufklären, Frauen stärken: Die Veranstalterinnen möchten mit diesem vernetzenden Austausch dazu beitragen, dass diese schwere Menschenrechtsverletzung an Mädchen und jungen Frauen im Kreis Paderborn, in Deutschland und weltweit Aufmerksame erfährt und ein Ende findet.

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Als Referentinnen des Fach- und Informationsgesprächs konnten Jawahir Cumar, Gründerin und Geschäftsführerin von stop mutilation e.V., Susanne Schneider, Mitglied des Landtages und Mitglied „Runder Tisch NRW“, sowie die Journalistin Renate Bernhard gewonnen werden.

Angesprochen sind (Schul-)Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter, Erzieherinnen/Erzieher und Fachkräfte aus dem Jugendamt, der kassenärztlichen Vereinigung, der Flüchtlingshilfe, Medizinerinnen/Mediziner aus den Bereichen Kinder- und Frauenheilkunde, Hebammen, weiteres medizinisches Personal, Polizei usw. Grundsätzlich können aber alle Interessierten teilnehmen.

Um Anmeldung unter Fachgespraech.fgm@kreis-paderborn.de bis zum 06.11.2019 wird gebeten.

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