Verlässliche Lehrerversorgung in Hessen – An hessischen Schulen wird jeden Tag gelehrt und gelernt

Unterricht findet in Hessen planmäßig statt

Wiesbaden(pm). Anlässlich der Landtagsdebatte zur Unterrichtsversorgung an hessischen Schulen erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Armin Schwarz:

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Armin Schwarz. Foto:Archiv

„In Hessen gibt es ausreichend Lehrer, so dass der Unterricht planmäßig stattfinden kann. Für die Grundunterrichtsversorgung sind 38.100 Stellen notwendig. In Hessen ist die Zahl der Lehrerstellen im aktuellen Schuljahr um 600 auf 54.700 gestiegen. Dem-gegenüber steht die Situation unter der letzten Regierung mit SPD-Beteiligung in Hes-sen Ende der 90er Jahre: Damals sind wöchentlich 100.000 Stunden Regelunterricht ausgefallen.

Ein punktueller, kurzfristiger Ausfall ist aufgrund von Krankheit nie auszuschließen. Damit aber möglichst alle Schulstunden stattfinden können und ein qualitativ hochwertiger Vertretungsunterricht gewährleistet ist, halten die Schulen in Hessen entspre-chende Vertretungskonzepte für eine verlässliche Schulzeit von mindestens fünf Zeit-stunden am Vormittag vor. Um dabei auch auf externe Kräfte zurückgreifen zu können, wird den Schulen dafür ein eigenes Budget zur Verfügung gestellt. Für längerfristige Ausfälle stellt das Land zudem eine ‚Mobile Vertretungsreserve‘ zur Verfügung.

Hessen reagiert auch angemessen auf den zusätzlichen Bedarf an Lehrkräften, der aufgrund einer steigenden Geburtenrate und der Zuwanderung bundesweit größer ist, als zunächst angenommen. Es wurde bereits frühzeitig damit begonnen, die Kapazitä-ten in der Lehrerausbildung sowie die Lehrerstellen aufzustocken: Zum anstehenden Wintersemester wurden 135 zusätzliche Studienplätze für das Lehramt an Grundschulen an den Universitäten Frankfurt, Gießen und Kassel geschaffen.Das Hessische Kultusministerium arbeitet derzeit an einem Konzept zur Erfassung von Krankheitsfällen und anderen Vertretungssituationen. Über den künftigen Umgang mit Vertretungsfällen ist das Kultusministerium mit der Landeschülervertretung und dem Landeselternbeirat im Austausch. Insgesamt ist festzustellen, dass wir in Hessen mit der 105-prozentigen Lehrerversorgung den Spitzenwert geschafft haben, der bislang in keinem der 15 anderen Bundesländer erreicht werden konnte. Alles in allem ist das eine funktionierende Vorgehensweise, wenn doch einmal Unterricht punktuell ausfällt.“

Die SPD im Hessischen Landtag fordert Zahlen zum Unterrichtsausfall

Dr. Daniela Sommer (SPD): „Unterrichtsausfall muss endlich weniger werden“

Die SPD-Fraktion hat mit Nachdruck im Hessischen Landtag aufgefordert die Zahlen zum Unterrichtsausfall offenzulegen: „Was in nahezu jedem anderen Bundesland funktioniert, muss auch in Hessen möglich sein. Jeden Tag fällt an den hessischen Schulen Unterricht aus. Das ist Fakt und absolut kein Geheimnis. Die Landesregierung begreift leider nicht, dass es um die Zukunft junger Menschen und die Bildungschancen künftiger Generationen geht und nicht darum, schöne schwarzgrüne Luftschlösser zu bauen. Wir brauchen mehr Ehrlichkeit statt Verschleierung. Nur wer die Probleme an den Schulen wahrnimmt und identifiziert, kann Lösungen entwickeln. Wir sind nicht länger bereit, die Arbeitsverweigerung des Kultusministers zu akzeptieren.“

Es sei absurd, dass ein Kultusminister erst ein Konzept zur Erfassung des Unterrichtsausfalls erarbeiten müsse. Jeder Schüler in Hessen könne ihm erklären, was es bedeute, wenn pro Woche zwei, drei oder vier Unterrichtsstunden ausfielen und den Grund dazu benennen. Dass die CDU es in 20 Regierungsjahren nicht hinbekommen habe, die einst versprochene Unterrichtsgarantie umzusetzen, zeige sich tagtäglich. Das Konzept „Verlässliche Schule“, existiere lediglich auf dem Papier. Statt die Realität weiter auszublenden, müssten jetzt endlich aus den Umfragen von Landesschülervertretung und Landeselternbeirat Konsequenzen gezogen werden. Der Minister wäre gut beraten, nicht weiter den Ahnungslosen zu mimen. „Wir danken dem Landeselternbeirat, der nun nach der Landesschülervertretung ebenfalls eigene Zahlen zum Unterrichtsausfall an unseren Schulen vorgelegt hat. Vor dem Hintergrund des sich weiter verschärfenden Lehrermangels, wird der Unterrichtsausfall noch zunehmen, wenn nicht jetzt endlich mehr Vertretungskapazitäten geschaffen werden“.

Neben dem Lehrermangel gebe es eine Reihe von Gründen, warum nicht genügend und vor allem nicht genügend qualifizierte Lehrkräfte an den Schulen unterrichteten. Kultusminister Lorz könne sich in anderen Bundesländern schlau machen und handeln. Ein gutes Beispiel sei das sächsische Kultusministerium, das den Unterrichtsausfall an jeder Schule sehr genau erfasse und sich auch nicht scheue, die Zahlen zu veröffentlichen, inklusive der Gründe, die von der Ärztlichen Reihenuntersuchung, bis zur Verspätung des Schulbusses reichten. Die Ahnungslosigkeit in Hessen sei hingegen völlig inakzeptabel. „Wir brauchen Ehrlichkeit, Transparenz und Zahlen, anstatt weiterer realitätsferne Jubelmeldungen. Die Schulen erheben diese Sachverhalte sowieso. Es wäre ein Zeichen von Wertschätzung dies auch in Wiesbaden zur Kenntnis zu nehmen“ forderte die heimische Abgeordnete.

„Der Unterrichtsausfall in Hessen ist auch weiterhin Realität, auch wenn der Minister sie nicht wahrhaben will. Unterricht zu erteilen ist eine Kernaufgabe der Bundesländer und fast jedes Land erhebt auch dazu Daten. Nur die hessische Landesregierung laviert herum und blendet die Realität aus. Diese Realitätsverweigerung ist nicht länger zu ertragen,“ sagt Sommer. Die SPD im hessischen Landtag fordert die Landesregierung deswegen weiterhin auf, dem Beispiel der Landesschülervertretung und des Landeselternbeirates zu folgen und Daten abzufragen und sich zu überlegen, wie Unterrichtsausfall eingedämmt werden kann.

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