Zwischenbericht bestätigt SPD-Forderungen – Verbesserungsbedarf in psychiatrischen Kliniken vorhanden

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Wiesbaden(pm). In einer Pressekonferenz in Wiesbaden hat Sozialminister Klose am Mittwoch einen Zwischenbericht zu den Missständen in der geschlossenen Station der Psychiatrie im Klinikum Frankfurt-Höchst vorgestellt. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, bezeichnete den Zwischenbericht als einen ersten Schritt . Sommer sagte am Mittwoch: „Im Vergleich zu anderen Kliniken ist in Frankfurt-Höchst ein deutlicher Wille zu erkennen, die Probleme anzugehen und grundsätzliche Verbesserungen einzuleiten. Dass ein solcher Prozess jedoch erst öffentlichen Druck braucht, ist bedauerlich.“

Es lägen auch nach der heutigen Pressekonferenz immer noch zu wenige Informationen vor, um das Thema abschließend beurteilen zu können. Die ausführliche externe Bestandsanalyse, losgelöst von Fernsehbildern, sei zwar eine wichtige Grundlage, es fehle aber vor allem der noch ausstehende dritte Teil des Berichts durch Herrn Dr. Kirschenbauer, mit dem Ende des Jahres die eigentlichen Handlungsempfehlungen vorlägen. „Leider wird Minister Klose so lang warten und erst danach eine Meinung dazu haben, welche Verbesserungen er sich für psychiatrische Kliniken in Hessen vorstellen kann“, bedauerte Sommer. Dabei gäbe es schon heute durchaus Verbesserungspotential. Noch vor den Sommerferien hatte die SPD-Landtagsfraktion bereits in einer internen Anhörung das Gespräch mit Experten gesucht, in dem die in dem heute vorgestellten Bericht genannten strukturellen Mängel bereits genannt wurden. Die Überbelegungen der Stationen und fehlende Therapiemöglichkeiten seien hier besondere Mängel, die zu unerträglichen Situationen Patienten und Mitarbeiter führten.

Es bleibe dabei, dass sich die SPD auch weiterhin und vor allem für eine zeitnahe Verbesserung der Bedingungen in der Psychiatrie in Hessen einsetze. Man benötige mehr und vor allem auch qualifiziertes Personal, zusätzliche sozialtherapeutische Maßnahmen, und einen Ausbau inklusive der Vernetzung der Hilfe-Systeme. Fixierungen dürften nur das letzte Mittel der Wahl bleiben, um Patientinnen oder Patienten ruhig zu stellen. Zudem erhob Sommer die Forderung nach der Einrichtung eines Rund-um-die-Uhr-Krisendienstes, um Einweisungen in die Akutpsychiatrie möglichst zu vermeiden. „Dies wurde bereits 2017 versprochen und im Koalitionsvertrag wiederholt. Eingerichtet wird er jedoch selbst nach solchen Vorfällen nicht. Wenn man für die eigenen Versprechungen erst einen Bericht braucht, bevor man vielleicht handlungsfähig ist, geht das schlicht zu Lasten der Patienten und der Mitarbeiter und ist nicht zu verantworten“, so Daniela Sommer.

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