Faszinierende Welt der Fledermäuse

Braunes Langohr im Flug. Foto NABU/Dietmar Nill

Internationale Fledermausnacht am 24. und 25. August

Wetzlar(pm). Sie sind die wahren Herrscher der Nacht. Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und rasen mit bis zu 880 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit. Nicht zuletzt deshalb gehören Fledermäuse zu den faszinierendsten heimischen Tieren. Auf Batmans Spuren können sich Naturinteressierte bei der 23. Internationalen Fledermausnacht am 24. und 25. August an vielen Orten in Hessen begeben. Rund um das letzte Augustwochenende veranstaltet der NABU zahlreiche Fledermausfeste, Vorträge, Wanderungen und Exkursionen rund um die nächtlichen Jäger.

Wer Fledermäuse in der Dämmerung entdecken will, muss sehr aufmerksam sein, um die schwarzen Silhouetten der wendigen Flugkünstler gegen den dunkler werdenden Nachthimmel zu erkennen. “Einfacher geht es auf geführten Fledermaus-Wanderungen, bei denen man Fledermäusen mit Hilfe von Ultraschall-Detektoren aufspüren kann“, ruft Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, zur Teilnahme auf. Der BAT-Detektor macht die ultrahochfrequenten Rufe der Tiere hörbar, um ihnen so auf die Schliche zu kommen. Im Rahmen der Internationalen Fledermausnacht werden in mittlerweile über 35 Ländern Veranstaltungen zu den wendigen Nachtjägern angeboten. Auf den Veranstaltungen können unter anderem Abendsegler, Wasser- und Zwergfledermäuse entdeckt werden.

„Die alljährliche Fledermausnacht soll auf die Bedrohung der Kobolde der Nacht aufmerksam machen. Hauptursache für die Gefährdung der heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen“, so der Biologe Eppler. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Ritzen, Fugen und Spalten, die durch die Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren gehen, sollten durch frühzeitig geplante Ersatzmaßnahmen an gleicher Stelle ausgeglichen werden. So sieht es auch das Bundesnaturschutzgesetz vor. Zudem verringert der Einsatz von Pestiziden Nachtfalter und andere Insekten als Nahrungsmittel für Fledermäuse oder vergiftet die Tiere über die Nahrungskette selbst.

An vielen Orten in Hessen können Naturfreunde bei der Batnight auf Fledermausexkursion gehen. Öffentliche NABU-Veranstaltungen gibt es u.a. in Battenberg, Bad Arolsen, Steinau, Bad Nauheim, Greifenstein, Butzbach, Naumburg, Münster, Stockstadt, Gedern, Kassel, Linsengericht, Seligenstadt und Frankfurt. Einen Überblick über alle Batnight-Veranstaltungen in Hessen ist im Internet unter www.batnight.de zu finden Veranstaltet wird die Internationale Batnight von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In Deutschland wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefährdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um ihre Gefährdung genau einschätzen zu können.

Der NABU Hessen setzt sich seit vielen Jahren für den Fledermausschutz ein. Bei der Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ zeichnet der Naturschutzverband private und öffentliche Hausbesitzer aus, die an ihren Gebäuden Quartiere für Fledermäuse einrichten. In Hessen gibt es schon über 1.100 fledermausfreundliche Häuser, darunter das Marburger Schloss, die Jugendburg Hessenstein, das Stadthaus Lorsch, das Kloster Gnadenthal, das Schlosshotel Wolfsbrunnen, die Kasseler Werkstatt und die Zehntscheune Züschen.

Alle Termine auf einen Blick gibt es unter: www.nabu.de/aktionenundprojekte/batnight/termine

Mehr Information zu Fledermäusen: www.NABU.de/Fledermaus

Fledermausfreundlich gärtnern: www.NABU.de/fledermausgarten

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