“Strange people in a strange, enemy country”: Das britische Deutschlandbild 1945-1953

Sandra Franz referiert am Donnerstag, 27. Juni, um 19 Uhr zum Thema "Strange people in a strange, enemy country": Das britische Deutschlandbild 1945-1953“ im Rahmen der Vortragsreihe „Britische Blicke auf Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert“ Foto: Sandra Franz

Vortrag von Sandra Franz im Burgsaal der Wewelsburg – Eintritt frei

Kreis Paderborn (krpb). Zwei Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten die deutsch-britischen Beziehungen, schufen Feindbilder. Nach Ende des zweiten Weltkriegs nahm die gegenseitige Abhängigkeit beider Länder zu. Was hat das mit den Menschen gemacht? Bisher konzentrierte sich die Forschung vorrangig auf Militärgeschichte, politische Strategien und die Pläne für den Wiederaufbau Deutschlands. Aus dem Blick gerieten jene, die das alles hautnah im Zentrum der Besatzungszone miterlebten: die britischen Soldaten.

Welche Erfahrungen machten sie mit der deutschen Bevölkerung? Welches Level an Mitschuld sprachen sie ihr zu? Gab es unter den Soldaten ein Gefühl der Benachteiligung angesichts der sich bessernden Lage im besetzten Deutschland, während sie gleichzeitig über wirtschaftliche- und Versorgungsprobleme in ihrem Heimatland lasen? Am Donnerstag, 27. Juni, um 19 Uhr ist Sandra Franz, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer in Krefeld zu Gast im Burgsaal der Wewelsburg, um über „Strange people in a strange, enemy country“ zu berichten. Die Referentin promoviert an der Universität Düsseldorf zu diesem Thema. Der Hauptfokus ihres Vortrages liegt auf dem vermittelten Deutschlandbild durch die britische Regierung und das Militär im Kontrast zu den Reaktionen der Soldaten. Ihre Ausführungen basieren u.a. auf den Unterlagen des Civil Affairs Staff Colleges, des Control Commission Colleges, Artikeln der “British Zone Review” und Egodokumenten britischer Soldaten. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der transnationale Ansatz des neuen Forschungsprojektes stellt dar, vergleicht und kontrastiert zwei Nationen in ihrem Versuch, sich nach den gewalttätigen Erfahrungen des Krieges neu zu definieren. Großbritanniens Verbindung zu und Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten von Amerika führte zu Reibungen zwischen globalen Zielen im Hinblick auf den Kalten Krieg und Großbritanniens eigener Agenda und Identität. Ein zusätzlicher Reibungspunkt waren die Erfahrungen der Soldaten von zuvor germanophilen Familien. Sie waren nun konfrontiert mit Bildern und Eindrücken, die im krassen Gegensatz zu ihren familiären Narrativen standen. In diesem Spannungsfeld zwischen alten und neuen politischen Interessen auf der einen Seite und einem Feindbild auf der anderen Seite – was war der Standpunkt der Soldaten? Welche Probleme waren dringender aus ihrem Blickwinkel: die Erfahrung mit dem vorherigen „3. Reich“ oder die Zukunft, in der Verbündete benötigt wurden? Wie berichteten Soldaten über ihre Erfahrungen in der Besatzungszone?

Der Vortrag im Burgsaal der Wewelsburg ist Teil der Reihe „Britische Blicke auf Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert“, die im Rahmen der LWL-Wanderausstellung „Briten in Westfalen“ angeboten wird. Das Kreismuseum Wewelsburg zeigt die LWL-Wanderausstellung „Briten in Westfalen“ vom 21. Juli bis 8. September 2019. Infos zur Sonderausstellung und zum Begleitprogramm unter www.wewelsburg.de.

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