Zum Girls Day in die Welt der Bits und Bytes

Seyma Özdemir, Antonia Lambion und Paula Kleinschmidt von der Christian-Rauch- Schule Bad Arolsen waren am Girls Day zu Gast bei Fachdienst Informationstechnik und Digitale Verwaltung. Mit dabei: Fachdienstleiter Udo Weitekemper und die Frauenbeauftragte des Landkreises Beate Friedrich. Foto: Landkreis Waldeck-Frankenberg

Mädchen besuchen Fachdienst Informationstechnik des Landkreises

Korbach(pm). In die Welt von Bits und Bytes eintauchen konnten drei Mädchen der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen beim Girls Day in der vergangenen Woche. Zum bundesweiten Mädchen-Zukunftstag hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg seine Türen geöffnet, dieses Jahr mit dem Themen-Schwer-punkt IT und Digitalisierung. Die Digitalisierung verändert nicht nur, wie wir leben, sondern insbesondere auch, wie wir arbeiten und sogar die Berufswahl. „Studien zur Folge sind in Deutschland nur 20 Prozent der IT-Studieren-den Frauen und nur zehn Prozent der IT-Auszubildenden weiblich – in neun von zehn IT-Abteilungen in Deutschland ist gar keine Frau beschäftigt“, macht die Frauenbeauftragte des Landkreises Beate Friedrich deutlich.

„Wir haben das zum Anlass genommen, zum diesjährigen Girls Day Mädchen in unseren Fachdienst Informationstechnik und Digitale Verwaltung einzuladen.“ Das Interesse war groß: bereits nach einigen Tagen waren die Plätze ausgebucht. Drei Schülerinnen aus Bad Arolsen haben das Korbacher Kreishaus am vergangenen Donnerstag besucht und einen umfassenden Einblick in die Arbeit der IT des Landkreises bekommen. Diese ist nicht nur für die Hardware, also die Ausstattung der Büros mit PCs, Telefonen, Druckern und anderen Geräten zuständig, sondern stellt auch die entsprechende Software wie Programme und Datenbanken und die Netzwerk- und Serverstrukturen zur Verfügung und das nicht nur für die Kreisverwaltung, sondern auch für die Schulen in Waldeck-Frankenberg. Auch die Digitalisierung spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle.

Im Rahmen ihres Besuchs konnten die Schülerinnen in die technischen Berufe hineinschnuppern und erfuhren nicht nur, wie ein PC mit seinen vielen verschiedenen Bauteilen von innen aussieht, sondern auch nach welchem Schema er Daten verarbeitet und Algorithmen sortiert. „Eben diese Prozesse spielen auch bei Geräten wie Smartphones oder Tablets eine wichtige Rolle und finden sich so an vielen Stellen im Alltag wieder“, betont der Leiter des Fachdienstes Informationstechnik und Digitale Verwaltung Udo Weitekemper. Anhand praktischer kleiner Rätsel. beispielsweise wie
oft ein DIN A4-Blatt gefaltet werden kann, wurde den Mädchen zudem verdeutlicht wie sich Speichermengen potenzieren, von einem Bit bis hin zu einem Gigabyte. „Zuletzt konnten die Teilnehmerinnen sogar ihren eigenen Namen mit binären Zeichen schreiben“, so Udo Weitekemper weiter.

„Ziel war es, dass sie ein Gefühl für unsere Profession bekommen und erfahren, in welchen Bereichen
IT und Digitalisierung schon jetzt und in Zukunft eine Rolle spielt.“ Ob Bauingenieur, IT-Fachkraft oder Agrarwissenschaftler , viele Berufe sind auch heutzutage noch von Männern geprägt. Mit dem Girls´ Day, an dem der Landkreis in jedem Jahr teilnimmt, will das Frauenbüro, welches diesen in der Kreisverwaltung organisiert, darauf aufmerksam machen, dass auch Mädchen in den eher von männlichen Mitarbeitern geprägten technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen arbeiten können –und mehr Mädchen für ebendiese Berufe motivieren. Auch der Landkreis ist hier aktiv und bildet im Rahmen der Berufsausbildung unter anderem auch eine Lehre zum Systeminformatiker an.
„Wir würden uns freuen, in diesem Bereich künftig mehr weibliche Auszubildende begrüßen zu können“, so Beate Friedrich weiter. Grundsätzlich würden sich rund 50 Prozent der Mädchen bei ihrer
Berufswahl aber immer noch für typische Frauenberufe wie Friseurin, Kauffrau im Einzelhandel,
zahnmedizinische Angestellte oder Verkäuferin entscheiden. Nur rund 20 Prozent wählen eine technische Ausbildung – ob Lehre oder Studium. „Wir möchten den Mädchen zeigen, dass sie auch in für Frauen untypischen Berufen gern gesehen sind“, betont Friedrich. „Mädchen stehen alle Berufe offen.“ Zudem gebe es in von Männern dominierten Berufen oft bessere Verdienstmöglichkeiten.
Der Girls’Day ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit dem Start
der Aktion im Jahr 2001 haben etwa 1,5 Millionen Mädchen teilgenommen.

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