Das Bergwaldprojekt im Nationalpark: Freiwilligen-Einsatz für naturnahe Wälder

Im Nationalpark werden fremdländische Pflanzenarten entfernt: Kleine Douglasien werden aus dem Boden gezogen und in Säcken gesammelt, größere mit der Astschere abgeschnitten – die Teilnehmer des Bergprojekt-Arbeitseinsatzes packen an. Foto: Nationalpark Kellerwald-Edersee

Bad Wildungen / Würzburg(pm). Vom 24. bis 30. März 2019 initiieren der Nationalpark Kellerwald-Edersee und das Bergwaldprojekt bereits im 15. Jahr eine Einsatzwoche mit Freiwilligen im einzigen hessischen Nationalpark. Insgesamt ca. 30 Freiwillige, darunter Austauschschülerinnen und -schüler aus verschiedenen Ländern und Freiwilligendienstleistende der Diakonie Hessen, führen in dieser Zeit verschiedene Arbeiten im Nationalpark durch und lernen das Ökosystem Wald näher kennen. Ziele des Einsatzes sind, die ökologische Situation am Projektstandort zu verbessern und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch über die Projektwoche hinaus für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren.

In dieser Woche führen freiwillige Jugendliche und junge Erwachsene unter der Leitung von Lars Asmussen vom Bergwaldprojekt e.V. und unter der Regie von „Teamleiter Management“ Marco Enders vom Nationalpark Kellerwald-Edersee im Großschutzgebiet an verschiedenen Standorten Biotoppflegemaßnahmen durch. Es werden verschiedene Waldumbauflächen freigeräumt, invasive, nicht heimische Pflanzen entfernt und Offenlandpflege betrieben. Unter den Ehrenamtlichen sind 14 jugendliche Austauschschülerinnen und -schüler aus Thailand, der Türkei, China, den USA, Brasilien, Japan und Tschechien im Alter von 15 bis 18 Jahren, die das Angebot einer sogenannten MidStay-Woche von AFS International annehmen, um mehr von Deutschland mitzubekommen als die direkte Umgebung ihrer Gastfamilien und sich untereinander auszutauschen. Außerdem nehmen acht junge Erwachsene im Alter von 18 bis 21 Jahren an dem Einsatz teil, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Diakonie Hessen machen.

Neben der praktischen Arbeit ist auch eine Fachexkursion vorgesehen, um die dynamischen Abläufe innerhalb des Waldes näher zu beleuchten und die vielfältigen Aspekte dieses Ökosystems besser zu verstehen. Ein wichtiges Anliegen der Einsatzwoche ist es, den Nationalpark-Gedanken mit all seinen Facetten zu vermitteln. „Der Wald ist ein idealer Lehrer für die Nachhaltigkeit. Nur wer pfleglich mit ihm umgeht und seine natürliche Dynamik zulässt, erhält seine Funktionen auch für kommende Generationen“, so Enders. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einsatzwoche unterstützen uns bei dieser Arbeit und erleben den Wald in der Woche einmal ganz neu.“

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Lars Asmussen vom Bergwaldprojekt e.V. ergänzt: „Die Erfahrungen aus den Projektwochen hinterlassen bei den Ehrenamtlichen aus Deutschland und der Welt, die mit viel Freude bei der Arbeit sind, tolle Eindrücke und bleibende Erinnerungen. Sie entwickeln oftmals neue Beziehungen zum Wald und zur Natur. Dies bestärkt sie darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Sie beteiligen sich damit an einem gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung.“ Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Einsatzwochen mit jährlich über 2.500 Teilnehmenden. 2019 finden 117 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten statt. 15 dieser Wochen finden im Rahmen der Bergwaldprojekt Waldschule in Kooperation mit Bildungseinrichtungen statt. Die Arbeitseinsätze dienen dazu, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen.

Informationen: www.nationalpark-kellerwald-edersee.de und www.bergwaldprojekt.de

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