Equal Pay Day: Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer

Symbolbild:Pixabay - geralt -

Wiesbaden/Waldeck-Frankenberg(pm). Daniela Sommer(SPD) fordert als heimische Abgeordnete Taten statt PR-Kampagnen zum Equal Pay Day, denn Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer. Heute findet der Equal Pay Day statt. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des nächsten EPD am 18. März 2019. Der Equal Pay Day steht so gerechnet für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Dr. Sommer sagt: „Nach zwölf Jahren intensiver Kampagnenarbeit ist der Equal Pay Day neben dem Weltfrauentag zu einem der wichtigsten Aktionstage für die Gleichberechtigung der Geschlechter avanciert. Mit einer bundesweit regen Teilnahme und einem starken Medienecho ist der Equal Pay Day als Referenztag für mehr Lohngleichheit im Bewusstsein von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit mittlerweile fest verankert.“

Langfristiges Ziel müsse es jedoch sein, den Aktionstag durch eine echte Einkommensgleichheit zwischen Frauen und Männern überflüssig zu machen. Dafür seinen politische Initiativen wichtig, eine Öffentlichkeitskampagne allein reiche nicht aus. „Laut einer aktuellen Studie haben Frauen in nur sechs Staaten der Welt tatsächlich gleiche Rechte. Deutschland gehört nicht dazu. Deutschland steht sogar an drittschlechtester Stelle. Deutschland ist somit Schlusslicht im internationalen Vergleich. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Lücke noch größer. Der Grund für das deutsche Ergebnis: vor allem Ungleichheiten beim Einkommen und in der Kinderbetreuung. Wir wissen also, wo wir ansetzen müssen“, so Sommer energisch. Auch landespolitisch könne man hier einiges bewegen: „Wir wollen eine Erweiterung des Hessischen Lohnatlasses, der bisher leider nur die Vollzeit-Brutto-Monatsentgelte vergleicht. Hier wäre eine umfassendere Erhebung notwendig, um die tatsächliche Lohnungleichheit zwischen oft Teilzeit arbeitenden Frauen auf der einen Seite und Männern auf der anderen Seite abbilden zu können“, sagt die heimische Abgeordnete, die darauf hinweist, dass es auch ein Stadt-Land-Gefälle gebe und die Lohnlücke im ländlichen Raum größer sei – so auch in Waldeck-Frankenberg. „Für uns als SPD stehen die Themen Gleichberechtigung und Lohngerechtigkeit ganz oben auf unsere Agenda. Wir hoffen, dass auch die Landesregierung ernsthaft über politische Akzente nachdenkt und ihre ‚Taten‘ in diesem Bereich nicht länger auf Social-Media-Kampagnen beschränkt“, so die SPD-Politikerin abschließend, die Frauen für die Informationsveranstaltung fit gemacht hat und gemeinsam mit diesen Frauen die Bevölkerung durch Informationsstände u. a. in Frankenberg informiert hat.

Anlässlich des Equal Pay Days 2019 erklärte die frauenpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Claudia Ravensburg:

„Frauen verdienen bei gleicher Arbeit im Schnitt acht Prozent weniger als Männer. Diese Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist diskriminierend und muss beseitigt werden. Daran erinnert jedes Jahr der Equal Pay Day am 18. März, der dieses Jahr unter dem Motto ‚WERTSACHE Arbeit‘ steht. Als wichtigen Schritt zur Förderung der Entgeltgleichheit hat das Land Hessen den Hessischen Lohnatlas initiiert, der bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt und mehr Transparenz in diesem Bereich schafft. Mit der Darstellung der regionalen und branchenbezogenen Unterschiede bietet er eine gute Grundlage für die Diskussion mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt, die für die Entgelte zuständig sind sowie für die weitere Entwicklung von geeigneten Maßnahmen.

Darüber hinaus setzt die Hessische Landesregierung mit dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz, welches im Januar 2016 in Kraft getreten ist, einen Schwerpunkt, damit Gleichberechtigung auch tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt. Schließlich unterbrechen oder reduzieren familienbedingt immer noch häufiger Frauen als Männer ihre Erwerbstätigkeit. Hinzu kommt, dass Frauen vermehrt einen geschlechtstypischen Beruf ausüben, der oftmals gering bezahlt und wenig geschätzt wird. Ferner fehlen in allen Branchen – trotz gleichem oder sogar besserem Ausbildungsniveau – häufig Frauen in gut dotierten Führungspositionen. Die Hessische Landesregierung tritt daher für reale Verbesserungen ein: den Abbau von Lohnunterschieden und für mehr Frauen in Führungspositionen. Das gilt für die Leitungsfunktionen in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung sowie in anderen Entscheidungsgremien, auf die die Landespolitik Einfluss hat.

Erfreulich ist darüber hinaus, dass anlässlich der Reform der Hessischen Verfassung das Land nun verpflichtet wird, die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern. Das ist ein wichtiges Signal für die Anerkennung der Gleichberechtigungsansprüche von Frauen in unserem Bundesland. Allerdings bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eines unserer wichtigsten frauenpolitischen Handlungsziele. Zur Unterstützung von Familien ist seit August 2018 für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt der Kindergarten für sechs Stunden täglich beitragsfrei. In Hessen haben wir uns auch dafür eingesetzt, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern. Dabei war uns von vornherein wichtig, alle relevanten Sozialpartner aus Wirtschaft und Gesundheitswesen zu beteiligen und wir haben die Charta zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf initiiert. Wir werden aber nicht nachlassen, stetig weiter an Verbesserungen zu arbeiten.“

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