Der Mühlengraben wurde zur Herzensangelegenheit

Lob und Anerkennung - Foto:Klein - Edertals Bürgermeister Klaus Gier (links) gratulierte Karl Dietz zum 81. Geburtstag und würdigte seine jahrzehntelangen Verdienste für den Schutz und Erhalt des Mühlengrabens und Mühlenteiches in Affoldern.

Karl Dietz aus Affoldern kümmerte sich jahrzehntelang um Ufer- und Gewässerpflege

Affoldern(Uli Klein/nh). Fast ein Vierteljahrhundert lang lag die Pflege der Uferbereiche des Mühlengrabens und des Mühlenteichs seines Dorfes in den Händen von Karl Dietz aus Affoldern. Anlässlich seines 81. Geburtstages gratulierte ihm Bürgermeister Klaus Gier und überreichte dem Jubilar ein Präsent für seinen ehrenamtlichen Einsatz beim Schutz und naturnahen Erhalt des Bachlaufs und Teichgewässers.

Den Mühlengraben und dazugehörigen Teich übernahm der Fliegenfischerverein Bad Wildungen von der ehemaligen VEW (Verbandselektrizitätswerk Waldeck-Frankenberg) im Jahr 1994. Damals habe sich der etwa 700 Meter lange Gewässerabschnitt von der Dorfmitte bis zur Einmündung in die Eder in „einem ganz schlimmen Zustand“ befunden. „Wir haben im Frühling und Herbst unzählige Bäume an den Ufern gefällt und jede Menge Büsche gerodet“, erinnert sich Karl Dietz. Die Zusammenarbeit mit den Angelfischern aus der Badestadt sei von Anfang an hervorragend gewesen. „Uns verband schließlich ein gemeinsames Hobby, die Fliegenfischerei.“ Karl Dietz gerät nicht nur wegen der gemeinsamen Passion und der Arbeitseinsätze mit einem Augenzwinkern ins Schwärmen: „In unserer Gartenhütte haben wir oftmals zusammengesessen und haben uns die von meiner Ehefrau zubereiteten Speisen jedes Mal schmecken lassen. Es gab natürlich auch was zu trinken.“ Nach etwa 17 Jahren habe aber die Interessengemeinschaft zu bröckeln begonnen. „Aus Altersgründen“, wie Karl Dietz feststellen musste.

Ein idyllisches Plätzchen in der Dorfmitte: Über viele Jahre hinweg kümmerte sich Karl Dietz und einige Mitstreiter um die Pflege des Mühlengrabens und des Mühlenteiches. Foto: Klein

Fortan sei er bei seinen Einsätzen entlang des Mühlengrabens und des Mühlenteichs von seinem Pachtpartner Heinrich Metz tatkräftig unterstützt worden – bis zu einem schicksalhaften Unglückstag: „Infolge eines bedauerlichen Unfalls konnte und kann Heinrich Metz nicht mehr sein Hobby Fliegenfischerei ausüben, und auch bei den Arbeiten hinterließ er fortan eine große Lücke.“ Karl Dietz stand aber nicht alleine da. „Schon vor dem Unglück hatten Karl Frede und Kurt Sunkovsky sehr oft mit zugepackt. Schließlich ging es darum Treppenstufen am Mühlengraben zu setzen, die Uferbereiche abzusichern und zu befestigen. Über all die Jahre hinweg haben wir sehr viel gemacht und wir hatten immer wieder unseren Spaß bei den zugegebenermaßen auch mal anstrengenden Arbeiten.“ Die Ergebnisse seien von vielen Dorfbewohnern sowie Gästen anerkannt und gelobt worden, die sich unter anderem auch über die gestifteten und aufgestellten Ruhebänke entlang des Mühlengrabens freuten. „Hier ist es ja wie im Paradies, haben einmal begeisterte Urlauber beim Anblick des Teiches und des Bachlaufs zu mir gesagt“, freut sich Karl Dietz.

Der paradiesische Anblick entzückte nicht nur unzählige Passanten sondern auch Wasservögel, besonders aber das Federvieh aus der Nachbarschaft. Das idyllische Gewässer wirkte geradezu magnetisch auf die Gänse von Emmi Hesse und Pfarrer Klemens Blum’s Lauf-Enten. „Es war immer wieder schön anzusehen, wie die Vögel ihre Kreise auf dem Wasser zogen“, erinnert sich Karl Dietz.
Dem Hobby Fliegenfischerei in einer nahezu parkähnlichen Umgebung nachzugehen sei schon etwas Einzigartiges gewesen. Einmal im Jahr kümmerten sich die Petrijünger um den Besatz mit Bachforellen und Bachsaiblingen. „Mein größter Fang war eine achteinhalb Pfund schwere Bachforelle“, blickt Karl Dietz zurück, der sich mit 81 Jahren nun nicht mehr um die Pflege des Bachlaufs und des Teiches kümmern wird. „Jetzt müssen wir als Gemeinde ran“, erklärte Bürgermeister Klaus Gier bei seiner Würdigung der Verdienste des Jubilars. Dabei räumte der Rathauschef ein, dass es aus Kapazitätsgründen fast unmöglich sei auch nur annähernd das leisten zu können, was Karl Dietz und seine Mitstreiter über viele Jahre hinweg ehrenamtlich vollbracht haben. „Das ist und war alles andere als selbstverständlich und ist ganz einfach eine außergewöhnliche Leistung die größten Respekt verdient“, lobte Klaus Gier. Er freue sich sehr darüber, dass seine Arbeit anerkannt werde. „Es war eine sehr schöne und auch erlebnisreiche Zeit“, stellte Karl Dietz zurückblickend fest.

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