Praktische Tipps aus erster Hand

Foto:Stadtmarketingverein Winterberg

Azubi-Botschafter des Projekts „Hand ans Werk“ informieren bei Podiumsdiskussionen

Winterberg/Medebach/Hallenberg(Ralf Hermann/nh). Die Auftragsbücher sind voll, die Fachkräfte aber rar! Dieses Szenario ist nicht selten in der Handwerks-Branche! Es fehlt an Fach-Personal und Nachwuchs in den Betrieben, um die Aufträge zeitnah zu erledigen und langfristig zu planen. In Winterberg, Medebach und Hallenberg soll das öffentlich geförderte Kooperations-Projekt „Hand ans Werk“ diesem Trend entgegenwirken und das heimische Handwerk dabei unterstützen, Fachkräfte zu binden und Auszubildende von den attraktiven beruflichen Perspektiven zu überzeugen. Eigens ausgebildete Azubi-Botschafter waren jetzt in den Klassen 8 und 9 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Winterberg sowie der Sekundarschulen Siedlinghausen und Medebach unterwegs. Bei informativen Podiumsdiskussionen wurden Schüler und Schülerinnen, Eltern und Lehrer über die vielfältigen Möglichkeiten einer Ausbildung in den Handwerksbetrieben aus erster Hand von den Azubis, Unternehmern und Vertretern der Kommunen informiert.

Im Gymnasium Winterberg hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Azubi-Botschafter und deren Chefs zu interviewen oder sich durch die von Patrick Feldmann moderierten Diskussion informieren zu lassen. „Bei wem sonst würde man am besten erfahren, wie es so ist, in den heimischen Handwerksbetrieben zu arbeiten?“, fragt der Stadtmarketing-Geschäftsführer und Vorsitzende des Lenkungskreises Michael Beckmann, der ebenfalls vor den Schülern sprach. „Wir können bei diesen Veranstaltungen ganz konkret über die Ausbildung, Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten informieren und mit Klischees aufräumen“, so Beckmann weiter. „Die Tätigkeitsfelder im Handwerk haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Alles ist moderner, technisierter geworden. Die Verdienstmöglichkeiten sind längst den akademischen Berufen nahe gekommen. Die Möglichkeiten Karriere zu machen sind enorm gestiegen“, weiß Projektleiterin Kristina Heimann. Ohnehin ist das Abitur im Handwerk ein gern gesehener Schulabschluss, da der tägliche Workflow durch die zunehmende Digitalisierung sowie die wachsenden Ansprüche der Kunden immer anspruchsvoller, komplexer und umfangreicher wird. „Abitur und Handwerk – das passt zusammen“, weiß Kristina Heimann.


Positive Rückmeldungen durch Schüler, Lehrer und Eltern
Dabei geht es den Mitgliedern des Lenkungskreises nicht darum, den SchülerInnen ein Studium auszureden. „Wir erzählen Erfolgsgeschichten. Wer eine handwerkliche Ausbildung gemacht hat, kann sich im Anschluss mit einem Techniker oder Studium für die Gründung oder die Übernahme eines eigenen Betriebs fit machen und hat eine super praktische Basis, was viele Aufgaben im Studium einfacher macht“, so Kristina Heimann. Eltern und Schüler konnten Firmenchefs und Azubi-Botschaftern im Rahmen der Veranstaltung konkrete Fragen stellen. Ausgebildet und begleitet wurden diese Botschafter durch Bianca Weickardt von der Handwerkskammer Südwestfalen. „Mit dieser Art der Information erreichen wir alle Schüler und Schülerinnen in der Berufswahlphase. Wir haben nach den Veranstaltungen in Winterberg, Siedlinghausen und Medebach sehr positive Rückmeldungen durch Schüler, Lehrer und auch von den Azubis erhalten“, erklärt Bianca Weickardt. Auch die sehr guten beruflichen Perspektiven von Frauen im Handwerk wurden thematisiert. Dass Handwerk und Frauen nicht zusammenpassen, ist längst Geschichte und überholt. „Frauen werden sehr gerne im Handwerk eingestellt und haben ausgezeichnete Chancen in den Unternehmen. Das Arbeitsumfeld hat sich gewandelt, schwere körperliche Arbeit wird überwiegend von Maschinen übernommen und ein gutes Teamwork von Frauen und Männern ist für jeden Betrieb ein großer Vorteil“, sagt Sophia Klüppel vom Unternehmen SI Werbeform in Niedersfeld.

Auch das Leben in der Region spielt wichtige Rolle
Gemeinsam mit jeweils einem Azubi stellten sich Jürgen Bröker von Bröker Objekteinrichtungen in
Winterberg, Sophia Klüppel, Hans-Josef Berkenkopf von Elektro Berkenkopf aus Hallenberg sowie
Andreas Jansen von Homebase Sauerland den Fragen der Gymnasiasten in Winterberg. Neben
Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler stand auch Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann den
Gästen Rede und Antwort. Leben und arbeiten in der Region – genau das konnten die Akteure auf
der Bühne vertreten – und zwar aus Überzeugung. Insgesamt nahmen die Firmen Bröker Objekteinrichtungen GmbH & Co. KG, Friedrich Hoffmann GmbH & Co KG, Leiße & Söhne GmbH & Co. KG, Elektro Berkenkopf, Elektro Lefarth (alle im Lenkungskreis vertreten) sowie die drei externen Firmen Wiese & Heckmann GmbH, Orgelbau Oppel sowie die Bauschlosserei Hillebrand GmbH & Co. KG an dem Azubi-Projekt teil und stellten ihre Azubis als Botschafter für ihr Gewerk gerne als Ansprechpartner Verfügung.


ProBe-Zertifikate an 58 Schüler überreicht
Im Rahmen der Veranstaltung an der Sekundarschule Medebach wurden die ProBe-Zertifikate an 58
Jugendliche übergeben. Über das freiwillige Engagement der Schüler bei der Berufsorientierung
freuten sich auch Michael Aufmhof, Wirtschaftsförderer Medebachs, sowie Medebachs
Bürgermeister Thomas Grosche und sein Hallenberger Pendant Michael Kronauge. Sie nutzten die
Chance und informierten die jungen Menschen in einer Talkrunde mit Dominik Kuhlmann und Azubi
Marcel Peters von Autohaus Friedrich Hoffmann, Azubi Marlon Gabelmann von Objekteinrichtungen Bröker sowie Frank Lefarth und Azubi Jens Niggemann von Elektro Lefarth über die Vorteile des
Lebens und Arbeitens in der heimischen Region. Der nächste „Hand ans Werk“-Schritt ist bereits geplant und in der Umsetzung. Das Projekt erhält einen eigenen Internetauftritt und soll mit einer Marketing-Kampagne das Image des Handwerks aufwerten. „Wir möchten nachhaltig die hiesige Wirtschafts- und Ausbildungsregion stärken, damit die vollen Auftragsbücher zufriedenstellend für alle Beteiligten abgearbeitet werden können“, so Kristina Heimann abschließend.

Related posts

Leave a Comment