Am westlichen Vogelsberg entsteht ein Naturwald

Foto: Quelle NABU/M. Delpho.

Naturschutzverbände begrüßen Planung der Landesregierung für neue Naturwälder

Wetzlar/Hungen(pm). Die Landesregierung plant östlich von Hungen an der Kreisgrenze von Gießen und Wetterau die Entwicklung eines neuen großen Naturwaldgebietes im Staatswald. Verteilt auf drei Teilflächen soll der Naturwald „Hirschrod und Plattenwald“ eine Größe von insgesamt 785 ha erreichen. Wenn künftig die forstliche Bewirtschaftung in diesem Schutzgebiet eingestellt wird, werden sich die ökologischen Bedingungen deutlich verbessern. Ein Bündnis mehrerer hessischer Naturschutzverbände wie BUND, NABU, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz und Zoologische Gesellschaft Frankfurt, begrüßt die Pläne. Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, sieht in dem neuen Gebiet einen Gewinn für die Natur und die Region: „Durch einen Wald mit natürlicher Entwicklung werden Erholung und Naturerlebnis noch interessanter und die touristische Attraktivität der Region um Hungen gestärkt.“

Die Ausweisung der Naturwaldfläche ist Teil der Umsetzung der Hessischen Biodiversitätsstrategie und geht auf einen Vorschlag zurück, den die Naturschutzverbände im Frühjahr 2018 vorgelegt hatten. Danach will Hessen den Anteil ungenutzter Wälder bei der gesamten hessischen Waldfläche auf fünf Prozent steigern und als Naturwälder schützen. Besonders positiv sehen die Naturschutzverbände, dass Naturwälder, die größer als 100 Hektar sind, als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden und damit auch einen hohen rechtlichen Schutz erhalten sollen. Bestandteil des neuen Gebietes wird eine bereits vorhandene kleinere Naturwaldfläche von 50 Hektar sein. Mit dem Gebiet werden nährstoffreiche Buchenwälder geschützt. Hier können sich zukünftig besonders imposante große und dicke Bäume entwickeln.

In Naturwäldern kann sich der Wald ganz ohne Zutun des Menschen natürlich entwickeln. Menschen sind weiterhin eingeladen, den Wald zu betreten und zu erleben, es werden aber keine Bäume mehr gefällt. Alte, umgefallene Bäume bleiben anders als im Wirtschaftswald stehen, bis sie morsch werden und zusammenbrechen. Das schafft einzigartigen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze. Je größer der einzelne Naturwald, desto größer ist seine Standortvielfalt und desto mehr ökologische Nischen können sich entwickeln. Dieser Prozess des Wachsens und Weichens dient dem Artenschutz und ist auch für den Klimaschutz sinnvoll. In Naturwäldern speichern der Baumbestand und vor allem der Boden Jahr für Jahr Kohlenstoff und entziehen ihn so der Atmosphäre. Die Broschüre mit den Naturwälder-Vorschlägen der Naturschutzverbände „Land der Naturwälder – 25 Waldschutzgebiete für Hessen“ ist unter http://naturwaelder-in-hessen.de abrufbar.

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