Mär ounn där wounn Mähren kochen

Frebershäuser und Gäste - Foto:EDR/od - Karin Albus, Hildtrut Wolf, Klaus Mombrei, Bürgermeister Ralf Gutheil, Thomas Kraft, Dr. Lars Vorberger, Manfred Albus, Andreas Karl Böttcher, Rita Lange und Elfriede Stöcker

Erster Frebershäuser Mundartnachmittag

Frebershausen( Manfred Albus/od). Mär ounn där wounn Mähren kochen. Und aus dem Saal schallte es zurück „Mär öh Mär öh Mär öh“. Mit dem Ortsspottnamen für Frebershausen begrüßte Manfred Albus, Vorsitzender des Förderverein Kirche Frebershausen und Initiator des 1. Frebershäuser Mundartnachmittag im Dorfgemeinschaftshaus Einheimische und Gäste. Besonders erfreut war Albus, dass viele Jugendlich aus Frebershausen in das DGH gekommen waren. Auch Bürgermeister Ralf Gutheil ließ es sich nicht nehmen am Mundartnachmittag teil zunehmen: „ Ich selbst verstehe Platt, spreche es aber nicht. Ich bin in ganz Hessen in meinem Beruf herum gekommen, nur in zwei Regionen brauchte ich eine Simultanübersetzung, in der Wetterau und in der Schwalm,“ sagte Gutheil in seiner Begrüßung. Worauf der Referent des Abends, Dr. Lars Vorberger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas der Philipps-Universität Marburg – Regionalsprache, spontan antwortete:“Ich bin aus der Wetterau und werde mich bemühen langsam und Hochdeutsch zu sprechen.“ Nach einer Einführung in die Arbeit des Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas und den Stand der bisherigen Forschung ging dann Vorberger auf die nordhessischen Regionalsprachen ein und erläuterte anhand der „Wenker-Sätze“ die Grenzen, die Gemeinsamkeiten und die Verwandtschaft der einzelnen Dialekte.

Nach dem interessanten und kurzweiligen Vortrag von Dr. Vorberger tischten die Landfrauen aus Frebershausen ordentlich auf, von herzhaft bis süß war für jeden Geschmack etwas dabei und um die Gastfreundschaft perfekt zu machen kostenlos gegen eine kleine Spende. Mit einem Sketch startete die zweite Hälfte des Nachmittags beziehungsweise des Abend: Karin Albus als Standesbeamter und Hildtrut Wolf als heiratswilligen Bäuerlein zeigten was passiert, wenn einer hochdeutsch spricht und der Andere nur Platt versteht. Einen zweiten Sketch in Frebershäuser Mundart, vorgetragen von Elfriede Stöcker und Rita Lange: „Der Regenschirm“ zum Thema Erbschaft sorgte ebenfalls für viel Lacher und Applaus.


Andreas Karl Böttcher, Leiter des plattdeutschen Arbeitskreises im Waldeckischen Geschichtsverein sprach zu dem Platt-Wort Waldecks 2018,dass von einer Lokalzeitung gesucht wurde, den 40 Wenker-Sätze, 70 Standard-Wörter und Tonaufnahmen in der jeweiligen Dorfsprache. Böttcher macht auch auf weitere Mundart-Gruppen beziehungsweise Mundart – Stammtische aufmerksam, zudem auch Gäste herzlich eingeladen sind. Mehrere Beiträge in Needarer Platt und in Meineringhäuser Platt gab es von Margot Schmitt aus Neerdar und Lieselotte Schmidt aus Meineringhausen. Eine Tradition in Frebershausen ist das Ansingen des Wochenendes von der Kirche auf dem Hügelchen. Pünktlich um 18 Uhr bei jedem Wetter erklingen Jagdhörner vom Hügelchen und das sächsische Feierabendlied in Freberhäuser Platt. Mit gebracht hat das Lied Hans-Jürgen Matznohr vor einigen Jahren. Zusammen mit Martin Michel erläuterte Matznohr Lied und Gesang des „Feierabend Liedes“. Aus Edertal-Bergheim gab es einen Audio-Beitrag. Das Tonband besprochen und vorgetragen hat Ernst-Wilhelm Kramer, aus Bergheim. Thomas Kraft, Odershausen (Vorsitzender Bezirksgruppe) wies auf die Unterstützung der Mundart-Initiativen durch den Waldeckischen Geschichtsverein hin. Es war ein rundherum gelungen Auftakt für den Erhalt des Frebershäuser Platt. Der deutsche Philosoph Odo Marquard sagte einmal Zukunft braucht Herkunft. Und Dialekte und Regionalsprachen sind ein Teil der Herkunft, der Identität und der Verbundenheit mit einer Region.

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