Wilde Wälder für Hessen – NABU fordert den Schutz natürlicher Wälder zur Landtagswahl

Wetzlar(pm). Zur Landtagswahl 2018 fordert der NABU die Parteien auf, in mehr hessischen Wäldern eine natürliche Entwicklung zuzulassen. „Es fehlen noch 16.000 Hektar Naturwälder“, erklärt der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler. Dann sei das Ziel der Hessischen Biodiversitätsstrategie erreicht, auf fünf Prozent der Waldfläche artenreiche Naturwälder zu entwickeln. Bisher erreicht Hessen nur 3,1 Prozent. Die Ausweisung von Naturwäldern sei deshalb eine von vier Kernforderungen des NABU zur Landtagswahl im Oktober. Dafür müssten Teile des landeseigenen Waldes bereit gestellt werden.

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Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten profitieren vom Naturwald, weil hier die Strukturvielfalt viel höher ist als im Wirtschaftswald: Statt junger, gerader Bäume gibt es hier viel mehr alte, dicke, hohle und krumme Bäume. Die Menge dieser Strukturen macht den Unterschied: Urwaldkäfer und Fledermäuse brauchen ein ausreichendes Angebot an alten Bäumen. Vor allem große geschützte Waldgebiete gibt es nur sehr wenige. Wälder mit einer Mindestgröße von 1.000 Hektar sind rar. Sie sind aber besonders wichtig, weil nur hier ungestörte Wildnis entstehen kann. Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden hat der NABU Vorschläge für 25 große Wald-Naturschutzgebiete ohne forstliche Nutzung vorgelegt ( www.nabu-hessen.de/wald  ). Mit ihnen könnten alle verschiedenen Waldtypen vom nassen Auwald bis zum trockenen Eichenwald geschützt werden. Für eine dauerhafte Sicherung sei eine Ausweisung aller Naturwälder über 50 Hektar Größe als Naturschutzgebiet nötig, so der NABU.

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