Mit Feuer und Flamme für den Naturschutz – Kontrollierte Feuer in Naturschutz und Landschaftspflege

Tagung und Seminar „Bergheiden im Rothaargebirge“ am 08. und 09. November 2018

Winterberg(pm). Über Jahrhunderte hinweg war die Nutzung des Feuers eine wichtige Praxis und damit ein mitbestimmender Faktor in der Entstehung und Bewirtschaftung mitteleuropäischer Kulturlandschaften – beispielsweise im Brandfeldbau in den deutschen Mittelgebirgen oder der Schaffung und Erhaltung produktiver und ökologisch wertvoller Heidegebiete. Auch im Sauerland war die Feueranwendung weit verbreitet und stellte damit einen bedeutenden kulturellen und landschaftsprägenden Faktor dar. Nachdem in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts das unsachgemäße und exzessive Flämmen in den zunehmend durch Mechanisierung und Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln geprägten Agrarlandschaften das Überleben und die Rückzugsräume wichtiger Pflanzen- und Tierarten bedrohte, wurde die Anwendung des Feuers in Deutschland in den 1970er Jahren generell verboten. Bereits nach einigen Jahren zeigte sich, dass das Verbot des Brennens, einhergehend mit der Abnahme der intensiven Landbewirtschaftung, zu einer Veränderung von Offenland-Lebensräumen führte. Wertvolle Heide- und Grasfluren unterlagen der Überalterung und der Sukzession in Richtung Verbuschung und Waldentwicklung – und damit dem Verlust der Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Basierend auf der feuerökologischen Grundlagenforschung wurden in Deutschland Verfahren des Kontrollierten Brennens entwickelt, die zum einen an die Tradition der Feueranwendung anknüpfen, zum anderen ökologische und umweltrelevante Auswirkungen – positive und negative – berücksichtigen. Ziel der heutigen Anwendung des Kontrollierten Feuers sind Standorte, auf denen der Wegfall traditioneller intensiver Bewirtschaftung zu einer Überalterung und Degradierung führt. Die Beseitigung bzw. der Abbau von Altgras, überalterter und verholzter Heide und der Einwanderung von Gehölzen in aufgelassenen Offenland-Lebensräumen ist ein wichtiges Ziel des Feuereinsatzes im Naturschutz und der Landschaftspflege.

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Damit dies fachlich angemessen und vor allem sicher gelingt, ist es von entscheidender Bedeutung, qualifiziertes Personal auszubilden, welches das Kontrollierte Feuer nicht nur sicher und effektiv anwenden, sondern auch die notwendige Öffentlichkeitsarbeit leisten kann. Das Seminar Mit Feuer und Flamme für den Naturschutz – Anwendung des Kontrollierten Feuers in Naturschutz und Landschaftspflege richtet sich an diejenigen, die sich in der Praxis mit der Erhaltung gefährdeter Offenlandstandorte befassen, auf denen der Einsatz des Kontrollierten Feuers infrage kommt. Das Seminar vermittelt die theoretischen Grundlagen zum Kontrollierten Feuereinsatz im Rahmen der Weidenachpflege, Offenhaltung und für spezielle Artenschutzmaßnahmen. Danach sollen die Fachkräfte selbständig Feuereinsätze planen, anleiten und praktisch durchführen können. Der Schwerpunkt liegt auf der Pflege von Bergheiden und Borstgrasrasen.Um den Feuereinsatz selbstständig sicher und effektiv umsetzen zu können, ist eine praktische Schulung unabdingbar. Das Seminar bietet die Möglichkeit, durch die Demonstration und Mitwirkung beim Kontrollierten Brennen die notwendigen Kenntnisse in der Praxis zu erlernen.

Programm und Information zum Download

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